
Der Wochenausblick auf KW 22. Die Q1-Berichtssaison neigt sich dem Ende zu mit Ergebnissen u.a. von großen US-Softwareunternehmen wie Salesforce. Politisch stehen Vorwahlen in den USA und die Friedensverhandlungen im Iran im Fokus. Neue Inflationsdaten aus Japan, Deutschland und den USA geben die Richtung für die Leitzinserwartungen vor. Die Zinsentscheidungen in Südkorea, Ungarn und Südafrika bieten wenig Überraschungspotenzial. Und vor 130 Jahren wurde der Dow Jones Index erstmals veröffentlicht und zeigt bis heute die Richtung des amerikanischen Aktienmarkts an – mit Vor- und Nachteilen.
In Zypern finden Parlamentswahlen statt.
In den USA und Teilen Europas bleiben die Börsen feiertagsbedingt geschlossen.
In Mekka beginnt der diesjährige Hadsch, die Pilgerreise für Musliminnen und Muslime.
In den USA unterzieht sich Präsident Trump erneut medizinischen Checks im Walter-Reed-Krankenhaus.
In Texas finden Primaries (Vorwahlen) zur Kongresswahl im Herbst statt.
Die Notenbank in Ungarn wird auf ihrer Mai-Sitzung ihren Leitzins weiter unverändert halten (aktuell: 6,25%).
In der Berichtssaison zum ersten Quartal berichtet u.a.: Xiaomi.
In China dürften die Gewinne der Industrieunternehmen im April weiter zugelegt und fast 20% über Vorjahr gelegen haben (März: 15,8%). Der Anstieg der Erzeugerpreise, die robusten Exportaufträge und eine starke Nachfrage im Technologiesektor haben die Entwicklung getrieben und die schwächere Nachfrage aus anderen Sektoren überkompensiert.
Auch die Notenbank in Neuseeland wird ihren Leitzins weiter unverändert halten (aktuell: 2,25%).
In der Berichtssaison zum ersten Quartal berichten u.a.: Agilent, Salesforce und Snowflake.
In den USA werden die Konsum- und Industriedaten für April bestätigen, dass sich die Wirtschaft weiter in einer Phase des inflationären Wachstums befindet. Die Auftragseingänge langlebiger Güter wie auch die privaten Konsumausgaben dürften zum Vormonat erneut spürbar zugelegt haben (März: +0,8 bzw. +0,9%). Die nominale Entwicklung wird dabei aber stark durch Preisanstiege getrieben. Die PCE-Kerninflationsrate dürfte unverändert bei 3,2% und damit deutlich über dem Zielbereich der FED gelegen haben.
In Kasachstan findet das Eurasien Wirtschaftsforum statt u.a. mit Russlands Präsident Putin.
Auch die Notenbank in Südkorea wird keine Änderung des Leitzinses beschließen (aktuell: 2,5%).
Die Notenbank in Südafrika könnte ihren Leitzins dagegen erstmals wieder anheben (aktuell: 6,75%).
Die EZB veröffentlicht die Protokolle zur Zinsentscheidung im April.
Von der FED spricht Williams.
Von der EZB sprechen Lane, Schnabel und Cipollone.
In der Berichtssaison zum ersten Quartal berichtet u.a.: Dell.
In Japan dürfte die Inflationsrate im Raum Tokio auch im Mai bei 1,5% gelegen haben. Auch die Kerninflationsrate hat sich wohl nicht verändert (April: 1,9%). Geringere Preissteigerungen bei Lebensmitteln haben den Aufwärtsdruck durch höhere Energiepreise und Löhne wohl ausgeglichen. Die Daten sind ein wichtiges Signal, ob die BoJ im Juni eine weitere Leitzinserhöhung beschließen oder an ihrer bis zuletzt abwartenden Haltung festhalten wird.
In Deutschland dürfte die Inflationsrate im Mai etwas gesunken sein (April: 2,9%). Die Energiepreise sind von ihrem Hoch im Vormonat etwas zurückgegangen. Der Tankrabatt hat hierzu aber nur einen kleinen Teil beigetragen. Die Kerninflationsrate hat dagegen wohl wieder zugelegt (April: 2,4%). Hierfür sprechen u.a. die Anstiege der Preiseinschätzungen in den Unternehmensumfragen (u.a. ifo Geschäftsklima).
Von der FED sprechen Paulson, Bowman und Schmid. Auch US-Finanzminister Bessent hält eine Rede.
Von der EZB sprechen Radev und Muller.
Am 26. Mai 1896 wurde erstmals der Dow Jones Industrial Average veröffentlicht – mit dem Ziel, die Richtung des amerikanischen Aktienmarkts in einer einzigen, leicht verständlichen Zahl sichtbar zu machen. Er bestand zunächst aus 12 Industrieunternehmen und wurde schlicht berechnet, indem man die Aktienkurse addierte und durch 12 teilte. Da der Dow preisgewichtet war und bis heute ist, hatte nicht das größte Unternehmen das höchste Gewicht, sondern die Aktie mit dem höchsten Kurs. Der erste Stand lag bei 40,94 Punkten. Die größten Einzelwerte waren American Tobacco und American Sugar, mit 15–20 % Gewicht. Heute umfasst der Dow 30 Unternehmen und zeigt mit Goldman Sachs als größtem Gewicht (12 %), wie erstaunlich konstant die Methode geblieben ist. Ganz neu war die Idee 1896 allerdings nicht. Bereits 1884 hatte Charles Dow mit dem Dow Jones Railroad Average den ersten modernen Aktienindex geschaffen, weil Eisenbahnen damals das Rückgrat der amerikanischen Wirtschaft bildeten.