15.05.2026

Der Wochenausblick auf KW 21 2026

Der Wochenausblick auf KW 21. Die Woche von Nvidia. Nvidia legt den Q1-Bericht vor – der zentrale Test für die Euphorie um KI und die Halbleiter. Auf politischer Seite verarbeitet der Markt die Ergebnisse des Gipfels zwischen Trump und Xi. Datenseitig zeigen die Frühindikatoren aus Europa, wie stark sich die Aussichten durch den Energiepreisanstieg eingetrübt haben. Auch aus China und Japan gibt es neue Datenimpulse. Und vor 59 Jahren markierte die „Mitteilung vom 16. Mai“ den offiziellen Beginn der chinesischen Kulturrevolution, die Wirtschaft und Gesellschaft in China jahrelang erschütterte.


Samstag/Sonntag

Politik

Im Krieg im Nahen Osten endet der Waffenstillstand zwischen Israel und dem Libanon


Montag

Konjunktur

In China werden die Aprildaten zum Einzelhandelsumsatz und der Industrieproduktion veröffentlicht. Die Industrieproduktion dürfte ähnlich stark gestiegen sein wie im Vormonat (März: 5,7%). Hier stützt weiterhin das starke Exportgeschäft die Produktionstätigkeit. Der Einzelhandelsumsatz wird zeigen, ob der Konsum – wie von der Regierung avisiert – etwas mehr Dynamik gewonnen hat (März: 1,7%). Dabei stehen sich weiterhin die Steigerung der Kaufkraft durch die Aufwertung der Währung und die Unsicherheit und erhöhte Sparneigung durch die andauernde Schwäche am Immobilienmarkt gegenüber.  

In den USA werden die Daten zum Immobilienmarkt zeigen, inwiefern der Anstieg der längerfristigen Zinsen und der Energie- und Baustoffpreise im Zuge des Irankriegs die Stimmung von Entwicklern sowie die Bautätigkeit belastet haben. Der NAHB-Index dürfte im Mai nahe seines niedrigen Vormonatswertes gelegen haben (März: 34 Punkte). Auch die Wohnungsbaubeginne und Baugenehmigungen dürften im April schwach ausgefallen sein (Veröffentlichung am Do.). 

Geldpolitik

Die G7-Finanzminister und Notenbankchefs treffen sich in Paris und diskutieren u.a. über die globalen Handelsungleichgewichte und die Wechselkursentwicklungen.

Unternehmen

In der Berichtssaison zum ersten Quartal berichten u.a.: Baidu und Ryanair.


Dienstag

Konjunktur

In Japan wird das BIP-Ergebnis für das erste Quartal veröffentlicht. Die Wirtschaftsleistung dürfte um 0,5% zum Vorquartal und damit etwas deutlicher als zuletzt zugelegt haben (Q4: +0,3%). Der schwache Yen hat den Export gestützt. Gleichzeitig stärkt die zunehmende Lohndynamik die Kaufkraft im Inland. Ein starkes Ergebnis würde die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Zinsanhebung im Juni erhöhen. Gleiches gilt für einen weiteren Anstieg der Inflation. Die Kerninflation dürfte im April unverändert bei 1,8% gelegen haben und damit in Richtung eines nachhaltig höheren Preisdrucks zeigen (Veröffentlichung am Freitag).

Politik 

In sechs US-Bundesstaaten finden Vorwahlen (Primaries) für die Zwischenwahl zum Kongress im Herbst statt, u.a. in Pennsylvania und Georgia. 

Geldpolitik 

Von der FED spricht Paulson.

Von der EZB sprechen Makhlouf und Lane.

Unternehmen

In Mountain View beginnt die jährliche Entwicklerkonferenz von Google.

In der Berichtssaison zum ersten Quartal berichtet u.a.: Home Depot


Mittwoch

Geldpolitik

Die FED veröffentlicht die Minutes zur Zinsentscheidung am 29. April. 

Die Notenbank in Indonesien wird ihren Leitzins auf der Maisitzung wohl unverändert halten (aktuell: 4,75%).

Unternehmen

In der Berichtssaison zum ersten Quartal berichten u.a.: Nvidia und Target.


Donnerstag

Konjunktur

Im Euro-Raum werden die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für Mai veröffentlicht. Der Index für die Gesamtwirtschaft dürfte nochmals leicht gesunken sein und damit eine rückläufige Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal signalisieren (April: 48,8 Punkte). Dabei dürfte sich die Stimmung der Unternehmen sowohl in der Industrie (April: 52,2 Punkte) als auch bei den Dienstleistern (April: 47,6 Punkte) eingetrübt haben. Hintergrund sind die stark erhöhten Energiepreise, die Sorgen vor kommenden Zinsanhebungen durch die EZB und die zunehmenden Zweifel an wirtschaftspolitischen Impulsen. 

Politik

Die EU-Kommission veröffentlicht ihre Frühjahrsprognose zur Wachstums- und Haushaltsentwicklung in den Mitgliedsstaaten. 

Geldpolitik 

Von der EZB spricht Villeroy de Galhau.

Unternehmen

In der Berichtssaison zum ersten Quartal berichten u.a.: Walmart und Zoom.


Freitag

Konjunktur

In Deutschland dürfte auch der ifo Geschäftsklimaindex im Mai gesunken sein (April: 84,4 Punkte). Der dritte Rückgang in Folge dürfte durch eine Eintrübung der Aussichten in allen Sektoren getrieben sein. 

Geldpolitik

Von der EZB sprechen Vujcic, Muller und Kazimir. 


KW 21 in historischer Perspektive

Am 16. Mai 1966 verabschiedete das Politbüro der Kommunistischen Partei Chinas die sogenannte „Mitteilung vom 16. Mai“, die als offizieller Startpunkt der Kulturrevolution gilt. In dem Dokument wurde behauptet, „bürgerliche“ und „revisionistische“ Kräfte hätten Partei, Staat, Armee und Kultur infiltriert – damit erhielt Mao Zedong die ideologische Rechtfertigung, politische Gegner und bestehende Institutionen anzugreifen. Die Folgen waren dramatisch: Schulen und Universitäten wurden geschlossen, Millionen Menschen wurden verfolgt, öffentliche Demütigungen und Gewalt breiteten sich aus, und Verwaltung sowie Produktion gerieten zeitweise massiv aus dem Gleichgewicht. Wirtschaftlich war die Kulturrevolution ein schwerer Rückschlag, weil Bildung, Forschung, Unternehmensführung und industrielle Planung unter politischen Kampagnen litten. Bis heute bleibt die „Mitteilung vom 16. Mai“ ein Beispiel dafür, wie eine politische Mobilisierung gegen angebliche innere Feinde Institutionen zerstören und langfristig Innovations- und Wachstumspotenzial schwächen kann.


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