
Der Wochenausblick auf KW 13. Der Angriffskrieg gegen den Iran geht in die dritte Woche. Die Volatilität bleibt erhöht, Signale in Richtung einer Verschärfung oder Entspannung können kurzfristig für Impulse sorgen. In Europa werden die Frühindikatoren für März zeigen, wie sehr die Energiepreisanstiege den Ausblick der Unternehmen unmittelbar belastet haben. In den USA könnte das Verbrauchervertrauen den steigenden Zorn über höhere Benzinpreise spiegeln. Politisch stehen neben den Angriffen auf den Iran und die Ukraine eine Reihe von Regionalwahlen auf der Agenda sowie der Rechtsstreit von Anthropic mit der US-Regierung und der Prozess gegen Maduro. Geldpolitisch werden die Notenbanken weiter auf „Abwarten“ setzen. Auf Unternehmensseite stehen u.a. die Q4-Ergebnisse von BYD und Xiaomi im Fokus. Und vor 47 Jahren unterzeichneten Israel und Ägypten den ersten Friedensvertrag, der damals als Durchbruch gefeiert wurde, heute aber als ein Wegbereiter der verfahrenen regionalen Konstellation gilt.
In Slowenien findet die Parlamentswahl statt.
In Rheinland-Pfalz findet die Landtagswahl statt.
In Frankreich und in Bayern finden die zweite Runde der Kommunalwahlen statt.
Von der FED hält Chair Powell eine Rede.
Von der EZB spricht Lane.
In Japan ist die Inflationsrate im Februar etwas gesunken (Januar: 1,5%). Hintergrund sind v.a. Maßnahmen der Regierung zur Subventionierung der Energiepreise. Die Kerninflation lag dagegen wohl unverändert bei 2,6%. Der schwache Yen und die steigende Lohndynamik haben hier für Aufwärtsdruck gesorgt. Ob die BoJ im April den nächsten Zinsschritt beschließen wird, hängt nun u.a. an den kurzfristigen Effekten der Energiepreisanstiege auf Konjunktur und Inflation im März.
Im Euro-Raum wird der Einkaufsmanagerindex (PMI) zeigen, wie sehr sich die Stimmung der Unternehmen durch den Energiepreisanstieg infolge des Angriffs auf den Iran im März eingetrübt hat (Februar: 51,9 Punkte). Der Index für die Industrie dürfte dabei wieder unter die 50er-Expansionsschwelle nachgegeben haben (Februar: 50,8 Punkte). Im Fokus steht neben den Preiserwartungen, wie sehr die Neuaufträge durch die Unsicherheit ausgebremst worden sind. Der Index für die Dienstleister dürfte weniger stark getroffen worden sein (Februar: 51,9 Punkte).
In Dänemark findet die vorgezogene Parlamentswahl statt, mit einem Fokus auf der Grönland-Frage.
Von der EZB sprechen Cipollone, Lane, Kocher und Sleijpen.
Die Notenbank in Chile wird auf ihrer Märzsitzung ihren Leitzins unverändert halten (aktuell: 4,5%).
Auch die Notenbank in Ungarn wird keine Zinsänderung beschließen (aktuell: 6,25%).
In den USA findet die erste Anhörung in der Auseinandersetzung zwischen Anthropic und der US-Regierung statt.
In der Q4-Berichtssaison berichtet u.a.: Xiaomi.
In Deutschland dürfte auch der ifo Geschäftsklimaindex im März deutlich gesunken sein (Februar: 88,6 Punkte). Die deutsche Industrie ist besonders anfällig für einen Anstieg der Energiepreise. Und angesichts des hohen Anteils der Industrie an der Wertschöpfung ist der Effekt globaler Schocks auf die deutsche Konjunktur insgesamt besonders ausgeprägt. Einen klaren Hinweis auf einen bevorstehenden Absturz der Wirtschaft würde der Index aber auch bei einem stärkeren Rückgang nicht geben. Denn bei einer Beruhigung der Lage an den Energiemärkten ist eine rasche Gegenbewegung ebenso wahrscheinlich.
In den USA beginnt die CPAC-Konferenz der konservativen Republikaner. Im Fokus steht, inwiefern US-Präsident Trump Unterstützung für seinen Angriff auf den Iran erhält.
Auf der ECB Watchers Konferenz sprechen u.a. Lagarde, Lane, Rehn und Kocher.
In den USA beginnt der Prozess gegen den entführten venezolanischen Staatschef Maduro.
In Paris sprechen die G7-Außenminister über Wege zur Beendigung der Kriege im Iran und der Ukraine.
Die OECD veröffentlicht ihren Konjunkturausblick für 2026.
Die Notenbanken in Norwegen (aktuell: 4,0%) und Südafrika(aktuell: 6,75%) werden auf ihren Märzsitzungen ihre Leitzinsen ebenso unverändert halten.
Die Notenbank in Mexiko dürfte dagegen eine erneute Zinssenkung beschließen (aktuell: 7,0%).
Von der EZB sprechen de Guindos und Muller.
Von der FED spricht Jefferson.
Im Euro-Raum veröffentlicht die EZB die Inflationserwartungen der Haushalte (CES). Die Daten werden zeigen, inwiefern sich die Energiepreisanstiege bereits kurzfristig in die Erwartungen auf Sicht von 1 und 3 Jahren übertragen haben.
In den USA werden die finalen Märzdaten zum Michigan-Verbrauchervertrauen zeigen, wie sehr der weitere Benzinpreisanstieg die Kauflaune der Haushalte belastet und die Inflationserwartungen angeschoben hat (März: 55,5 Punkte). Der Index lag bereits vor dem Ausbruch des Krieges gegen den Iran auf historisch niedrigem Niveau. Im Fokus steht, inwiefern zunehmend auch die republikanisch orientierten Haushalte skeptischer in die Zukunft blicken.
Von der FED sprechen Daly und Paulson.
In der Q4-Berichtssaison berichtet u.a.: BYD.
Am 26. März 1979 unterzeichneten der israelische Premierminister Menachem Begin und der ägyptische Präsident Anwar as-Sadat im Weißen Haus den ersten Friedensvertrag zwischen Israel und einem arabischen Staat – das Ergebnis von dreizehn dramatischen Verhandlungstagen im Camp David, zu denen US-Präsident Jimmy Carter die beiden eingeladen hatte. Der Vertrag beendete dreißig Jahre Kriegszustand zwischen Ägypten und Israel. Israel zog seine Truppen bis April 1982 vollständig vom Sinai ab, während Ägypten als erstes arabisches Land Israel diplomatisch anerkannte und normale Beziehungen aufnahm. Für ihre Friedensbemühungen erhielten Sadat und Begin im Dezember 1978 gemeinsam den Friedensnobelpreis, doch der Preis war hoch: Ägypten wurde aus der Arabischen Liga ausgeschlossen und Sadat bezahlte 1981 mit seinem Leben. Fast ein halbes Jahrhundert später zeigt sich die historische Bedeutung von Camp David in ihrer ganzen Ambivalenz: Der Vertrag beendete zwar die ägyptische Bedrohung für Israel und schuf einen „kalten Frieden" Doch er isolierte zugleich Ägypten in der arabischen Welt, ließ die Palästinenserfrage weitgehend ungelöst und trug zur Verhärtung der Fronten bei – die „Achse des Widerstands" aus Iran, Hisbollah, Hamas und anderen Gruppen entstand auch als Reaktion auf Ägyptens Separatfrieden. Die bittere Ironie der Geschichte liegt darin, dass ausgerechnet jener Friedensvertrag, der einst als Durchbruch gefeiert wurde, heute als Wegbereiter einer regionalen Konstellation erscheint, in der Israel militärisch gesichert, aber politisch isolierter scheint als je zuvor, während der Iran als größte Bedrohung an die Stelle Ägyptens getreten ist.