
Der Wochenausblick auf KW 20. US-Präsident Trump und Chinas Staatschef Xi treffen sich in Peking. In den USA übernimmt Kevin Warsh die Rolle als FED-Chair und in Ungarn tritt der neue Premier sein Amt an. Datenseitig stehen die Inflationsraten in den USA und China sowie die US-Einzelhandelsumsätze im Fokus. In der Berichtssaison legen die großen chinesischen Tech-Konzerne sowie Siemens und die deutschen Versorger die Q1-Ergebnisse vor. Und vor 93 Jahren führte US-Präsident Roosevelt mit einem New-Deal-Gesetz eine der bis heute zentralen Stützungsideen für die Landwirtschaft ein, die in Deutschland und der EU bis heute nachwirkt.
In China werden die Daten zum Außenhandel im April veröffentlicht. Das Wachstum der Exporte (März: 2,5%) und der Importe (März: 27,8%) dürfte erneut robust ausgefallen sein. Im Exportgeschäft haben die Lieferungen nach Europa und die asiatischen Nachbarländer die Probleme im Handel mit den USA und die Störungen durch den Iran-Krieg wohl erneut überkompensiert.
In Russland finden die Feierlichkeiten zum Ende des 2. Weltkriegs statt. Präsident Putin hat harte Reaktionen im Fall von Störungen durch ukrainische Angriffe angekündigt.
In Ungarn übernimmt Peter Magyar als neuer Premierminister die Amtsgeschäfte seines Vorgängers Orban.
In China ist die Inflationsrate wohl auch im April leicht gestiegen (März: 1,0%). Die Erzeugerpreise könnten zwar etwas stärker zugelegt haben (März: +0,5%). Aber anders als in Europa und den USA bleibt der Effekt des Anstiegs der Ölpreise auf die Wirtschaft bisher sehr moderat. Hintergrund sind u.a. die hohen Ölreserven des Landes und die Importmöglichkeiten von russischem Öl.
US-Finanzminister Bessent trifft bei einem Besuch in Japan u.a. Premierministerin Takaichi. Im Fokus stehen dabei etwaige Signale zur volatilen Wechselkursentwicklung in den vergangenen Wochen.
Im US-Senat findet die Abstimmung über Kevin Warsh als neuer FED-Chair statt (bis Ende der Woche). Er dürfte mit der republikanischen Mehrheit bestätigt werden und damit ab Freitag – dem offiziellen Ende der Amtszeit von Chair Powell – die Leitung des FOMC übernehmen. Im Fokus steht, inwiefern er bereits kurzfristig Signale zum künftigen geldpolitischen Kurs geben wird. Zuletzt hat sich das FOMC klar gegen die von US-Präsident Trump geforderten raschen Zinssenkungen positioniert. Erwartet wird, dass Warsh einen Abbau der Bilanz der FED in Aussicht stellt. Zuletzt hat die FED allerdings wieder in größerem Volumen US-Staatsanleihen in die Bilanz genommen.
In den USA ist die Inflationsrate (CPI) im April dagegen wohl weiter auf 3,8% gestiegen (März: 3,3%). Die Benzinpreise haben nochmals um etwa 6% zum Vormonat zugelegt und liegen damit rund 50% über dem Vorkriegsniveau. Auch die Kerninflationsrate hat sich im April wohl weiter nach oben bewegt (März: 2,6%). Neben Preissteigerungen bei energieintensiven Dienstleistungen hat dabei auch ein statistischer Effekt bei Mieten eine Rolle gespielt.
Der NFIB-Index wird zeigen, ob sich die Stimmung der kleinen und mittleren Unternehmen im April weiter eingetrübt hat (März: 95,8 Punkte). Zuletzt war der Index – im Gegensatz zu den Stimmungsindikatoren für die großen US-Unternehmen – deutlich gesunken.
Von der FED spricht Goolsbee.
Von der EZB spricht Dolenc.
In der Berichtssaison zum ersten Quartal berichten u.a.: Bayer, Constellation Software, JD, MunichRe und Siemens Energy.
In den USA sind auch die Erzeugerpreise im April wohl weiter gestiegen und liegen damit wohl bereits 5% über Vorjahr (März: 4,0%).
In UK präsentiert König Charles III im Rahmen der „King’s Speech“ die politische Agenda der Regierung für die kommenden Monate.
Von der FED sprechen Kashkari und Collins.
In der Berichtssaison zum ersten Quartal berichten u.a.: Alibaba, Allianz, Cisco, E.ON, RWE, Siemens und Tencent.
Der US-Konsum dürfte sich im April weiter verlangsamt haben. Die Einzelhandelsumsätze haben zwar wohl erneut zugelegt, allerdings deutlich weniger stark als im Vormonat (März: +1,7%). Vor allem aber ist der Umsatzanstieg ausschließlich auf Preissteigerungen infolge der hohen Energiekosten zurückzuführen. Die realen Umsätze könnten sogar gesunken sein.
US-Präsident Trump und Chinas Staatschef Xi treffen sich in Peking. Im Fokus des Gipfels stehen die künftigen wirtschaftlichen Beziehungen beider Mächte und vor allem der Wettstreit über die Dominanz bei kritischen Rohstoffen und Technologien sowie im globalen Handel.
Von der FED sprechen Hammack und Barr.
In den USA endet offiziell die Amtszeit von Jerome Powell als FED-Chair. Powell hat zuletzt angekündigt bis auf Weiteres als „einfaches“ FOMC-Mitglied im Amt zu bleiben, solange der politische und juristische Druck auf die Notenbank unangemessen hoch bleibt.
Am 12. Mai 1933 unterzeichnete Franklin D. Roosevelt den Agricultural Adjustment Act, eines der zentralen New-Deal-Gesetze zur Stabilisierung der US-Landwirtschaft in der Großen Depression. Der Staat zahlte Farmern Prämien dafür, Anbauflächen zu reduzieren und Viehbestände zu begrenzen, um das Überangebot zu senken und die kollabierten Agrarpreise zu stützen. Das war politisch umstritten, weil in einer Zeit großer Armut Lebensmittelproduktion bewusst gedrosselt wurde – eine bekannte Anekdote ist die Vernichtung von Millionen Ferkeln, während viele Amerikaner Hunger litten. Die Grundidee wirkt bis heute nach: Auch moderne Agrarpolitik arbeitet mit Subventionen, Versicherungsprogrammen, Preisstützung und Flächenstilllegung, etwa um Einkommen zu stabilisieren oder Umweltziele zu fördern. Der Unterschied zu heute liegt vor allem darin, dass Agrarpolitik stärker mit Klima-, Handels- und Ernährungssicherheit verknüpft ist – aber der zentrale Zielkonflikt bleibt derselbe: Marktpreise, Versorgung und bäuerliche Einkommen zugleich zu stabilisieren.