19.06.2026

Der Wochenausblick auf KW 26 2026

Der Wochenausblick auf KW 26. Nach dem Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran rückt die Frage in den Vordergrund, wie belastbar dies ist und wie schnell niedrigere Energiepreise bei Unternehmen, Inflationserwartungen und Notenbanken ankommen. Für Europa liefern die Einkaufsmanagerindizes und das Ifo-Geschäftsklima den ersten Stimmungstest. In den USA zeigt die PCE-Kerninflation, ob der hawkischere Ton der Fed von den Daten gestützt ist. In Asien stehen Chinas Kreditzinsen und die Inflation in Tokio im Fokus. Geldpolitisch stehen Zinsentscheidung in Mexiko und Thailand im Kalender. Unternehmensseitig testen die Ergebnisse von Micron und FedEx die Belastbarkeit von KI- und Konjunkturhoffnungen. Und vor 81 Jahren wurde in San Francisco die Charta der Vereinten Nationen unterzeichnet.


Samstag/Sonntag

Politik

In Kolumbien findet die Stichwahl um das Präsidentenamt statt. 


Montag

Geldpolitik

In China werden die Kreditzinsen der Banken für Juni veröffentlicht. Die Banken dürften die Sätze mangels neuer PBoC-Signale unverändert lassen (aktuell: 1J: 3,00%, 5J: 3,50%). Die nächste Lockerung bleibt ein Thema für das dritte Quartal.

Geldpolitik

Die FED eröffnet eine Konferenz zur künftigen internationalen Rolle des US-Dollars, u.a. mit einer Rede von Waller. 

Von der EZB spricht Kocher. 

Politik

In Deutschland findet der Tag der Industrie statt. Kanzler Merz und mehrere Bundesminister werden versuchen in der Debatte über Standortkosten und Investitionsanreize neue Impulse zu setzen. 


Dienstag

Konjunktur

Im Euro-Raum werden die Einkaufsmanagerindizes für Juni veröffentlicht. Index für die Gesamtwirtschaft dürfte einen Anstieg zeigen und die Erleichterung der Unternehmen über den Waffenstillsand im Iran-Krieg und die Aussicht auf niedrigere Energiepreise spiegeln (Mai: 48,5 Punkte). Im Fokus steht, ob sich auch der Index für die Dienstleister verbessert hat. 

Unternehmen

In den USA legt FedEx die Zahlen bis Ende Mai vor. 

Amazon testet mit seinen Prime Days und umfangreichen Rabattaktionen die Konsumlaune in den USA. 


Mittwoch

Konjunktur

In Deutschland dürfte auch der Ifo-Geschäftsklimaindex im Juni etwas gestiegen sein (Mai: 84,9 Punkte). Der Anstieg wird aber nur moderat ausfallen, auch da ein Teil der Umfrage noch vor der Iran-Entspannung beantwortet wurde.

In den USA werden die Mai-Daten zum Immobilienmarkt veröffentlicht. Die Daten zu den Neubauverkäufen dürften schwach ausfallen und zeigen, dass die hohen Finanzierungskosten die Nachfrage weiterhin erheblich belasten. 

Geldpolitik

Von der FED sprechen Goolsbee und Williams.

Von der EZB äußert sich Lane. 

Die FED veröffentlicht die Stresstestergebnisse der großen Banken. Für Bankaktien sind die daraus folgenden Kapitalanforderungen und Ausschüttungsspielräume entscheidend.

In Japan veröffentlicht die Bank of Japan ihre Summary of Opinions zur Zinsanhebung auf der letzten Sitzung. Relevant ist, wie entschlossen der Rat weitere Schritte zur Normalisierung vorbereitet.

In Thailand wird die Notenbank ihren Leitzins auf ihrer Junisitzung angesichts gedämpfter Inlandsnachfrage und nur moderater Inflation unverändert halten (aktuell: 1,00%).

Unternehmen

In den USA legt Micron Technology die Zahlen bis Ende Mai vor. 


Donnerstag

Konjunktur

In den USA wird die PCE-Inflation für Mai veröffentlicht. Die Kernrate dürfte um etwa 0,4% gestiegen sein und damit 3,4% über Vorjahr gelegen haben und der FED damit Rückendeckung für die zuletzt hawkischere Einschätzung geben.

Die Einkommen und Konsumausgaben der privaten Haushalte dürften im Mai ebenso spürbar zum Vormonat gestiegen sein (April: 0,0% bzw. +0,5%). Hierfür sprechen die zuletzt robusteren Arbeitsmarktdaten und die positive Entwicklung der Finanzvermögen.

Geldpolitik

Auch in Mexiko wird die Notenbank ihren Leitzins auf ihrer Junisitzung unverändert halten (aktuell: 6,50%). 


Freitag

Konjunktur

In Japan wird die Inflationsrate für Juni für den Raum Tokio veröffentlicht. Die Kernrate dürfte auf 1,7% gestiegen sein und den Kurs der BoJ in Richtung weiterer Zinsanhebungen bestätigen (Mai: +1,3%).

In den USA wird das Michigan-Verbrauchervertrauen für Juni veröffentlicht (vorläufig: 48,9 Punkte). Eine Stabilisierung auf niedrigem Niveau ist realistisch. Für die Fed stehen die Inflationserwartungen im Fokus. 

Geldpolitik

Von der FED spricht Kashkari.

Von der EZB äußert sich der neue Vize-Präsident Vujcic. 


KW 26 in historischer Perspektive

Am 26. Juni 1945 wurde in San Francisco die Charta der Vereinten Nationen von 50 Staaten unterzeichnet. Sie war die institutionelle Antwort auf zwei Weltkriege und sollte Sicherheit, Handel und wirtschaftlichen Wiederaufbau auf eine verlässlichere internationale Grundlage stellen. Für die Kapitalmärkte war die neue Ordnung kein Detail, sondern Teil der Infrastruktur, auf der globale Investitionen, Rohstoffströme und multilaterale Finanzierung nach 1945 aufbauten. Heute erinnert die UN-Charta daran, dass geopolitische Stabilität und regelbasierte Kooperation keine weichen Faktoren sind, sondern reale Risikoprämien senken können. Die Anekdote dazu: Polen konnte in San Francisco zunächst nicht unterschreiben, weil seine Nachkriegsregierung noch nicht anerkannt war, bekam später aber dennoch einen Platz als eines der 51 Gründungsmitglieder.


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