27.02.2026

Der Wochenausblick auf KW 10 2026

Der Wochenausblick auf KW 10. In China stellt die Regierung auf dem Nationalen Volkskongress die Weichen für die Wirtschaftspolitik in den kommenden 5 Jahren und gibt das Wachstumsziel für 2026 vor. Geopolitisch stehen die Verhandlungen zwischen dem Iran und der USA sowie zwischen Russland und der Ukraine im Fokus. Datenseitig werden der US-Arbeitsmarktbericht und die ISM-Indizes auf Konjunktursignale und KI-Disruptionssignale durchleuchtet. Auf Unternehmensseite stellt Apple seine Produktneuheiten vor und u.a. Berkshire Hathaway, Crowdstrike und Sea berichten noch zum vierten Quartal. Und vor 53 Jahren brach das Währungssystem von Bretton Woods endgültig zusammen, auch durch eine Entscheidung der Bundesbank.


Samstag/Sonntag

Politik 

Die OPEC+ diskutierten vor dem Hintergrund der jüngsten Preisanstiege mögliche Anpassungen der Rohölproduktion. 

Geldpolitik 

Von der FED tritt Bostic als FOMC-Mitglied und Präsident der Atlanta FED zurück.   

Von der EZB spricht Nagel.

Unternehmen

Berkshire Hathaway veröffentlicht seine Q4-Ergebnisse und seinen Jahresbericht 2025.


Montag

Konjunktur

In den USA wird der ISM-Index für die Industrie zeigen, ob sich die deutliche Verbesserung der Geschäftsaussichten im Februar fortgesetzt hat. Zu Jahresbeginn hatte der Index einen überraschenden Sprung deutlich über die Expansionsschwelle gemacht (Januar: 52,6 Punkte). Ein weiterer Anstieg wäre ein deutliches Signal in Richtung eines sich etablierenden Aufschwungs im Verarbeitenden Gewerbe. Wahrscheinlicher ist aber eine Konsolidierung. 

Politik 

Bundeskanzler Merz beginnt seine USA-Reise inklusive eines Treffens mit US-Präsident Trump.    

Geldpolitik 

Von der EZB sprechen u.a. Lagarde, Nagel und Stournaras.  


Dienstag

Konjunktur

Im Euro-Raum wird die Inflationsrate für Februar veröffentlicht. Insgesamt dürfte die jährliche Teuerung wieder leicht gestiegen sein (Januar: 1,7%). Die Kerninflation hat sich aber wohl nur wenig verändert (Januar: 2,2%). Der jüngste Anstieg der Rohölpreise dürfte über die Energiekomponente das Preisniveau angeschoben haben. Gleichzeitig bleibt der Preisauftrieb bei Gütern und Dienstleistungen aber begrenzt, und der starke Euro dämpft die Importpreise. 

Politik 

In UK stellt Finanzministerin Reeves die Eckpunkte des Haushaltsplans für 2026 vor. 

In den USA finden Vorwahlen für die Mid-Terms in Texas, North Carolina und Arkansas statt. 

Geldpolitik 

Von der FED sprechen Williams und Kashkari.   

Von der EZB äußert sich Kocher. 

Unternehmen

In der Q4-Berichtssaison berichten u.a. Crowdstrike, Sea und Target.


Mittwoch

Konjunktur

In China werden die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für Februar zeigen, ob sich die Dynamik der Inlandsnachfrage etwas verbessert hat. Allerdings wir die Aussagekraft der Daten durch die Feierlichkeiten zum Neujahresfest beeinträchtigt. Der Index für die Industrie (Januar: 49,3) und der Index für die Dienstleistungen (Januar: 49,4) lagen zuletzt unterhalb der Expansionsschwelle. Ein schwaches Ergebnis würde den Druck auf die Politik im Vorfeld des Nationalen Volkskongresses verstärken. 

In den USA dürfte sich der ISM-Index für die Dienstleistungen in etwa auf dem Vormonatsniveau gehalten haben (Februar: 53,8 Punkte). Im Fokus steht, ob die jüngsten Spekulationen über das Disruptionsrisiko entlang der Wertschöpfungsketten und sektorübergreifend durch KI die Stimmung der Unternehmen eingetrübt hat. 

Politik 

Russland und die Ukraine setzen ihre Verhandlungen über eine Beendigung des Krieges fort. 

Geldpolitik 

Die FED veröffentlicht das Beige Book zum Konjunkturausblick in den Regionen. 

Von der EZB äußert sich de Guindos. 

Die Notenbank in Polen könnte auf ihrer Märzsitzung ihren Leitzins nach zweimonatiger Zinspause wieder senken (aktuell: 4,0%). 

Unternehmen

Apple stellt in New York, London und Shanghai seine Produktneuheiten 2026 vor. 

In der Q4-Berichtssaison berichten u.a. Adidas und Broadcom.


Donnerstag

Geldpolitik 

Von der EZB sprechen Lagarde, de Guindos, Rehn und Nagel und die Notenbank legt die Protokolle zur letzten Zinsentscheidung vor.  

Unternehmen

In der Q4-Berichtssaison berichten u.a. Deutsche Post, JD und Merck.


Freitag

Konjunktur

In Deutschland dürften die Auftragseingänge in der Industrie im Januar deutlich nach unten korrigiert haben. In den beiden Vormonaten haben staatliche Bestellungen im Verteidigungssektor im Rahmen der Fiskalprogramme die Daten stark nach oben verzerrt (Januar: +7,8%). Entscheidend ist, ob die Kerngröße der Aufträge (ohne Großaufträge) ihren jüngsten Aufwärtstrend fortgesetzt hat. Die Verbesserung der Stimmung in der Industrie lässt das erwarten. 

Die US-Einzelhandelsumsätze dürften auch im Januar kaum mehr als stagniert haben (Dezember: 0%). Das geringere Tempo der Beschäftigungsentwicklung bremst die Kaufkraft und belastet insbesondere den Absatz von zyklischen Konsumgütern.

In den USA wird der Arbeitsmarktbericht für Februar zeigen, wie sehr der stärkere Stellenaufbau im Januar durch Sondereffekte getrieben war (Januar; +130k). Ein moderates Stellenplus von etwa 50k wird erwartet. Im Fokus steht, ob sich der Beschäftigungsabbau in den von KI herausgeforderten Sektoren fortgesetzt hat und ob die Industrie und der Bau neue Stellen geschaffen haben. Die Lohndynamik und die Arbeitslosenquote sollten sich kaum verändert haben. 

Politik 

In China beginnt der Nationale Volkskongress mit der Veröffentlichung des Wachstumsziels für 2026 und des neuen 5-Jahresplans für die Wirtschaftspolitik. 

In den USA hält Finanzminister Bessent eine Rede an der Standford University.  

Geldpolitik 

Von der FED sprechen Daly, Paulson und Hammack. 

Von der EZB sprechen Schnabel und Cipollone. 


KW 10 in historischer Perspektive

Am 1. März 1973 brach das internationale Währungssystem von Bretton Woods endgültig zusammen, nachdem es bereits seit Jahren unter dem Druck amerikanischer Defizite gelitten hatte. Die USA hatten durch den Vietnamkrieg und ihre Great-Society-Programme massive Leistungsbilanzdefizite angehäuft und nicht mehr genug Gold, um alle weltweit zirkulierenden Dollar zum festgelegten Kurs von 35 Dollar pro Unze einzulösen. Am 15. August 1971 hatte Nixon im Fernsehen den "Nixon Shock" verkündet – die Aufhebung der Goldkonvertibilität des Dollars –, nachdem er drei Tage zuvor in Camp David mit seinen engsten Beratern den Plan ausgearbeitet hatte. Das im Dezember 1971 folgende Smithsonian Agreement sollte das System mit neuen Wechselkursen retten, doch bereits im Februar 1973 musste der Dollar erneut um 10 Prozent abgewertet werden, was massive Spekulation gegen ihn auslöste. Als die Bundesbank am Morgen des 1. März binnen weniger Stunden 1,7 Milliarden Dollar kaufen musste, um den Kurs zu verteidigen, fuhr Vizepräsident Otmar Emminger nach Bonn und stellte der Regierung Brandt ein Ultimatum – einen Tag später war Deutschland aus dem System ausgestiegen und Bretton Woods Geschichte. Bei den Camp-David-Verhandlungen 1971 spielte sich ein dramatisches Tauziehen ab zwischen dem über zwei Meter großen Paul Volcker, der verzweifelt versuchte, das internationale Währungssystem zu retten, und dem charismatischen texanischen Finanzminister John Connally, der Nixon mit seiner Philosophie überzeugte: "Alle Ausländer wollen uns übers Ohr hauen, und es ist unsere Aufgabe, sie zuerst übers Ohr zu hauen." Connally prägte später auf einem G10-Treffen in Rom den berühmt-berüchtigten Satz gegenüber verdutzten europäischen Finanzministern: "Der Dollar ist unsere Währung, aber er ist euer Problem" – eine Arroganz, die bis heute im kollektiven Gedächtnis der internationalen Finanzwelt nachwirkt.


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