Strategie

Unsere Investmentstrategie ist nicht indexgebunden.

Top-Down-Ansatz

Die Umsetzung unserer Anlagestrategien beginnt mit der volkswirtschaftlichen Analyse. Hier filtern wir wichtige volkswirtschaftliche Daten heraus und analysieren ihre Wirkung auf die Finanzmärkte. Hierzu führen wir eigene Analysen durch und werten Analysen von Drittanbietern aus.

Im zweiten Schritt ermitteln wir mit Hilfe größtenteils proprietärer fundamentaler und technischer Modelle die Attraktivität verschiedener Assetklassen.

Im dritten Schritt erfolgt die eigentliche Portfoliokonstruktion. Wir streben dabei eine möglichst große Diversifikation an, die wir über den Einsatz unterschiedlicher Investmentstile und globaler Risikofaktoren erreichen.

Die Verteilung der Risiken auf die einzelnen Assetklassen erfolgt gemäß deren Attraktivität. Diese eher risikoorientierte Herangehensweise hat den Hintergrund, dass Extremereignisse viel häufiger in der Realität auftreten als sie nach der Finanzmathematik (Normalverteilung) eigentlich zu erwarten wären. Werterhalt und ein attraktives Verhältnis zwischen Risiko und Rendite sind das Ziel.

Unser Anlageuniversum besteht aus regulierten und täglich liquiden Aktien und Anleihen.

Prinzipien

Wie wir investieren

  • Wir sind aktive Manager.
  • Wir haben einen langfristigen Anlagehorizont.
  • Wir investieren global und kaufen nur liquide Wertpapiere.
  • Wir investieren in Geschäftsmodelle von hoher Qualität, die schwer zu replizieren sind.
  • Wir nehmen Chancen wahr, wo wir sie sehen.

Wie wir nicht investieren

  • Wir kaufen nichts, was wir nicht verstehen.
  • Wir achten auf den Verschuldungsgrad.
  • Wir machen kein Market-Timing.
  • Wir verzichten weitgehend auf Derivate.
  • Wir sichern Währungen nicht ab.
  • Wir verlassen uns nicht auf die „Greater Fool Theory“.
  • Wir handeln nicht dogmatisch.

Die Asset Allocation gliedert sich in einen strategischen und einen taktischen Teil.

Strategische Asset Allocation

Der strategische Teil beinhaltet die Ausarbeitung eines eigenen Weltbilds, basierend auf makroökonomischen Daten, sozialen Trends und politischen Entwicklungen (fundamentale Makroanalyse) mit einem zeitlichen Horizont von mehreren Jahren. Die sich daraus ergebende Perspektive dient als oberste Orientierungsinstanz, aus der wir ableiten, in welche Assetklassen wir langfristig investieren.

Dabei filtern wir die für uns relevanten Informationen anhand von unabhängigem Research, akademischem Wissen sowie gesundem Menschenverstand heraus.


Taktische Asset Allocation

Im taktischen Teil reagieren wir auf kurzfristige Entwicklungen und versuchen, Chancen und Diversifikationseffekte zwischen den Assetklassen auszunutzen.

Quantitative Modelle (Quantitativ-technische Analyse) bilden die Basis für die taktische Asset Allocation. Sie weisen uns als komplementäres Instrumentarium auf Entwicklungen hin, die wir nicht in unser langfristiges Weltbild inkorporiert haben und eröffnen uns eine objektive Perspektive. Auf dieser Ebene antizipieren wir, auf Grundlage unseres Weltbilds, mittelfristige Entwicklungen.

Auswahl von Titeln, die in unsere ausgewählte Asset Allocation bestmöglich hineinpassen.

Qualitative Kriterien

Bei unserer qualitativen Titelauswahl suchen wir nach Unternehmen mit einem soliden und nachhaltigen Geschäftsmodell, das wir vollständig verstehen.

Auf der Aktienseite fokussieren wir uns dabei auf Marktdominanz und Innovation („Schumpeter Aktien“). Auf der Anleihenseite suchen wir solide Schuldner, die ein ausgewogenes Chancen-/Risiko-Verhältnis aufweisen.

Mit dem Begriff „Schumpeter-Aktien“ umschreiben wir Unternehmen, die in monopolartigen Strukturen agieren (große Marktmacht, hohe Margen und hohe Eintrittsbarrieren) und nachhaltige Geschäftsmodelle besitzen, die in allen Marktphasen zu relativ stabilen Gewinnen führen und zu einem guten Teil als Dividenden ausgezahlt werden. Aber auch Unternehmen, die tradierte Märkte herausfordern und über eine hohe Innovationskraft sowie sehr starkes Wachstum verfügen. Kennzeichnend sind hier weniger die Dividenden, sondern Wachstum.

Quantitative Kriterien

Bei unserer quantitativen Titelauswahl selektieren wir Aktien primär nach Risikofaktoren: Value (günstig bewertete Aktien), Momentum („Past Winner“), Low-Beta (defensive Aktien) sowie Quality (Unternehmen mit stabilen Erträgen und Cash-Flows). Auf der Anleihenseite fokussieren wir uns auf Kreditrisiko-Prämien und Marktineffizienzen.

Im Gegensatz zu klassischen Selektionskriterien bieten Risikofaktoren empirisch gesehen eine robustere Diversifikation sowie eine stabilere Überrendite. Die Umsetzung erfolgt über ein proprietäres Scoring-Modell, in dem jeder Risikofaktor aus einer Vielzahl an Inputs besteht.

Risikomanagement ist fester Bestandteil unseres Investmentprozesses.

Wie definieren wir Risiko?

Risiko ist die Gefahr eines dauerhaften oder zumindest langanhaltenden Verlustes (und nicht die Preisschwankung eines Vermögenswertes). Das lässt sich aber leider nicht so „einfach“ (wie beispielsweise die Kennzahl "Volatilität") berechnen.

Was bedeutet das?

Zum einen stellen wir unsere Einschätzung ständig auf den Prüfstand. Dazu gehört, dass alle Portfolios in unserem Portfoliomanagement-Tool abgebildet sind, das die Kurse über eine Schnittstelle aktualisiert. Somit sind wir jederzeit in der Lage, die Auswirkung (unerwarteter) Informationen auf die aktuellen Portfolios einzuordnen. Das Risikomanagement beinhaltet außerdem das tägliche Monitoring aller Positionen sowie des Portfoliogesamtrisikos. Hierzu gehören Risikokennzahlen wie VaR, CVaR oder Maximum Drawdown, aber auch das Monitoring von Performancebeiträgen. Stop-Loss-Marken werden nicht als „harte“ Ausstiegs-, sondern als „weiche“ Warnsignale genutzt.

Diversifikation

Spätestens seit Harry Markowitz, US-amerikanischer Ökonom, wissen wir, dass man Risiko durch Diversifikation reduzieren kann („Don‘t put all eggs in one basket“). Neben der gängigen Diversifikationspraxis über Assetklassen, Länder, Sektoren, Segmente und Positionsgrößen setzen wir auf Diversifikation über Risikofaktoren wie beispielsweise Value, Growth, Quality und Momentum. Das macht unsere Portfolios robuster und in Krisenzeiten stabiler.

Steuerung des Risikobudgets

Im Gegensatz zu starren Risikomanagementsystemen wie etwa CPPI oder VaR verwalten wir das Risikobudget innerhalb unserer Portfolios flexibel, so dass wir selbst in sehr volatilen Phasen wie 2008, 2011 und 2020 mit dem Risikobudget auskommen konnten. In anderen Worten: Die Allokationssteuerung erfolgt so, dass immer Risikobudget zur Verfügung steht und ein Markt-Wiedereintritt nach Schwächephasen somit gewährleistet ist.