28.03.2024

Der Wochenausblick auf KW 14

Der Wochenausblick auf KW 14. Die Inflationsdaten aus dem Euro-Raum für März geben Hinweise, inwiefern die Erwartungen einer baldigen ersten Zinssenkung durch die EZB durch die Preisdaten gedeckt sind. In den USA dürften die ISM- und NFP-Daten das Soft Landing Szenario stützen. Und vor 91 Jahren unterzeichnete US-Präsident Roosevelt das Gesetz zum Verbot privaten Goldbesitzes. 


Samstag/Sonntag

Auf konjunktureller Seite

In China werden die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für März zeigen, dass die starke Divergenz zwischen Schwäche in der Industrie und Erholung im Dienstleistungsbereich zuletzt durch das Neujahresfest überzeichnet war. Der Index für die Industrieunternehmen dürfte wieder in Richtung der 50er-Marke gestiegen sein (Feb.: 49,1). Der Index für die Dienstleister sollte dagegen etwas niedriger als im Vormonat ausfallen (Feb.: 51,4). Insgesamt hat sich die schleppende Erholung der chinesischen Konjunktur im März wohl fortgesetzt.  


Montag

Auf konjunktureller Seite

Auch in den USA dürfte sich die Stimmung der Industrieunternehmen im März etwas verbessert haben. Der ISM-Index für die Industrie sollte nach dem Rückgang im Vormonat wieder um etwa einen Punkt zugelegt haben (Feb.: 47,8). Die US-Unternehmen haben wohl auch von der etwas stärkeren Nachfrage aus China profitiert.


Dienstag

Auf konjunktureller Seite

In Deutschland könnte die Inflationsrate im März erstmals wieder auf 2% gesunken sein (Feb.: 2,5%). Preisdämpfend haben zuletzt u.a. niedrigere Energiepreise gewirkt. Überraschungspotenzial bieten durch die frühe Lage des Osterfestes die Preise für Pauschalreisen.   


Mittwoch

Auf konjunktureller Seite

Auch im Euro-Raum dürfte die Inflation im März weiter gesunken sein, allerdings weniger stark als in Deutschland (Feb.: 2,6%). Die Entwicklung der Arbeits-, Energie- und Materialkosten im März lässt einen monatlichen Anstieg der Kernteuerung um etwa 0,3% erwarten und damit einen nur leichten Rückgang der jährlichen Kerninflationsrate auf 3% (Feb.: 3,1%).   

In den USA dürften sich auch die Geschäftsaussichten im Dienstleistungsbereich nach dem leichten Rücksetzer im Vormonat wieder etwas erholt haben. Der ISM-Index für den Service-Sektor dürfte weiter auf eine robuste Nachfrage hindeuten (Feb.: 52,6). Im Fokus steht, ob die Unternehmen ihre Verkaufspreise erneut stärker angehoben haben als die Kosten gestiegen sind.


Freitag

Auf konjunktureller Seite

In Deutschland hat sich die Schwäche der Industrie im Februar wohl fortgesetzt. Die „harten“ Daten zum industriellen Auftragseingang dürften sich nach den starken Schwankungen in den letzten beiden Monaten wieder auf niedrigem Niveau eingependelt haben (Jan.: -11,3%). Die Verbesserung der Stimmungsindikatoren im März wird in den Daten noch nicht sichtbar werden.

In den USA dürfte der offizielle Arbeitsmarktbericht für März zeigen, dass sich der Stellenaufbau fortgesetzt hat, allerdings in moderaterem Tempo (Feb.: 275k). Vor allem aber könnten die Details zur Erwerbs- und Arbeitslosenquote bestätigen, dass ein Anstieg des Angebots an Arbeitskräften den Lohnauftrieb erneut begrenzt hat. Die Lohndynamik sollte nur leicht über dem niedrigen Vormonatswert gelegen haben (Feb.: +0,1%).


KW 14 in historischer Perspektive

Am 5. April 1933 unterzeichnete US-Präsident Franklin D. Roosevelt die Executive Order 6102 zum Verbot von privatem Goldbesitz. Begründung war, dass das „Horten“ von Gold die ökonomische Krise verstärken würde. Denn der US-Dollar war dem Goldstandard unterworfen und die Notenbank musste gewährleisten, dass die Währung stets zu einem festgelegten Kurs in Gold umgetauscht werden konnte. Der Handlungsspielraum der Fed war somit von der Menge Gold im Besitz der Zentralbank abhängig. Privates Gold musste bei staatlichen Annahmestellen innerhalb von 14 Tagen zu einem festen Preis von 20,67 US-Dollar pro Feinunze abgegeben werden. Ausnahme bildete Gold für industrielle Zwecke, Kunst oder Handwerk. Durch die Festlegung einer Freigrenze von 100 Dollar war der größte Teil der Bevölkerung vom Verbot nicht betroffen. Deshalb gab es kaum Widerstand. Am 31. Januar 1934 hob die Regierung den Goldpreis auf 35 Dollar je Feinunze an. Den Bürgern, die der Anordnung Folge leisteten, entging somit ein Aufwertungsgewinn von 69 Prozent. Allerdings lieferte nur ein Teil der Bevölkerung ihr Gold ab – nach Schätzungen etwa ein Drittel.


Unsere Autoren

Dr. Johannes Mayr
Dr. Johannes Mayr

Chefvolkswirt

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