30.11.2021

Fondsreporting #11/2021 | Corona-Blues kommt zurück

Zunächst sah es auch im November nach einer Fortsetzung der Jahresendrallye an den Aktienmärkten aus. Sowohl der MSCI World Index als auch die europäischen und amerikanischen Leitindizes erreichten im Monatsverlauf neue Höchststände. Die Entdeckung der neuen Omikron Corona-Variante in der letzten Novemberwoche sorgte jedoch für ein abruptes Ende des positiven Trends. So handelte der S&P 500 Index im Monatsvergleich -0,8% tiefer und der MSCI World Index gab um -2,3% nach. Stärker getroffen wurden die europäischen Märkte, der Dax verlor -3,8% und der EuroStoxx 50 -4,3%. Auch die Renditen 10-jähriger US-Staatsanleihen drehten in der letzten Novemberwoche und notierten zum Monatsende 10 Basispunkte tiefer bei 1,44%.

Nachdem die Berichtssaison weitgehend abgeschlossen war, stand wieder die gesamtwirtschaftliche Entwicklung im Fokus der Investoren. Die weiterhin bestehenden globalen Lieferengpässe, die sehr robuste Konsumnachfrage und hohen Energiepreise sorgten für eine Fortsetzung des Preisauftriebs. Die Inflation ist in Deutschland im Jahresvergleich auf 5,2% gestiegen. Jedoch lag im November letzten Jahres die Preissteigerung pandemiebedingt nur bei -0,3%. Um die Effekte der Pandemie zu glätten, lohnt daher aktuell eine Betrachtung über zwei Jahre. Seit 2019 liegt der jährliche Preisauftrieb bei +2,2%, für den Euroraum noch etwas niedriger, und bewegt sich damit im Rahmen des angepassten Inflationsziels der EZB. Die anhaltende Zurückhaltung der EZB, die Geldpolitik zu straffen, ist vor diesem Hintergrund nachvollziehbar.

Die FED hat dagegen eine schnellere Rückführung des Anleiheaufkaufprogramms in Aussicht gestellt. Dies kam vor allem wegen der neu entdeckten Corona-Variante für den Markt überraschend und hat bei Wachstumsaktien zu weiteren Kursabschlägen geführt. Bei vielen dieser Wachstumsaktien haben sich gegenüber den Höchstständen aus der ersten Jahreshälfte nun kräftige Bewertungsabschläge aufgetan, während die Indizes nahe den Höchstständen verharren. Die extremen Bewertungen bei einigen Unternehmen im Technologiebereich haben sich damit weitgehend aufgelöst und bieten nun eine aussichtsreichere Perspektive für das nächste Jahr.

 

Phaidros Funds Balanced

Nachdem die Aktienmärkte positiv in den November gestartet waren, dominierte in der zweiten Monatshälfte einmal mehr die Furcht vor einer erneuten Corona-Ausbreitung das Marktgeschehen. Es kam zu den heftigsten Korrekturbewegungen seit Oktober letzten Jahres. Insgesamt verblieb am Monatsende ein leichtes Minus, wie auch beim Phaidros Funds Balanced, der je nach Anteilsklasse zwischen -0,25% und -0,09% an Wert verlor.

Die Gewinnerliste wird im November von Apple mit +14% angeführt. Die Vorweihnachtszeit ist für das Unternehmen traditionell die umsatzstärkste des Jahres, begleitet von entsprechend positiver Presse. Es folgen JD.Com mit +12% und Palo Alto Networks mit +10%. Der Verkaufsdruck gegen Ende des Monats traf vor allem die Technologiewerte aus der zweiten Reihe hart. So verlor Teladoc im November -30% an Wert, ohne dass es dafür außergewöhnliche negative Nachrichten gegeben hätte. Selbst das Schwergewicht PayPal wurde nicht verschont und verlor -18%. Neue Werte sind nicht hinzugekommen.

Der europäische High Yield Index handelte über den Monat um -0,57% tiefer. Positiv entwickelten sich die Anleihen von ThyssenKrupp (+2%). Die Ankündigung für das abgelaufene Geschäftsjahr keine Dividende auszuschütten, erfreute die Gläubiger. Auch die Anleihen von WeBuild konnten im Monatsverlauf etwa +1% zulegen. Die schlechte Liquidität zum Monatsende, in Kombination mit dem hektischen Verkaufsdruck, sorgten für Kursabschläge von bis zu -3% für die Anleihen der Deutschen Bank, Intesa Sanpaolo, Santander und der CaixaBank. Noch stärker getroffen wurden die Anleihen von Dufry (Betreiber von Duty-Free Shops an Flughäfen) und der Lufthansa mit Kursverlusten von -3% und -6%. Neu aufgenommen haben wir eine Anleihe der Telecom Italia. Zudem haben wir eine Anleihe von Cerba SA, einem der führenden Anbieter von medizinischen Tests in Europa, gekauft. Verkauft haben wir nach der sehr guten Entwicklung in diesem Jahr die Anleihen von Netflix, RWE und Rolls-Royce.

Die Aktienquote liegt mit rund 58% auf dem Niveau des Vormonats. Die Anleihequote ist mit rund 33% ebenfalls gleichgeblieben. Im Dezember erwarten wir keine neuen Impulse an den Börsen. Traditionell werden die Bücher vor Weihnachten geschlossen, und das Volumen flaut zum Jahresende ab. Es ist durchaus noch weiterer Verkaufsdruck bei Einzelwerten möglich, wenn die Verlierer des Jahres aus den Portfolios „bereinigt“ werden.

 Phaidros Funds Balanced F Morningstar Peer Group** 
 WertzuwachsVolatilitätWertzuwachsVolatilität
10J p.a.9,1*8,4*4,98,6
5J p.a.9,79,14,59,0
3J p.a.12,510,86,010,5
1J8,75,710,05,5
YTD7,9-8,3-

 

Phaidros Funds Conservative

Der Phaidros Funds Conservative handelte über den November nahezu unverändert, der Ertrag lag je nach Anteilsklasse zwischen +0,02% und +0,06%. Der MSCI World Index in Euro handelte zum Monatsschluss um +0,56% höher und der europäische High Yield Index verzeichnete einen Verlust von -0,57%. Die Aktien im Portfolio gaben um -1,7% nach. Die Staatsanleihen sowie die Goldposition erfüllten ihren Zweck als Absicherungskomponenten und erzielten einen Ertrag von +2,2% und +2,3%. Die Unternehmensanleihen handelten über den Monat etwas schwächer und gaben um -0,57% nach.

Positiv entwickelten sich die Aktien von Apple (+14%) und Palo Alto Networks (+10%). Auch die Aktien von Amazon (+7%) und Adobe (+6%) konnten nochmals kräftig zulegen. Bei Apple läuft der Verkauf des neuen iPhones sehr gut an und der Konzern ist von den globalen Lieferengpässen weiterhin kaum betroffen. Negativ entwickelten sich die Aktien von PayPal (-18%), da sich die Investoren vor steigendem Wettbewerb und sinkenden Margen im digitalen Zahlungsverkehr sorgen. Von dieser negativen Stimmung wurden auch die Aktien von Square getroffen, welche um minus 16% nachgaben. Die Aktien von ActivisionBlizzard gaben um -14% nach. Die Unruhe aufgrund von Vorwürfen zu einer Benachteiligung von weiblichen Mitarbeitern, welche erstmals im Juni mit der Klage eines kalifornischen Gerichts aufkamen, scheinen das operative Geschäft stärker zu beeinflussen. Das Unternehmen musste die Veröffentlichung zweier neuer Spiele verschieben und den Ausblick auf das vierte Quartal deutlich senken. Daher haben wir uns entschieden die Aktien zu veräußern.

Neu aufgenommen in das Portfolio haben wir mit Eli Lilly ein weiteres Unternehmen aus dem Gesundheitssektor. Eli Lilly ist einer der führenden Anbieter von Medikamenten zur Behandlung von Diabetes und Krebserkrankungen. Die Aktien von Symrise haben wir aufgrund der positiven Entwicklung und aktuell relativ hohen Bewertung veräußert. Dafür haben wir mit Iberdrola einen führenden Versorger im Bereich der erneuerbaren Energien in das Portfolio aufgenommen. Die Nachfrage nach grünem Strom wird in den nächsten Jahren deutlich ansteigen und Iberdrola ist in einer starken Marktposition, um von diesem Trend zu profitieren.

Die Liquidität im Fonds liegt bei etwa 14%, die Aktienquote beträgt rund 25%. Damit ist die Ausrichtung des Fonds weiterhin offensiv. Zudem halten wir weiterhin eine höhere Kassenposition, um bei einer Marktkorrektur Gelegenheiten nutzen zu können.

 Phaidros Funds Balanced F Morningstar Peer Group** 
 WertzuwachsVolatilitätWertzuwachsVolatilität
10J p.a.6,07,23,04,6
5J p.a.6,08,21,95,0
3J p.a.8,19,83,05,9
1J8,23,53,62,6
YTD7,1-3,0-

 

Phaidros Funds Fallen Angels

Der Phaidros Funds Fallen Angels gab im November, je nach Anteilsklasse zwischen -0,76% und -0,68% nach. Der europäische High Yield Index (Bloomberg Barclays Pan-European High Yield Index) handelte über den Monat um -0,57% tiefer. Nach einer positiven Entwicklung in der ersten Monatshälfte sorgten die Meldungen zur neu entdeckten Variante des Coronavirus für einen Abverkauf in der letzten Novemberwoche.

Positiv entwickelten sich die Anleihen von ThyssenKrupp (+2%). Die Ankündigung für das abgelaufene Geschäftsjahr keine Dividende auszuschütten, erfreute die Gläubiger. Zudem bestätigte der positive Ausblick auf das kommende Geschäftsjahr die Fortschritte bei der Umstrukturierung des Geschäftsmodells. Auch die Anleihen von WeBuild konnten im Monatsverlauf etwa +1% zulegen. Ein Gericht wies zu Monatsbeginn die Klage einiger Investoren gegen die bereits vollzogene Astaldi-Übernahme ab. Negativ entwickelten sich die Nachranganleihen der Banken. Die schlechte Liquidität zum Monatsende in Kombination mit dem hektischen Verkaufsdruck, ausgelöst durch das Auftreten der Omikron Variante, sorgte für Kursabschläge von minus 2-3% für die Anleihen der Deutschen Bank, Intesa Sanpaolo, Santander und der CaixaBank. Noch stärker getroffen wurden die Anleihen von Dufry (Betreiber von Duty-Free Shops an Flughäfen) und der Lufthansa mit Kursverlusten von -3% und -6%.

Neu aufgenommen haben wir eine Anleihe der Telecom Italia. Meldungen über eine potenzielle Übernahme des Konzerns durch KKR sorgten für eine deutliche Ausweitung der Risikoprämien. Aufgrund der strategischen Bedeutung des Unternehmens besitzt der italienische Staat jedoch ein Veto-Recht bei einem möglichen Verkauf an ausländische Investoren. Daher sehen wir die erhöhte Rendite als gute Einstiegsgelegenheit. Mit einer Anleihe von Masmovil haben wir noch einen weiteren Telekommunikationsanbieter aus Spanien in das Portfolio aufgenommen. Zudem haben eine Anleihe von Cerba SA, einem der führenden Anbieter von medizinischen Tests in Europa, in das Portfolio aufgenommen. Verkauft haben wir nach der sehr guten Entwicklung in diesem Jahr die Anleihen von Netflix, RWE und Rolls-Royce.

Die Liquidität im Fonds liegt weiterhin bei etwa 10%. Aufgrund der insgesamt geringeren Marktliquidität zum Jahresende könnten weitere negative Meldungen in Bezug auf die Omikron-Variante zu stärkeren Kursbewegungen bei Unternehmensanleihen führen. Das aktuelle Umfeld mit erhöhten Risikoprämien, dem weiter niedrigen Zinsniveau und der robusten Konjunktur bieten jedoch eine gute Ausgangslage, um auch im nächsten Jahr einen positiven Ertrag mit Hochzinsanleihen zu erzielen. Daher würden wir etwaige Rücksetzer am Markt nutzen, um die Kassenposition vor Jahresende noch etwas zu reduzieren.

 Phaidros Funds Fallen Angels D Morningstar Peer Group** 
 WertzuwachsVolatilitätWertzuwachsVolatilität
5J p.a. 3,38,02,77,3
3J p.a.3,510,03,69,1
1J2,31,72,61,7
YTD1,4-1,8-

 

Phaidros Funds Schumpeter Aktien

Nachdem die Aktienmärkte positiv in den November gestartet waren, dominierte in der zweiten Monatshälfte einmal mehr die Furcht vor einer erneuten Corona-Ausbreitung das Marktgeschehen. Es kam zu den heftigsten Korrekturbewegungen seit Oktober letzten Jahres. Insgesamt verblieb am Monatsende ein leichtes Plus, der je nach Anteilsklasse beim Phaidros Funds Schumpeter Aktien, zwischen +0,32% und +0,62% lag.

Die Gewinnerliste wird im November von Trade Desk mit +42% angeführt. Nach sehr starken Zahlen für das dritte Quartal setzte die Aktie zum Höhenflug an. Es folgen Apple mit +14% und JD.Com mit +12%. Der Verkaufsdruck gegen Ende des Monats traf vor allem die Technologiewerte aus der zweiten Reihe hart. So verlor Teladoc im November -30% an Wert, ohne dass es dafür außergewöhnliche negative Nachrichten gegeben hätte. Selbst das Schwergewicht PayPal wurde nicht verschont und verlor -18%. Den Rücksetzer an den Aktienmärkten haben wir genutzt, um die Aktie von Airbnb neu aufzunehmen. Als Weltmarktführer für Buchungen von nicht-Hotel Übernachtungen ergänzt das Unternehmen sehr gut unsere bestehende Position in Booking Holdings.

Die Aktienquote liegt mit rund 94% unter dem Niveau des Vormonats. Die Aufteilung zwischen Monopolisten und Herausforderern bleibt bei 2/3 zu 1/3. Im Dezember erwarten wir keine neuen Impulse an den Börsen. Traditionell werden die Bücher vor Weihnachten geschlossen, und das Volumen flaut zum Jahresende ab. Es ist durchaus noch weiterer Verkaufsdruck bei Einzelwerten möglich, wenn die Verlierer des Jahres aus den Portfolios „bereinigt“ werden.

 Phaidros Funds Schumpeter Aktien E Morningstar Peer Group** 
 WertzuwachsVolatilitätWertzuwachsVolatilität
5J p.a. ---15,112,9
3J p.a.--19,815,0
1J14,39,723,58,5
YTD12,8-20,5-

 

Quelle: Morningstar Direct, 30.11.2021 / Berechnung auf Basis von Monatsultimowerten. Die angegebene Performance ist der berechnete Nettovermögenswert in % in der Fondswährung nach Kosten und ohne Berücksichtigung etwaiger Zeichnungsgebühren. Bei den Angaben handelt es sich um Vergangenheitsdaten, die keine Garantie für zukünftige Entwicklungen darstellen.
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