24.07.2026

Der Wochenausblick auf KW 31 2026

Der Wochenausblick auf KW 31. Die Q2-BIP-Daten zeigen die Auswirkungen des Iran-Krieges auf die USA und Europa. FED, BoE und BoJ entscheiden über die Leitzinsen. Die Q2-Berichtssaison steuert mit Ergebnissen u.a. von Amazon, Meta, Microsoft und SK Hynix auf ihren Höhepunkt zu. Vor allem am Anleihenmarkt bleibt dennoch die Ölpreisentwicklung im Fokus. Und vor 112 Jahren schloss die New Yorker Börse für mehrere Monate, weil der Erste Weltkrieg die internationale Finanzarchitektur über Nacht einfrieren ließ.


Montag

Konjunktur

In Deutschland dürfte das ifo-Geschäftsklima im Juli - nach der leichten Erholung im Vormonat - wegen des gestiegenen Ölpreises und neuer Zollunsicherheiten wieder um etwa 0,5 Punkte gesunken sein (Juni: 85,6 Punkte).

In China werden die Industriegewinne für Juni veröffentlicht (Mai kumuliert: +18,8% zum Vj.). Höhere Erzeugerpreise und die Nachfrage nach KI-Hardware dürften die Gewinne gestützt haben, während die Gewinne im Bau und bei Konsumgütern schwach ausgefallen sein dürften.

In den USA werden die Auftragseingänge langlebiger Güter für Juni veröffentlicht (Mai: -4,5%). Nach dem Rückgang im Vormonat ist eine technische Gegenbewegung wahrscheinlich. Die Kernaufträge bleiben aber der bessere Indikator für die Investitionsbereitschaft außerhalb des KI-Zyklus.


Dienstag

Konjunktur

In den USA wird das Verbrauchervertrauen des Conference Board für Juli veröffentlicht (Juni: 91,2 Punkte). Der Arbeitsmarkt bleibt robust, höhere Energiepreise und die Zolldebatte dürften die Stimmung aber belastet haben.

Politik

US-Präsident Trump hält eine Rede zu Ehren des verstorbenen US-Senators Graham. 

In Peru tritt Keiko Fujimori das Amt der Präsidentin an.

Geldpolitik

In Chile wird die Notenbank ihren Leitzins wohl unverändert lassen (aktuell: 4,50%). 

Unternehmen

In der Q2-Berichtssaison berichten u.a.: Boeing, Coca-Cola, Ford, PayPal, Unilever und Visa.


Mittwoch

Konjunktur

Im Euro-Raum veröffentlicht die EZB ihren Wage Tracker zur Lohndynamik für Juli. Für die Geldpolitik ist die Entwicklung der Löhne ein zentraler Indikator in der Frage, ob der Energiepreisanstieg in Zweitrundeneffekte übergeht.

Geldpolitik

In den USA wird die FED ihren Leitzins auf ihrer Juli-Sitzung erneut unverändert lassen (aktuelle Obergrenze: 3,75%). Wegen des erneuten Ölpreisanstiegs und der anhaltend erhöhten Kerninflation könnte die Diskussion über eine Anhebung aber an Dynamik gewinnen. Im Fokus steht, wie sich der neue FED-Chair Warsh hierzu positioniert.

Unternehmen

In der Q2-Berichtssaison berichten u.a.: ADP, Fortinet, Meta, Microsoft, Qualcomm, Procter & Gamble, Robinhood und SK Hynix. 


Donnerstag

Konjunktur

Im Euro-Raum wird das Bruttoinlandsprodukt für das zweite Quartal veröffentlicht (Q1: 0,0% zum Vq.). Erwartet wird ein kleines Plus von rund 0,1%. Die Zahlen dürften zeigen, dass Europa unter dem Energiepreisanstieg konjunkturell besonders leidet und der Spielraum für Zinsanhebungen geringer ist. Unter den großen Ländern hat das BIP wohl in Deutschland, Frankreich und Italien kaum mehr als stagniert. Lediglich in Spanien dürfte erneut ein deutliches Plus unter dem Strich stehen.

In Deutschland wird die Verbraucherpreisinflation für Juli veröffentlicht (Juni: +2,3% zum Vj.). Wegen des Energiepreisanstiegs und der Basiseffekte ist ein Anstieg in Richtung 2,7% wahrscheinlich.

Auch in den USA wird das Bruttoinlandsprodukt für das zweite Quartal veröffentlicht (Q1: +2,1% annualisiert). Mit einem Plus von erneut etwa 2% dürften die Daten zeigen, dass der Konsum und die KI-Investitionen den Ölpreisschock besser abgefedert haben als in Europa. Der Konsum dürfte dabei allerdings erneut fast ausschließlich durch den Anstieg der Finanzvermögen finanziert worden sein. 

Die von der FED besonders beachtete PCE-Kerninflationsrate dürfte im Juni nur leicht gesunken sein (Mai: +3,4% zum Vj.) und damit einen falkenhaften Ton der FED unterstützen.

Geldpolitik

Auch die Bank of England wird ihren Leitzins auf ihrer Juli-Sitzung unverändert lassen (aktuell: 3,75%). Die schwache Konjunktur spricht gegen eine kurzfristige Straffung. 

Unternehmen

In der Q2-Berichtssaison berichten u.a.: Amazon, Apple, Mastercard, Samsung, Sanofi und Shell.


Freitag

Konjunktur

In China werden die offiziellen Einkaufsmanagerindizes (PMI) für Juli veröffentlicht. Gestützt durch das starke Exportgeschäft dürfte der Index für die Industrie erneut über der Expansionsschwelle gelegen haben (Juni: 50,3 Punkte). Der Index für die Dienstleistungen könnte wieder etwas nachgegeben haben (Juni: 50,2 Punkte). Die zuletzt niedrigere Verbraucherpreisinflation signalisiert die anhaltend geringe Preissetzungsmacht der Unternehmen im Inlandsgeschäft.

In Japan wird die Verbraucherpreisinflation für Tokio im Juli veröffentlicht. Die Kernrate dürfte auf etwa 1,8% gestiegen sein (Juni: +1,6%) und die BoJ in ihrem Normalisierungskurs bestätigen.

Im Euro-Raum dürfte sich die Verbraucherpreisinflation im Juli kaum verändert haben (Juni: +2,8% zum Vorjahr). Auch die Kernrate dürfte in etwa stabil geblieben sein (Juni: +2,4%). Der Effekt der erneut gestiegenen Ölpreise wird sich erst im August in den Daten zeigen. 

Geldpolitik

Auch die Bank of Japan wird ihren Leitzins noch unverändert lassen (aktuell: 1,00%). Die schwache Währung und höhere Importpreise sprechen aber für weitere Straffungssignale sowie Zinsanhebungen in den kommenden Monaten.

Auch in Kolumbien wird die Notenbank ihren Leitzins unverändert lassen (aktuell: 8,25%). 

Unternehmen

In der Q2-Berichtssaison berichten u.a.: AbbVie, Chevron, Colgate-Palmolive, Exxon Mobil, Linde, Moderna und Sony.


KW 31 aus historischer Perspektive

Am 31. Juli 1914 schloss die New Yorker Börse angesichts des beginnenden Ersten Weltkriegs ihren Handel. Die Sorge war, dass europäische Investoren in großem Stil amerikanische Wertpapiere verkaufen und Gold aus den USA abziehen würden. Aus wenigen Tagen wurden mehr als vier Monate, und erst im Dezember wurde der Aktienhandel schrittweise wieder aufgenommen. Die Episode zeigt, wie schnell geopolitische Schocks Liquidität, Zahlungsverkehr und Marktvertrauen gleichzeitig treffen können. Eine Anekdote blieb: Einige Kurse wurden in dieser Zeit informell per Kreide auf Tafeln in Hinterzimmern notiert, obwohl der offizielle Markt geschlossen war.


ERSTKLASSIGE GELDANLAGE

Eine Fondsfamilie für anspruchsvolle Anleger.