
Der Wochenausblick auf KW 15. Der Iran-Krieg geht in die fünfte Woche, und die Sorgen und Hoffnungen auf Impulse durch die Energiepreise werden weiter das Geschehen dominieren. Die Frist von Trump zur Öffnung der Straße von Hormus endet. Die OPEC diskutiert Maßnahmen gegen die Öl-Knappheit. Auch in Deutschland steht das Thema im Mittelpunkt der Debatte. Datenseitig wird der Energiepreisanstieg erstmals auch in der US-Inflation deutlich sichtbar. In China bleibt der Preisdruck dagegen gering. Die ISM-Daten für die US-Dienstleister und die Industriedaten aus Deutschland geben Signale zur Stärke der Konjunktur. Geldpolitisch stehen Zinsentscheidungen u.a. in Polen, Peru, Südkorea und Indien an. Und vor 55 Jahren läutete ein Tischtennisspiel eine historische Wende in der Beziehung zweier Großmächte ein – vielleicht ein Vorbild für heutige Konflikte.
In den USA wird der ISM-Index zur Stimmung der Dienstleister im März veröffentlicht. Gemessen an dem überraschenden Anstieg des Index für die Industrie könnten sich die Geschäftsaussichten der Dienstleister nahe dem hohen Vormonatswert gehalten haben (Februar: 56,1 Punkte). Insgesamt zeigen sich die US-Unternehmen bislang wenig verunsichert durch den Krieg gegen den Iran und den Anstieg der Energiepreise. Und der Dienstleistungssektor bleibt die Stütze der Konjunktur.
Im Iran-Krieg endet die von US-Präsident Trump gesetzte Frist zur Öffnung der Straße von Hormus.
In Washington diskutieren die G-24 Finanzminister und Notenbank-Chefs im Vorfeld der Frühjahrestagung von IWF und Weltbank u.a. über mögliche Maßnahmen zur Dämpfung der Energiepreisanstiege.
Von der FED spricht Goolsbee.
Der EZB-Rat trifft sich zur jährlichen Klausurtagung.
In Deutschland werden die „harten“ Daten zur Industrie im Februar veröffentlicht. Der Auftragseingang dürfte zum Vormonat wieder gestiegen sein (Januar: -11,1%). In den Vormonaten hatten Sondereffekte durch hohe staatliche Aufträge im Verteidigungsbereich zu starken Schwankungen geführt. Mit den neuen Daten wird sich etwas klarer zeigen, ob der zugrunde liegende Trend noch nach oben zeigt.
Die FED veröffentlicht die Minutes zur Zinsentscheidung im März. Diese werden u.a. die Einschätzungen zu den Folgen des Iran-Kriegs und den KI-Effekten auf die Terminal Rate zeigen.
Die Notenbanken in Indien (aktuell: 5,25%) und Neuseeland (aktuell: 2,25%) werden auf ihren Aprilsitzungen ihren Leitzins wohl unverändert halten.
In Deutschland dürften auch die Industrieproduktion (Januar: -0,5%) und die Exporte (Januar: -1,5%) im Februar wieder etwas gestiegen sein. Insgesamt werden die Februardaten zur Industrie aber wohl nicht auf eine belastbare Aufwärtsbewegung hindeuten. Vielmehr bleibt die deutsche Konjunktur sehr verhalten und anfällig für Rückschläge. Die Reformforderungen dürften nochmals lauter werden.
In den USA dürfte die von der FED bevorzugte PCE-Kerninflationsrate im Februar wenig verändert bei 3,0% gelegen haben (Januar: 3,1%). Zum Vormonat dürfte das Preisplus bei etwa 0,4% gelegen haben (Januar: +0,4%). Darauf deuten die bereits veröffentlichten CPI- und PPI-Daten für Februar hin. Relevanter für die Kapitalmärkte ist aber die CPI-Inflationsrate für März am Freitag.
Von der EZB spricht Sleijpen.
Auch die Notenbank in Polen wird noch keine Zinsänderung vornehmen (aktuell: 3,75%).
In China dürfte die Inflationsrate im März wenig verändert bei etwa 1,3% gelegen haben. Auch ein leichter Rückgang ist möglich. Der Energiepreisanstieg ist bisher kaum bei den Verbrauchern angekommen. Die Teuerung der Erzeugerpreise dürfte dagegen deutlich zugelegt haben und erstmals seit Herbst 2022 wieder über der Nulllinie gelegen haben. Gleichwohl bleibt der Effekt des Krieges auf China bisher deutlich geringer als auf Europa und die USA.
In den USA dürfte die Inflationsrate im März deutlich auf über 3% gestiegen sein (Februar: 2,4%). Zum Vormonat dürften die Verbraucherpreise stark um fast 1% zugelegt haben. Die Benzinpreise sind in den USA infolge des Iran-Kriegs ähnlich stark wie in Europa gestiegen und sorgen für einen erheblichen Kaufkraftverlust der Haushalte. Die Kerninflationsrate hat sich dagegen wohl kaum verändert (Februar: 2,5%). In den kommenden Monaten werden sich die Energiepreise aber u.a. über höhere Transportpreise auch hier zeigen.
Das Verbrauchervertrauen der Uni-Michigan dürfte im April deutlich gesunken sein (März: 53,3 Punkte).
Von der EZB spricht de Guindos.
Auch die Notenbanken in Südkorea (aktuell: 2,5%) und Peru (aktuell: 4,25%) werden auf ihren Aprilsitzungen ihren Leitzins unverändert halten.
Am 10. April 1971 betrat das US-Tischtennisteam chinesischen Boden und läutete damit eine historische Wende in den Beziehungen zwischen Washington und Peking ein. Am Vorabend des Kalten Krieges war diese sportliche Geste mehr als nur ein freundschaftlicher Austausch – sie war der erste offizielle Kontakt zwischen den beiden verfeindeten Nationen seit über zwei Jahrzehnten. Am Ende der einwöchigen Reise hatte sich das Eis zwischen den Supermächten merklich aufgetaut, was den Weg für Präsident Nixons historischen Besuch im folgenden Jahr ebnete. Am Tischtennistisch wurde demonstriert, was Diplomaten jahrelang nicht geschafft hatten: einen Dialog zu eröffnen. Am bemerkenswertesten war, dass dieser Durchbruch nicht in Konferenzräumen, sondern beim Schmetterball entstand. Der entscheidende Moment ereignete sich eigentlich schon bei der Weltmeisterschaft in Nagoya wenige Tage zuvor. Der amerikanische Spieler Glenn Cowan verpasste seinen Mannschaftsbus und wurde vom chinesischen Team mitgenommen. Der chinesische Weltmeister Zhuang Zedong überreichte ihm spontan ein Seidengeschenk – eine Geste, die von Fotografen festgehalten wurde und in Peking für Furore sorgte. Mao Zedong sah darin eine Chance und lud kurzerhand das gesamte US-Team nach China ein. So wurde aus einer verpassten Busfahrt Weltgeschichte.