EYB & WALLWITZ
AUF EIN WORT

EYB & WALLWITZ

AUF EIN WORT

IM INTERVIEW: Uwe Diehl, der seit dem 1. Juni 2020 als Head of Sales vom Frankfurter Büro aus den Vertrieb von EYB & WALLWITZ verantwortet.

 

Herr Diehl, was hat Sie zu Eyb & Wallwitz geführt und was haben Sie sich gemeinsam vorgenommen?

Ich habe über viele Jahre hinweg bei internationalen und teils sehr großen Unternehmen die ganze Breite und Tiefe des Asset Managements kennengelernt. Jetzt bringe ich über 20 Jahre Branchenerfahrung in ein deutlich kleineres Unternehmen ein, das mich durch hochprofessionelle Strukturen, exzellente Produkte, eine ausgeprägte Kundenorientierung und kurze Entscheidungswege im Sinne einer „Can-Do-Mentalität“ überzeugt hat.

Gemeinsam wollen wir die Expertise von Eyb & Wallwitz einer noch breiteren Klientel zugänglich machen und in der gesamten Dachregion stärker wachsen. Das gilt insbesondere für den institutionellen Bereich, wo wir Stiftungen, Single und Multi Family Offices, Versorgungswerke und auch kleinere Unternehmen für unsere Publikumsfonds, aber auch für Spezialfonds und Mandatslösungen gewinnen wollen. Im digitalen Direktvertrieb unserer Publikumsfonds erwarten wir zwar kurz- bis mittelfristig noch nicht den großen Schub. Wir wollen jedoch mehr über die Bedürfnisse der Kunden in diesem Segment lernen und uns auch hier weiterentwickeln.

Die Covid-19-Pandemie und damit verbundene Kontaktbeschränkungen haben auch Ihre Arbeit im Vertrieb verändert. Welche Erfahrungen haben Sie gemacht? Was wird davon nach der Pandemie bleiben?

Da wir bei Eyb & Wallwitz ein relativ kleines Team sind, mussten wir in unseren Arbeitsabläufen gar nicht so viel verändern. Mir ist aufgefallen, dass wir uns durch die zahlreichen Videokonferenzen mit Kunden von Homeoffice zu Homeoffice zum Teil sehr viel nähergekommen sind. Das war eine positive Erfahrung, die ich so nicht erwartet habe. Die Kunden haben sich sehr schnell auf die alternativen Kommunikationswege eingestellt, wodurch der Kontakt nicht unter den Einschränkungen gelitten hat. Letztlich war man aber auch einfach dazu gezwungen, endlich das einzusetzen, was technisch schon seit langem möglich ist.

Der persönliche Kontakt macht natürlich zu einem gewissen Teil den Charme der Vertriebstätigkeit aus. Ich befürchte jedoch, dass viele Unternehmen das monetäre und zeitliche Potential der digitalen Kommunikation nicht wieder aus der Hand geben. Auch Roadshows und Messen werden sicherlich weniger werden, weil auch die Kunden sich an die neuen Kommunikationswege gewöhnt haben.

Der globale Finanz- und Kapitalmarkt des ersten Halbjahres war durch die Corona-Krise geprägt. Welche Entwicklungen haben Sie in negativer und positiver Hinsicht überrascht?

Mich haben die Geschwindigkeit und die Heftigkeit der Erholung an der Börse positiv überrascht, wobei klar festzuhalten ist, dass die Gefahr nach wie vor nicht gebannt ist und die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie kaum zu beziffern sind. Offenbar bewertet aber die Börse viele Bedenken anders als die Realwirtschaft. Positiv überrascht hat mich auch, dass trotz der schwierigen persönlichen Umstände vieler Menschen ein großer Optimismus zu erkennen ist. Es war nicht zu erwarten, dass unsere Gesellschaft den strengen persönlichen Einschränkungen mit solcher Duldsamkeit und Disziplin begegnet.

Weniger Optimismus zeigen dagegen viele Investoren, die seit Anbeginn der Erholung an der Seitenlinie stehengeblieben sind. Sie haben Chancen verpasst und sich dadurch in eine Situation gebracht, in der sehr viel Unsicherheit ob der Frage steckt, wie es weiter geht und wann der richtige Zeitpunkt zu investieren gekommen ist.

Negativ zu bewerten ist auch, dass die ökonomischen und gesellschaftspolitischen Themen zu sehr hinter die gesundheitlichen Fragestellungen zurückgedrängt wurden. Hier sind die Isolation vieler Kinder und das Abwürgen des Kleingewerbes zu nennen. Die zu erwartenden Insolvenzen als langfristige Folge der Einschränkungen sind zu wenig bedacht worden.

Wie sieht Ihr persönlicher Ausblick für das zweite Halbjahr aus?

Mein persönlicher Ausblick für das zweite Halbjahr ist grundsätzlich positiv, solange wir die Sterblichkeitsraten durch Covid-19 im Griff haben. Die Infektionszahlen allein dürften auch bei einer möglichen zweiten Welle nicht entscheidend sein und keinen zweiten Drawdown herbeiführen. Unter diesen Umständen sollte dann auch die Erholung im zweiten Jahr anhalten, zumal wir immer besser lernen, mit Covid-19 zu leben. Die Entwicklung und Verfügbarkeit eines Impfstoffes dürften die Börse nochmals beflügeln.

Insgesamt werden wir künftig eine noch stärkere ökonomische Zweiteilung, wenn nicht sogar eine Wirtschaft der zwei Geschwindigkeiten sehen. Auf der einen Seite stehen die strukturellen Gewinner, auf der anderen die zyklischen kurzfristigen Gewinner und die strukturellen Verlierer. Auch die Divergenz in den Bewertungen der Unternehmen wird sich ausweiten.

Der Phaidros Funds Schumpeter Aktien weist nach dem Börsen-Crash vom März einen neuen Höchststand auf. Zahlt sich hier der Benchmark-freie Ansatz aus?

Unser Schumpeter-Fonds setzt fernab jeglicher Benchmark genau auf diese strukturellen Gewinner. Das Portfolio konzentriert sich auf wenige Unternehmen, die entweder zu den Monopolisten und Oligopolisten gehören oder die durch innovative Geschäftsideen zu den Gewinnern der Zukunft zählen könnten. Statt zyklischer kurzfristiger Gewinner wie beispielsweise Anbieter von Videokonferenzen, einem Markt der seine Sättigung erreichen und dann im Wachstum nachlassen dürfte, sind Unternehmen wie Amazon und Teladoc interessant, weil sie in ihren Segmenten führend sind, stärker wachsen und als strukturelle Gewinner gelten. In diesem klaren Investmentansatz, verbunden mit den Stockpicker-Qualitäten des Portfoliomanagements, liegen die Gründe für die schnelle Erholung des Fonds nach dem allgemeinen Drawdown.

 

Entgegen dem Branchentrend hat Eyb & Wallwitz im ersten Halbjahr das verwaltete Vermögen um zehn Prozent steigern können – unter anderem im Phaidros Funds Balanced. Was macht Ihren Flagship-Fonds aus?

Der vermögensverwaltende Investmentansatz unseres Balanced-Fonds hat einmal mehr seine Stabilität auch in Krisenzeiten unter Beweis gestellt. Dazu hat zum einen der im Sinne der Schumpeter Strategie angelegte Aktienanteil beigetragen, der in der Lage ist, in Erholungsphasen überproportional zu gewinnen. Zudem ist der Rentenanteil im Portfolio nicht als defensive Null-Komponente angelegt, sondern leistet sowohl einen Beitrag zur Stabilität als auch zur positiven Wertentwicklung. Viele unserer Anleger haben den zwischenzeitlichen Drawdown an den Märkten genutzt, um ihre Fondsanteile aufzustocken oder auch frisches Geld anzulegen.

Im aktuellen Marktumfeld werden von Ratingagenturen auch Unternehmen abgestraft, deren Geschäftsmodell grundsätzlich in Takt ist. Ein ideales Umfeld für den Phaidros Funds Fallen Angels?

Im Portfolio unseres Fallen Angels-Fonds finden sich Unternehmen, die durch eine kurzfristige Herabstufung in ein tieferes Ratingsegment abrutscht sind, die aber per se ein gutes Geschäftsmodel vorweisen und langfristig in der Lage sein sollten, ihre Schulden zu bedienen. Dazu muss man wissen, dass es Investoren gibt, die in solchen Situationen aus regulatorischen Gründen gezwungen sind, diese Titel zu verkaufen. Umgekehrt ist dies für unser Portfoliomanagement die Möglichkeit, Qualität zu günstigen Kursen zu kaufen, um dann an einer erwarteten Ratingverbesserung überproportional zu partizipieren.

Wir dürfen davon ausgehen, dass sich in Folge der Coronakrise weitere Opportunitäten für den Fonds auftun werden. Die Ratingagenturen laufen hier immer etwas nach, sodass Unternehmen, die jetzt leiden, aber grundsätzlich in Takt sind, in den nächsten Wochen zu einem Fallen Angel werden könnten, der in unser Portfolio passt.

Abschließend eine persönliche Frage: Was bewegt Sie, wenn Sie nicht für Eyb & Wallwitz unterwegs sind?

In meiner Freizeit bewege ich mich im wahrsten Sinne des Wortes, und zwar am liebsten an der frischen Luft. Wenn ich mit meiner Frau joggen gehe oder meine Kinder zum Tennis begleite, finde ich den notwendigen Ausgleich zu meiner beruflichen Tätigkeit.