04.05.2026

Der Wochenausblick auf KW 19 2026

Der Wochenausblick auf KW19. Datenseitig stehen der US-Arbeitsmarktbericht für April sowie die US-Stimmungsindikatoren für die Haushalte und die Dienstleister im Fokus. In Deutschland werden die Märzdaten zur Industrie veröffentlicht. Geldpolitisch stehen Zinsentscheidungen u.a. in Schweden, Norwegen und Australien auf der Agenda. In der Berichtssaison legen u.a. NovoNordisk, BioNTech und Paypal die Q1-Ergebnisse vor. Und vor 47 Jahren wurde Margaret Thatcher zur Premierministerin in UK gewählt und leitete mit Deregulierung und Privatisierung einen tiefgreifenden wirtschaftlichen Umbau ein, dessen Folgen bis heute nachwirken.


Samstag/Sonntag

Politik

Die OPEC+ diskutiert erstmals nach der Ankündigung des Ausstiegs von VAE über weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Angebotslage.

Unternehmen

In der Berichtssaison zum ersten Quartal berichtet Berkshire Hathaway.


Montag

Politik

In Armenien diskutieren Staats- und Regierungschefs aus 48 Ländern (darunter der EU-Staaten und Kanada) auf dem Gipfel der Europäischen Politischen Gemeinschaft über die geostrategischen Herausforderungen.

Geldpolitik

Von der FED spricht Williams.

Von der EZB sprechen u.a. de Guindos, Nagel und Kocher.

Unternehmen

In der Berichtssaison zum ersten Quartal berichtet u.a.: Palantir.

In Japan und UK bleiben die Börsen feiertagsbedingt geschlossen.


Dienstag

Konjunktur

In den USA dürfte sich die Stimmung im Dienstleistungssektor im April nur leicht eingetrübt haben. Der ISM-Index für die Dienstleister sollte nahe seines Vormonatswertes gelegen haben (März: 54,0 Punkte). Der starke Anstieg der Energiepreise und das geringe Tempo der Beschäftigungsentwicklung belasten zwar die Kaufkraft der Haushalte. Der zunehmende Einsatz von KI stützt aber die Ertragslage der Unternehmen. Insgesamt bleibt der Stimmungsindikator damit auf seinem seit Herbst 2025 begonnen Erholungstrend.

Geldpolitik 

Die Notenbank in Australien (RBA) dürfte auf ihrer Maisitzung ihren Leitzins erneut anheben (aktuell: 4,1%). 

Von der FED spricht Barr.

Von der EZB spricht Panetta.

Unternehmen

In der Berichtssaison zum ersten Quartal berichten u.a.: Arista, BioNTech, Emerson, HSBC, PayPal, Pfizer und Shopify. 


Mittwoch

Politik

Das US-Finanzministerium legt den vierteljährlichen Finanzierungsplan für die Regierung vor. 

Geldpolitik

Die Notenbank in Polen wird auf ihrer Maisitzung ihren Leitzins unverändert halten (aktuell: 3,75%). 

Von der FED sprechen Goolsbee und Musalem.

Von der EZB spricht Lane.

Unternehmen

In der Berichtssaison zum ersten Quartal berichten u.a.: Equinor, NovoNordisk, Uber und Walt Disney.


Donnerstag

Konjunktur

In Deutschland dürfte der Auftragseingang in der Industrie im März nochmals gestiegen sein (Februar: +0,9%). Bereits im Vormonat hatten starke Bestellungen der öffentlichen Hand vor allem im Verteidigungs- und Infrastrukturbereich die Nachfrage gestützt. Die Folgen des Iran-Kriegs und der Energiepreisanstiege dürften sich erst ab April in den Daten zeigen. 

Politik

In UK finden Kommunalwahlen in England, Wales und Schottland statt. 

Geldpolitik 

Die Notenbanken in Norwegen (aktuell: 4,0%), Schweden (aktuell: 1,75%) und Tschechien (aktuell: 3,5%) werden auf ihren Maisitzungen die Leitzinsen wohl unverändert halten. Die Notenbank in Mexiko könnte eine weitere Zinssenkung beschließen (aktuell: 6,75%). 

Von der FED sprechen Williams und Hammack.

Von der EZB sprechen Lane, Schnabel, de Guindos, Elderson und Villeroy de Galhau.  

Unternehmen

In der Berichtssaison zum ersten Quartal berichten u.a.: Airbnb, Legrand, McDonalds, MercadoLibre, Rheinmetall und Shell.


Freitag

Konjunktur

Die deutsche Industrieproduktion hat sich zum Vormonat wohl erneut wenig verändert (Februar: -0,3%). Denn die umfangreichen staatlichen Großaufträge haben eine lange Produktionszeit und tauchen damit erst mit Verzögerung in den Daten auf. 

Dagegen könnten die März-Daten zu den deutschen Warenexporten schwach ausfallen. Im Vormonat hatten die Ausfuhren ungewöhnlich stark zugelegt (Februar: +3,6%). Ein Rücksetzer ist deshalb wahrscheinlich. Darüber hinaus bleibt die Lage in den wichtigen Absatzmärkten USA und China durch die zunehmend aggressiven Handelspolitiken auch perspektivisch sehr schwierig.

Der US-Arbeitsmarktbericht für April wird mit Spannung erwartet. Nach dem überraschend starken Anstieg der Beschäftigung im Vormonat (März: +178k) scheint ein nur moderates Stelleplus von etwa 50k realistisch. Die Arbeitslosenquote (März: 4,3%) und die Lohndynamik (März: +0,2% zum Vm.) dürften dagegen ähnlich wie im Vormonat ausfallen. Gegen einen Einbruch am Arbeitsmarkt spricht weiterhin die bis zuletzt relativ optimistische Einschätzung der Unternehmen zur Geschäftslage. Wichtiger ist aber der Blick in die Sektoren, der zeigen wird, wie stark und in welchen Wirtschaftsbereichen Beschäftigung durch den Einsatz neuer Technologie ersetzt wird.  

Das Michigan-Verbrauchervertrauen dürfte dennoch ein neues historisches Tief markieren (April: 49,8 Punkte). Die hohen Energiepreise belasten die Kaufkraft und damit die Stimmung der Haushalte zunehmend. Rasche Entlastungen stehen derzeit nicht im Fokus der US-Administration.

Politik

Auf den Philippinen beginnt der ASEAN Gipfel.

Geldpolitik

Von der FED sprechen Bowman, Waller, Daly und Goolsbee.

Unternehmen

In der Berichtssaison zum ersten Quartal berichtet u.a.: Toyota


KW 19 in historischer Perspektive

Am 4. Mai 1979 wurde Margaret Thatcher zur britischen Premierministerin gewählt und leitete eine tiefgreifende wirtschaftspolitische Wende ein. Mit Privatisierungen, Deregulierung und einer strikten Inflationsbekämpfung brach sie bewusst mit dem bis dahin dominierenden staatsorientierten Wirtschaftsmodell. Der Preis war hoch: Deindustrialisierung, steigende Arbeitslosigkeit und wachsende Ungleichheit prägten die 1980er-Jahre. Viele traditionelle Industrien verschwanden dauerhaft, während London zum dominierenden Finanzzentrum aufstieg – ein Strukturwandel, der bis heute nachwirkt. Ihr Kurs prägte nicht nur Großbritannien, sondern wurde zum Vorbild für marktwirtschaftliche Reformen in vielen Industrieländern. Eine bekannte Anekdote: Als sie für ihre kompromisslose Haltung kritisiert wurde, soll Thatcher gesagt haben: „The lady’s not for turning“ – ein Satz, der ihren Führungsstil bis heute symbolisiert. Der Bezug zu heute liegt darin, dass die Grundfragen ihrer Politik – Staat vs. Markt, Regulierung vs. Freiheit – in Zeiten hoher Staatsverschuldung und wirtschaftlicher Transformation erneut im Zentrum stehen.


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