26.06.2026

Der Wochenausblick auf KW 27 2026

Der Wochenausblick auf KW 27. Im Mittelpunkt stehen makroseitig der US-Arbeitsmarktbericht, die Inflation im Euro-Raum und die Einkaufsmanagerindizes in China. Die Geldpolitik gibt Signale zum künftigen Zinskurs auf dem EZB-Forum in Sintra. Politisch stehen – neben den Verhandlungen in der Iran-Krise – die China-EU-Gespräche und eine Neuverhandlung des USMCA-Handelsabkommens auf der Agenda. Und vor 29 Jahren begann mit der Freigabe des thailändischen Baht die Asienkrise.


Samstag/Sonntag

Geldpolitik

Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) legt ihren Jahresbericht vor u.a. mit Analysen zu den Risiken aus erhöhter Staatsverschuldung, volatilen Kapitalflüssen und noch nicht abgeschlossener Inflationsbekämpfung.

Von der FED spricht Barkin im Fokus. 

 


Montag

Politik

In Brüssel findet der China-EU-Handelsdialog statt, u.a. mit Gesprächen über Marktzugang, Zölle und die Frage, wie stark Europa seine Industriepolitik gegenüber China verschärft.

In den USA stehen wichtige Entscheidungen des Supreme Court zu den Befugnissen des Präsidenten und zur Unabhängigkeit der Federal Reserve auf der Agenda.

Geldpolitik

In Portugal findet das EZB-Forum in Sintra statt. Präsidentin Lagarde eröffnet die Konferenz. Die Märkte achten auf Signale zu weiteren Zinsschritten und auf die Abwägung zwischen hartnäckiger Inflation und schwacher Konjunktur.


Dienstag

Konjunktur

In China werden die offiziellen Einkaufsmanagerindizes (PMI) für Juni veröffentlicht. Der Industrie-PMI dürfte steigen (Mai: 50,0), der Dienstleistungsindex bei 50,1 verharren. Das Bild bleibt wohl zweigeteilt: Exportstärke, aber wenig Schwung im Inland.

In Deutschland wird die Verbraucherpreisinflation für Juni veröffentlicht (Mai: 2,6% zum Vj.). Die Headline- wie auch die Kerninflation dürften leicht gesunken sein, da die Ölpreise erheblich nachgegeben haben. Im Dienstleistungsbereich dürfte der Preisdruck aber nach wie vor erhöht ausgefallen sein. 

In den USA werden die JOLTS-Daten zum Arbeitsmarkt für Mai veröffentlicht. Die Zahl der offenen Stellen dürfte etwas gesunken sein, ohne aber Anzeichen einer deutlichen Schwäche zu zeigen. 

Das Verbrauchervertrauen des Conference Board wird zeigen, ob und wie sehr die hohen Preise und die politische Unsicherheit die Konsumneigung belastet haben.

Geldpolitik

In Kolumbien wird die Notenbank ihren Leitzins um 50 Basispunkte anheben (aktuell: 9,25%). 

Von der EZB sprechen auf dem Treffen in Sintra u.a. Lane und Schnabel.

Unternehmen

Nike legt seine Quartalszahlen vor. Die Ergebnisse gelten als Stimmungstest für die globale Konsumnachfrage und die Preissetzungsmacht im Sportartikelmarkt.

 


Mittwoch

Konjunktur

Auch im Euro-Raum dürfte die Inflationsrate im Juni durch den Rückgang der Energiepreise gesunken sein (Mai: 3,2%). Auch die Kernrate dürfte wieder auf etwa 2,4% nachgegeben haben (Mai: 2,6%). Die Daten sprechen gegen unmittelbare weitere Zinsanhebungen durch die EZB. 

In den USA wird der ISM-Index für die Industrie veröffentlicht. Für Juni ist ein leichter Rückgang auf 53,5 Punkte zu erwarten (Mai: 54,0). Geringere Lieferengpässe und schwächere Preiskomponenten könnten den Index dämpfen. Insgesamt bleibt die Konjunkturdynamik aber solide. 

Politik

USA, Mexiko und Kanada entscheiden über die Verlängerung des Handelsabkommens (USMCA). Für die Lieferketten und Investitionspläne wäre Planungssicherheit wichtig.

In der EU übernimmt Irland die Ratspräsidentschaft für sechs Monate. 

Geldpolitik

Von der EZB spricht auf dem Treffen in Sintra u.a. erneut Lagarde.

Unternehmen

In Australien übernimmt Brandon Craig den Vorstandsvorsitz beim weltweit größten Bergbaukonzern BHP


Donnerstag

Konjunktur

In den USA wird der offizielle Arbeitsmarktbericht für Juni veröffentlicht. Die Beschäftigung dürfte etwas langsamer als im Vormonat zugelegt haben (Mai: +172k). Die Arbeitslosenquote dürfte bei 4,3% verharren und damit Zinserhöhungserwartungen eher stützen als bremsen.


Freitag

Geldpolitik

Von der EZB sprechen u.a. Lagarde und Nagel.

Finanzmarkt

In den USA bleiben die Börsen feiertagsbedingt geschlossen (Independence Day). 


KW 27 in historischer Perspektive

Am 02. Juli 1997 gab Thailand den festen Wechselkurs des Baht zum US-Dollar auf. Auslöser war ein jahrelanger Kredit- und Immobilienboom, der stark über kurzfristige Dollar-Schulden finanziert wurde, während der Baht fest an den Dollar gebunden blieb. Als Zweifel an der Tragfähigkeit dieses Modells wuchsen, griffen Spekulanten den Baht an. Die thailändische Notenbank verlor trotz massiver Stützungskäufe schließlich die Kontrolle über den Wechselkurs. Die Entscheidung markierte den Beginn der Asienkrise, weil sich in kurzer Zeit zeigte, wie verletzlich scheinbar stabile Währungsregime bei hoher Fremdwährungsverschuldung sein können. Kapital floss aus Thailand, Indonesien, Südkorea und anderen Ländern ab, Banken gerieten unter Druck und der Internationale Währungsfonds musste umfangreiche Hilfsprogramme schnüren. Für Anleger bleibt die Episode eine Erinnerung daran, dass Liquidität, Leistungsbilanz und Währungsstruktur in ruhigen Marktphasen oft unterschätzt werden. 


ERSTKLASSIGE GELDANLAGE

Eine Fondsfamilie für anspruchsvolle Anleger.