31.07.2026

Der Wochenausblick auf KW 32 2026

Der Wochenausblick auf KW 32. In Deutschland zeigen Auftragseingänge und Industrieproduktion, ob die Stimmungsaufhellung in der Industrie auch in den harten Daten ankommt. In den USA stehen ISM-Indizes und der Arbeitsmarktbericht im Fokus und damit die Frage, ob die US-Konjunktur im dritten Quartal weiter Fahrt aufnimmt. In China dürften die Exportdaten die robuste Nachfrage nach KI-Hardware bestätigen. Geldpolitisch stehen Zinsentscheidungen in Indien, Brasilien und Mexiko an. In der Q2-Berichtssaison legen u.a. Bayer, Caterpillar, MercadoLibre, Novo Nordisk, Siemens und SpaceX die Ergebnisse vor. Und vor 19 Jahren fror BNP Paribas mehrere Fonds ein und machte damit sichtbar, wie schnell ein lokaler Kreditmarktschock das globale Finanzsystem erfassen kann.


Samstag/Sonntag

Politik

Die OPEC+ dürften auf ihrer Sitzung die Förderziele für September nochmals leicht anheben. Für die Märkte bleibt aber wichtiger, wie die Ausfuhren durch die Golfregion laufen und ob die geopolitische Risikoprämie zurückgeht.


Montag

Konjunktur

In den USA wird der ISM-Index für die Industrie im Juli veröffentlicht (Juni: 53,3 Punkte). Die regionalen Stimmungsindikatoren sprechen für einen Anstieg in Richtung 54 Punkte. Das wäre ein weiteres Signal, dass die US-Industrie trotz Iran-Krieg und höherer Energiepreise robust läuft und positiv ins dritte Quartal gestartet ist.


Dienstag

Konjunktur

In den USA werden die JOLTS-Daten zu den offenen Stellen für Juni veröffentlicht (Mai: 7,6 Mio.). Erwartet wird ein leichter Rückgang, der aber noch kein Warnzeichen für den Arbeitsmarkt darstellen würde.

Politik

In den USA finden Kongress-Vorwahlen in Kansas, Michigan, Missouri und Washington statt. Für die Zwischenwahlen im November bleibt entscheidend, ob die republikanischen Kandidaten von der niedrigen Zustimmung für Präsident Trump belastet werden.

Unternehmen

In der Berichtssaison zum zweiten Quartal berichten u.a.: Arista, Booking, Caterpillar, Emerson, HSBC, McDonald’s, Merck, Pfizer und SpaceX


Mittwoch

Konjunktur

In den USA wird der ISM-Index für die Dienstleistungen im Juli veröffentlicht. Der Index dürfte solide geblieben sein (Juni: 54,0 Punkte). Für den Dollar und die US-Renditen ist vor allem relevant, ob die Preiskomponente weiter auf erhöhten Kostendruck hinweist.

Geldpolitik

Die Notenbank in Indien wird ihren Leitzins unverändert halten (aktuell: 5,25%). Die Inflation liegt zwar im Zielband, der Ölpreisanstieg und Monsunrisiken sprechen aber gegen eine Entwarnung.

In Brasilien wird die Notenbank ihren Leitzins dagegen wohl um 25 Basispunkte senken (aktuell: 14,25%). Gleichzeitig dürften die Währungshüter wegen erhöhter Inflationserwartungen aber einen vorsichtigen Ton wählen.

Unternehmen

In der Berichtssaison zum zweiten Quartal berichten u.a.: Eli Lilly, MercadoLibre, Novo Nordisk, Shopify und Uber


Donnerstag

Konjunktur

In Deutschland werden die Auftragseingängeder Industrie für Juni veröffentlicht (Mai: +1,4%). Angesichts besserer Stimmungsindikatoren ist ein weiterer Anstieg um etwa 1,0% zu erwarten. Entscheidend ist, ob die Kerngröße ohne Großaufträge die seit 2024 anhaltende Seitwärtsbewegung nach oben verlässt.

Geldpolitik

Die Notenbank in Mexiko wird ihren Leitzins wohl unverändert lassen (aktuell: 6,50%). 

Von der FED spricht Musalem.

Unternehmen

In der Berichtssaison zum zweiten Quartal berichten u.a.: Airbnb, Commerzbank, Nintendo, Rheinmetall und Warner Bros. Discovery


Freitag

Konjunktur

In China werden die Außenhandelsdaten für Juli veröffentlicht. Die Exporte dürften erneut stark gewachsen sein (Juni: +27,0% zum Vj.). Die Nachfrage nach KI-Hardware bleibt der wichtigste Treiber, während die Lieferungen in die USA wieder unter dem Vorjahresniveau gelegen haben dürften.

Auch in Deutschland werden die Industrieproduktion und die Außenhandelsdaten für Juni veröffentlicht. Produktion und Exporte dürften jeweils erneut um etwa 0,5% gestiegen sein (Mai: jeweils +0,9%) und damit den Erholungshoffnungen weiter Nahrung geben. 

In den USA wird der Arbeitsmarktbericht für Juli veröffentlicht. Der Stellenaufbau dürfte nach dem enttäuschenden Vormonatsergebnis wieder etwas kräftiger ausgefallen sein (Juni: +57k). Die Arbeitslosenquote dürfte dennoch auf 4,3% zugelegt haben, da ein Teil der zuletzt gesunkenen Partizipation zurückgekehrt sein dürfte.

Geldpolitik

Von der FED spricht Barkin.

Unternehmen

In der Berichtssaison zum zweiten Quartal berichtet u.a.: Allianz. 


KW 32 aus historischer Perspektive

Am 9. August 2007 fror BNP Paribas drei Fonds ein, weil deren Wertpapiere aus dem US-Hypothekenmarkt nicht mehr verlässlich bewertet werden konnten. Der Schritt galt als einer der sichtbaren Startpunkte der globalen Finanzkrise. Was zunächst wie ein technisches Liquiditätsproblem in einem kleinen Marktsegment aussah, wurde binnen weniger Monate zur Vertrauenskrise des internationalen Bankensystems. Die Episode zeigt, wie schnell Bewertungen, Refinanzierung und Marktliquidität gemeinsam kippen können. Am selben Tag pumpte die EZB fast 95 Milliarden Euro in den Geldmarkt und viele Händler begriffen erst am nächsten Morgen, dass dies kein gewöhnlicher Sommertag gewesen war.


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