
Der Wochenausblick auf KW 3. In den USA geben die Dezemberdaten zu den Verbraucherpreisen ein besseres Bild über die Inflationsdynamik während und nach dem Shutdown. Wichtige Datensignale kommen auch vom US-Konsum und dem chinesischen Außenhandel, und in Deutschland wird das BIP-Ergebnis für 2025 veröffentlicht. Politisch wird sich die Diskussion neben Grönland, Venezuela und der Ukraine über die globale Versorgungslage mit Seltenen Erden drehen. Auf Unternehmensseite startet die Q4-Berichtssaison mit den Ergebnissen von TSMC und den großen US-Banken. Und vor 28 Jahren einigten sich die europäischen Länder auf die Grundzüge der EZB und verstärkten damit die Zinskonvergenz am Anleihenmarkt.
Die G7-Finanzminister sprechen in Washinton über die Versorgungslage bei Seltenen Erden.
Von der FED sprechen Williams, Barkin und Bostic.
Von der EZB äußert sich de Guindos.
In Japan bleibt die Börse feiertagsbedingt geschlossen.
In den USA werden die Inflationsdaten für Dezember veröffentlicht. Die Verbraucherpreise wie auch die Kernteuerung könnten zum Vormonat etwas stärker als zuletzt zugelegt haben (November: jeweils +0,2%). Die Prognose ist allerdings mit erheblichen Unwägbarkeiten behaftet. Denn in den beiden Vormonaten war durch den Shutdown nur ein begrenzter Teil der Daten erhoben worden, wodurch die Preisdynamik wohl etwas nach unten verzerrt war. Für einen auch im Dezember moderaten Preisdruck spricht die nachlassende Dynamik der Mieten. Für Aufwärtsdruck dürfte dagegen die zunehmende Weitergabe der Importzölle an die Verbraucher gesorgt haben.
Der kanadische Premier Carney spricht in China mit Staatschef Xi u.a. über Fragen der Sicherheit und des Handels.
In Frankreich wird die Verhandlung über den Antrag von Marine Le Pen fortgesetzt, doch als Kandidatin zur Präsidentschaftswahl 2027 antreten zu dürfen.
Von der FED sprechen Barkin und Musalem.
Von der EZB äußert sich Kocher.
In den USA startet die Q4-Berichtssaison mit den Ergebnissen von JPMorgan.
In China werden die Dezemberdaten zeigen, wie sehr der Außenhandel zum Jahresende durch die US-Zölle gebremst worden ist. Das Exportwachstum dürfte sich etwas verlangsamt haben (November: +5,9%). Schwache Ausfuhren in die USA dürften aber erneut durch stärkere Ausfuhren nach Asien und Europa teilkompensiert worden sein. Auch die Importdynamik dürfte sich etwas verlangsamt haben (November: +1,9%).
Die US-Einzelhandelsumsätze dürften im November wieder etwas gestiegen sein (Oktober: 0%). Im Vormonat hatte die Streichung der Prämie für Elektro-Fahrzeuge für einen Rückgang der PKW-Nachfrage gesorgt. Damit würde sich die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass der US-Konsum nach dem überraschend starken Ergebnis im dritten Quartal auch in Q4 das Wachstum gestützt hat.
Die FED veröffentlicht das Beige Book zum Konjunkturausblick in den US-Regionen.
Von der FED sprechen u.a. Williams. Kashkari, Paulson und Bostic.
In den USA startet die Detroit Auto Show mit Produktneuheiten auf dem amerikanischen PKW-Markt.
In der Q4-Berichtssaison berichten u.a.: Bank of America, Citi und Wells Fargo.
In Deutschland wird die erste Schätzung zum BIP-Wachstum 2025 veröffentlicht und gibt einen ersten Eindruck von der Dynamik im vierten Quartal. Im Gesamtjahr wie auch in Q4 dürfte die Wirtschaftsleistung leicht um etwa 0,2% zugelegt haben.
Von der FED spricht erneut Barkin.
Von der EZB spricht de Guindos vor dem Europäischen Parlament.
Die Notenbank in Südkorea wird auf ihrer Januarsitzung ihren Leitzins erneut nicht ändern (aktuell: 2,5%). Ähnlich wie in den USA basiert das Wachstum derzeit vor allem auf der KI-Konjunktur und ist damit anfällig gegenüber Rücksetzern am Finanzmarkt.
In der Q4-Berichtssaison berichten u.a.: Goldman Sachs, Morgan Stanley und TSMC.
Von der FED spricht Jefferson.
Am 12. Januar 1998 einigten sich die EU-Finanzminister politisch auf die konkrete Ausgestaltung der Europäischen Zentralbank, einschließlich ihres ersten Präsidenten Wim Duisenberg und des Sitzes in Frankfurt am Main. Dieser Beschluss war der entscheidende politische Startschuss für die EZB, auch wenn die Institution rechtlich erst am 1. Juni 1998 gegründet wurde. Mit der Entscheidung wurde klar, dass die Geldpolitik des Euro vollständig supranational und unabhängig organisiert sein würde. Für die Finanzmärkte war der 12. Januar 1998 deshalb ein Signal der Unumkehrbarkeit der Währungsunion. Die Rendite-Spreads zwischen Staatsanleihen der künftigen Euro-Länder hatten sich bereits seit 1996 stark verringert, getrieben von Konvergenzerwartungen und Maastricht-Disziplin. Der 12. Januar 1998 war damit der Glaubwürdigkeits-Moment mit der politischen Festlegung auf EZB-Struktur, Sitz und Präsident. Die Währungsrisiken verschwanden de facto und die Ausfallrisiken wurden endgültig neu bewertet. Eine bekannte Anekdote: Frankreich akzeptierte Duisenberg nur unter der inoffiziellen Erwartung, er werde vorzeitig zugunsten eines Franzosen zurücktreten – was Duisenberg später kühl ignorierte und damit gleich zu Beginn die Unabhängigkeit der EZB praktisch unter Beweis stellte.