
Der Wochenausblick auf KW 17. Politisch stehen die Friedensverhandlungen im Nahen Osten und die Maßnahmen gegen die hohen Energiepreise im Fokus. Datenseitig werden die Frühindikatoren in Europa und die Einzelhandelsumsätze in den USA zeigen, wie sehr Unternehmen und Haushalte von den Preissteigerungen getroffen sind. Auf Seiten der Geldpolitik tritt Kevin Warsh als Kandidat für den FED-Chair vor dem Senat auf. Auf Unternehmensseite nimmt die Q1-Berichtssaison mit den Ergebnissen u.a. von Boeing, IBM und Tesla Fahrt auf und in Peking werden die Neuheiten im Bereich E-Mobilität präsentiert. Und vor 37 Jahren erblickte ein Gerät in Japan das Licht der Welt, welches den Markt für Unterhaltungselektronik revolutionierte.
In Bulgarien finden Parlamentswahlen statt.
Die FED geht in ihre Schweigeperiode vor der kommenden Zinsentscheidung am 29. April.
In China werden die Kreditzinsen der Banken (1- und 5-jährige Laufzeit) für April veröffentlicht (März: 3,0% / 3,5%). Angesichts der abwartenden Haltung der PBoC wird es keine Änderungen geben.
Auf den Philippinen findet das größte jährliche Manöver mit Beteiligung u.a. von US-Streitkräften statt.
In Deutschland werden die ZEW-Konjunkturerwartungen für April veröffentlicht (März: -0,5 Punkte). Nach dem Einbruch der Stimmung im Vormonat dürften die Sorgen vor den Folgen des Energiepreisschocks die Unsicherheit hochgehalten haben. Die jüngste Erholung der Börsen dürfte einen starken Einbruch aber verhindert haben.
In den USA werden die Einzelhandelsumsätze für März veröffentlicht (Februar: +0,6%). Die Daten werden zeigen, wie sehr die Eintrübung der Kauflaune auf die Umsätze durchgeschlagen hat. Nominal haben die hohen Benzinpreise wohl für einen kräftigen Anstieg der Umsätze an den Tankstellen gesorgt. In realer Rechnung könnte dagegen ein deutliches Minus unter dem Strich stehen.
Die zweiwöchige Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran läuft aus.
In den USA findet die Anhörung von Kevin Warsh als Kandidat für den FED-Vorsitz im Bankenausschuss des Senats statt. Sie dürfte Hinweise auf die künftige geldpolitische Ausrichtung und auf das Verhältnis zwischen FED und Regierung liefern.
Von der EZB sprechen u.a. Nagel und Kocher.
In der Berichtssaison zum ersten Quartal berichtet u.a.: GE.
Von der EZB sprechen u.a. Lagarde und Sleijpen.
Die Notenbanken in Indonesien (aktuell: 4,75%) und der Türkei (aktuell: 37%) werden ihre Leitzinsen auf ihren Aprilsitzungen wohl unverändert halten.
In der Berichtssaison zum ersten Quartal berichten u.a.: Boeing, IBM, Moody’s, ServiceNow und Tesla.
Im Euro-Raum werden die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für April veröffentlicht. Angesichts der Sorgen vor den Folgen des Energiepreisanstiegs ist für die Gesamtwirtschaft erstmals seit Herbst 2024 wieder ein Rückgang unter die 50er-Marke zu erwarten (März: 50,7 Punkte). Treiber ist insbesondere die Industrie, wo der Index deutlich fallen dürfte (März: 51,6). Auch für den Dienstleistungssektor ist ein Rückgang zu erwarten (März: 50,2). Insgesamt dürften die PMIs damit ein schwaches zweites Quartal und zunehmende Belastungen durch hohe Energiepreise signalisieren.
Auf einem informellen EU-Gipfel sprechen die Staats- und Regierungschefs u.a. über Maßnahmen gegen die Energiekrise.
Die EZB geht in ihre Schweigeperiode vor der kommenden Zinsentscheidung am 30. April.
Auch die Notenbank der Philippinen (aktuell: 4,25%) wird ihren Leitzins auf ihrer Aprilsitzung wohl unverändert halten.
In der Berichtssaison zum ersten Quartal berichten u.a.: American Express, Intel, Sanofi und SAP.
In Deutschland wird das Ifo-Geschäftsklima für April veröffentlicht. Auch hier ist ein weiterer Rückgang zu erwarten (März: 86,4 Punkte). Dabei dürfte insbesondere die Erwartungskomponente spürbar nachgeben, da Unternehmen mit anhaltend höheren Energiepreisen rechnen und die Politik kaum für Entlastung gesorgt hat. Auch in der Lagebeurteilung könnten erste Belastungseffekte sichtbar werden.
In den USA wird der finale April-Wert für das Michigan-Verbrauchervertrauen veröffentlicht (bisher: 47,6 Punkte). Die Zahlen dürften nochmals abwärtsrevidiert werden und damit einen historischen Tiefststand erreichen. Hintergrund ist v.a. der starke Anstieg der Benzinpreise, der die Kaufkraft der Haushalte erheblich belastet. Die Daten sind ein zentraler Grund für die verstärkten Friedensbemühungen der Trump-Administration.
Auf der Beijing Auto Show in Peking präsentieren die Hersteller neue Modelle und Mobilitätskonzepte. Der Fokus liegt auf den Neuerungen bei E-Antrieben.
In der Berichtssaison zum ersten Quartal berichtet u.a.: Procter&Gamble.
Am 21. April 1989 wurde von Nintendo in Japan der Game Boy eingeführt. Er kostete etwa 90 US-Dollar. Zwar gab es bereits zuvor tragbare Geräte wie Game & Watch oder frühe Modulsysteme. Doch erst der Game Boy kombinierte wechselbare Spiele, lange Batterielaufzeit und ein skalierbares Ökosystem. Trotz technisch überlegener Konkurrenz setzte er sich durch und verkaufte sich weltweit über 118 Millionen Mal, mit einem Marktanteil von zeitweise über 70 % im Handheld-Segment. Der Erfolg zeigte, dass nicht maximale Hardwareleistung, sondern Preis, Nutzererlebnis und Inhalte über Marktdominanz entscheiden. Nintendo legte Tetris bewusst jedem Gerät bei – viele Käufer wollten eigentlich das Spiel und bekamen die Konsole dazu, was den Game Boy zum Prototyp eines „System-Seller“-Erfolgs machte.