24.04.2026

Der Wochenausblick auf KW 18 2026

Der Wochenausblick auf KW 18. Die Woche von Big Tech und der Notenbanken. FED, EZB, BoJ und BoE werden ihr Zinspulver auf ihren Aprilsitzungen wohl weiter trocken halten und ihre Einschätzungen für die Inflations- und Konjunkturrisiken durch die Blockade der Lieferketten aktualisieren. Datenseitig stehen die Q1-BIP Ergebnisse aus den USA und Europa sowie die Euro-Inflation für April und Stimmungsindikatoren aus China im Fokus. In der Berichtssaison legen die Big-Techs ihre Q1-Ergebnisse vor. Und vor 52 Jahren begann in Portugal der Sturz der Diktatur mit ein paar Nelken. 


Montag

Konjunktur

In China dürften die Umsätze in der Industrie im März ihr hohes Wachstumstempo gehalten haben (Februar: +15,2% zum Vorjahr). Allerdings überzeichnet das Ergebnis die zu Grunde liegende Dynamik durch den deutlichen Anstieg der Erzeugerpreise. Dennoch bleibt die Industriedynamik auch in den kommenden Monaten wohl hoch.  

Politik

Im Krieg zwischen Israel und dem Libanon endet die ursprüngliche 10-tägige Waffenruhe.  

Unternehmen

In der Berichtssaison zum ersten Quartal berichtet u.a.: Deutsche Börse

In Kalifornien beginnt der Prozess über Klagen von Elon Musk gegen OpenAI.  


Dienstag

Konjunktur

In den USA wird das Verbrauchervertrauen des Conference Boards veröffentlicht. Anders als die Michigan-Umfrage war der Index zuletzt gestiegen. Im April ist nun aber ein Rücksetzer sehr wahrscheinlich (März: 91,8 Punkte). Denn die Benzinpreise liegen unverändert fast 40% über dem Niveau vor Ausbruch des Krieges gegen den Iran und nagen an der Kaufkraft der US-Konsumenten. 

Geldpolitik 

Die Bank of Japan wird auf ihrer April-Sitzung ihren Leitzins wohl unverändert halten (aktuell: 0,75%). Der anhaltend hohe Lohndruck, der schwache Yen und die Aufwärtsrisiken für die Inflation durch den Iran-Krieg sprechen zwar für weitere Zinsanhebungen. Angesichts der Unwägbarkeiten über Dauer und Folgen des Kriegs dürfte die BoJ aber ihr Pulver zunächst trocken halten. Gleichwohl könnten einige Ratsmitglieder bereits auf dieser Sitzung für eine Zinsanhebung votieren. 

Die Notenbanken in Ungarn (aktuell: 6,25%) und Chile (aktuell; 4,5%) werden ihre Leitzinsen auf ihren Aprilsitzungen wohl nicht verändern. 

Unternehmen

In der Berichtssaison zum ersten Quartal berichten u.a.: BP, Booking, BYD, CocaCola, GM, Novartis, Spotify und Visa. 


Mittwoch

Konjunktur

In Deutschland wird die Inflationsrate für April veröffentlicht. Die Verbraucherpreise dürften zum Vormonat erneut kräftig gestiegen sein, wenn auch nicht ganz so stark wie zuletzt (März; +1,1%). Hintergrund ist der weitere Anstieg der Öl- und Benzinpreise. Die Energiepreise hatten erst zur Monatsmitte mit den Zeichen in Richtung eines Waffenstillstands ihren Hochpunkt überschritten. Mit den Aprildaten dürfte die jährliche Inflationsrate auf 3% gestiegen sein (März: +2,6%).  

Geldpolitik 

Auch die FED wird auf ihrer Aprilsitzung erneut keine Veränderung der Leitzinsen beschließen (aktuell – Obergrenze: 3,75%). Im Fokus steht, ob sich die Abwägung zwischen Inflations- und Konjunkturrisiken durch den Energiepreisanstieg verschoben hat. Einzig Stephen Miran wird wohl wieder für eine Zinssenkung stimmen. Gegen einen solchen Schritt spricht neben dem Aufwärtsdruck auf die Inflation durch die Energiepreise aber auch die jüngste Stabilität der Arbeitsmarktdaten. Im Fokus wird auch stehen, wie sich FED-Chair Powell zu seinem Verbleib in der Phase des wohl weiter zähen Nominierungsprozesses seines Nachfolgers Warsh äußern wird. Turnusmäßig wäre die Aprilsitzung die Letzte unter der Leitung von Powell.   

Für weiterhin unveränderte Leitzinsen werden auch die Notenbanken in Kanada (aktuell: 2,25%) und Brasilien (aktuell; 14,75%) votieren. 

Unternehmen

In der Berichtssaison zum ersten Quartal berichten u.a.: Adidas, ADP, Alphabet, Meta, Microsoft, Qualcomm und Santander.

In Japan bleiben die Börsen feiertagsbedingt geschlossen


Donnerstag

Konjunktur

In China werden die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für April veröffentlicht. Anders als im Euro-Raum haben sich die Geschäftsaussichten der Unternehmen durch den Iran-Krieg wohl nur leicht eingetrübt. Die Indizes für die Industrie (März: 50,4 Punkte) und die Dienstleister (März: 50,1 Punkte) dürften nahe ihren Vormonatswerten gelegen haben. Die chinesische Wirtschaft hat zuletzt positiv überrascht und ist – laut offiziellen BIP-Daten – dynamischer in das Jahr 2026 gestartet als erwartet. Im Fokus steht, ob auch im April vor allem die exportorientierte Industrie die Wirtschaft getragen hat und ob sich Zeichen einer Belebung der inländischen Konsumnachfrage zeigen.  

Im Euro-Raum werden die Q1-BIP Ergebnisse veröffentlicht. Die Wirtschaftsleistung dürfte zum Vorquartal erneut um 0,2% gestiegen sein (Q4: +0,2%). Die Daten überzeichnen aber wohl die unterliegende Stärke der Konjunktur. Denn insbesondere in Deutschland geht der Anstieg des BIP wohl überwiegend auf eine stärkere Nachfrage des Staates zum Ausbau von Infrastruktur und Verteidigung zurück. Und die Nachhaltigkeit der Erholung in Spanien und Italien steht mit dem Auslaufen der EU-Infrastrukturfinanzierungen zunehmend in Frage. Zudem könnte der Iran-Krieg für eine negative Überraschung beim Konsum und im Außenhandel gesorgt haben. 

Die Inflationsrate dürfte im April – ähnlich wie in Deutschland – nochmals spürbar auf fast 3% gestiegen sein (März: +2,6%). Relevanter ist aber, ob die Kerninflationsrate ebenso zugelegt hat (März: +2,3%). Hier ist sogar ein Rückgang möglich, der den Druck auf die EZB kurzfristig deutlich mindern würde und zu einer Rücknahme der noch verbliebenen Zinsanhebungserwarten führen könnte. 

Auch in den USA werden die Q1-BIP Ergebnisse und neue Daten zur Inflation veröffentlicht. Die Wirtschaftsleistung dürfte zum Vorquartal um etwa 2% gestiegen sein (annualisiert, Q4: +0,5%). Erneut haben wohl vor allem die hohen Investitionen im Technologiesektor die inländische Nachfrage gestützt. Der Anstieg der Benzinpreise hat die Konsumnachfrage dagegen wohl weiter gebremst. 

Die für die FED besonders relevante PCE-Kerninflationsrate dürfte im März nur moderat gestiegen sein und der FED Rückendeckung für eine weiterhin abwartende Geldpolitik geben. Auch der Arbeitskostenindex (ECI) hat im ersten Quartal wohl nur moderat zugelegt (Q4: +0,7%) und spricht damit gegen einen starken Kostendruck über den Arbeitsmarkt. 

Geldpolitik 

Auch die EZB wird auf ihrer April-Sitzung keine Zinsänderung beschließen (aktuell: 2,0%). Die Inflationsprognose dürfte bestätigt werden und die EZB sich weiter in dem im März vorgestellten Basisszenario sehen, in dem eine rasche Zinswende durch den Iran-Krieg nicht notwendig ist. Allerdings sind marktseitig weiterhin zwei Zinsanhebungen bis Jahresende gepreist und die Inflationserwartungen von Haushalten und Unternehmen tendieren dennoch nach oben. Deshalb wird die EZB bemüht sein, den aktuellen Grad der geldpolitischen Erwartungen nicht zu sehr zurückzudrängen.  

Auch die Bank of England (BoE) wird ihren Leitzins auf ihrer Aprilsitzung unverändert halten (aktuell: 3,75%). 

Unternehmen

In der Berichtssaison zum ersten Quartal berichten u.a.: Amazon, Apple, BASF, BNP, Caterpillar, EliLilly, Masercard, Merck, Samsung und Volkswagen.


Freitag

Konjunktur

In Japan lag die Kerninflationsrate im Raum Tokio im April wohl unverändert bei 2,3%. Die Headline-Rate dürfte allerdings durch den Anstieg der Energiepreise um etwa 0,3 Prozentpunkte auf 1,7% gestiegen sein.

In den USA wird der ISM-Index für die Industrie veröffentlicht (März: 52,7 Punkte). Die US-Unternehmen hatten zuletzt überraschend positive Geschäftsaussichten berichtet. Ein Rückgang ist zwar wahrscheinlich. Insgesamt bleibt die US-Wirtschaft durch ihren Status als Netto-Energieexporteur durch den Anstieg der Energiekosten aber weniger stark betroffen als die Wirtschaft in Europa. 

Politik

In China tritt die umfangreiche Zollfreiheit für Exporte aus 53 afrikanischen Ländern in Kraft, mit denen das Land diplomatische Beziehungen unterhält. 

Unternehmen

In der Berichtssaison zum ersten Quartal berichten u.a.: Chevron, Exxon und Linde.


KW 18 in historischer Perspektive

Am 25. April 1974 begann in Portugal die Nelkenrevolution und führte nahezu unblutig zum Sturz der autoritären Diktatur, die unter António de Oliveira Salazar aufgebaut und zuletzt von Marcelo Caetano weitergeführt wurde. Auslöser waren wirtschaftliche Stagnation, kostspielige Kolonialkriege und wachsender Widerstand – insbesondere auch unter Studenten an der Universität Coimbra und jungen Offizieren, die Reformen forderten. Mit dem Machtwechsel öffnete sich Portugal politisch und wirtschaftlich und legte den Grundstein für den Beitritt zur Europäischen Gemeinschaft 1986. Die Integration brachte Kapitalzuflüsse, Modernisierung und eine stärkere Einbindung in den europäischen Binnenmarkt. Zu Beginn der Revolution steckten Zivilisten den Soldaten Nelken in die Gewehrläufe – ein Symbol für den friedlichen Charakter des Umsturzes. 


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