07.08.2026

Der Wochenausblick auf KW 33 2026

Der Wochenausblick auf KW 33. Die US-Verbraucherpreise für Juli werden zum wichtigen Test für die Zinsdebatte der Fed und die Anleihemärkte. In China dürften der Preisdruck nachlassen und die Kreditdynamik schwach bleiben. Zum Wochenschluss zeigen US-Einzelhandel und Verbrauchervertrauen, wie robust die Nachfrage bleibt. Die Notenbanken in Australien und Norwegen dürften pausieren. Politisch rücken die US-Vorwahlen in den Fokus. In der Q2-Berichtssaison legen u.a. zahlreiche chinesischen Tech-Unternehmen ihre Ergebnisse vor. Und vor 52 Jahren trat US-Präsident Nixon als erster und (bislang) einziger Präsident der USA zurück. 


Samstag/Sonntag

Konjunktur

In China wird die Inflationsrate für Juli veröffentlicht. Die Teuerung der Verbraucherpreise dürfte von 1,0% auf 0,9% zum Vorjahr gesunken sein. Auch die Erzeugerpreisinflation hat wohl leicht nachgegeben (Juni: +4,1%). Die anhaltend schwache Binnennachfrage und die enorme Kapazitätsausweitung in den vergangenen Jahren begrenzen weiterhin die Preissetzungsspielräume.

Politik

In den USA findet in Hawaii die Vorwahl für die Kongresswahl statt. Sie eröffnet eine Woche mit mehreren wichtigen Primaries für die Zwischenwahlen im November.


Montag

Konjunktur

In China werden die Daten zur Kreditvergabe für Juli veröffentlicht. Die gesamtwirtschaftliche Finanzierung dürfte weiter gesunken sein. Der Kreditimpuls dürfte damit noch weiter in den negativen Bereich gerutscht sein. 

Geldpolitik

In Japan veröffentlicht die Bank of Japan ihre Summary of Opinions zur Sitzung Ende Juli. Im Fokus stehen die Einschätzungen zum weiteren Normalisierungspfad der Geldpolitik.


Dienstag

Politik

In den USA finden in Connecticut, Minnesota, Vermont und Wisconsin weitere Vorwahlen für die Zwischenwahlen statt, ergänzt um eine republikanische Sondervorwahl in South Carolina für die Nachfolge des verstorbenen Senators Graham.

Geldpolitik

Die Notenbank in Australien wird ihren Leitzins zum zweiten Mal in Folge unverändert lassen (aktuell: 4,35%). Die nachlassende Inflation und der etwas schwächere Arbeitsmarkt sprechen für eine Fortsetzung der Zinspause. 

Unternehmen

In der Q2-Berichtssaison berichten u.a.: Constellation Software, Coreweave und Sea.


Mittwoch

Konjunktur

In den USA wird die Inflationsrate (CPI) für Juli veröffentlicht. Die Preise dürften zum Vormonat – gebremst durch die Energiepreise – um 0,1% gestiegen sein (Juni: -0,4%). Die jährliche Inflationsrate dürfte damit wenig verändert bei 3,4% gelegen haben (Juni: 3,5%). Ohne Energie und Nahrungsmittel dürften die Preise um 0,2% zugelegt haben. Die Kerninflationsrate dürfte damit leicht auf 2,5% gesunken sein (Juni: 2,6%). Für die FED bleibt die Frage einer Zinsanhebung im September damit aber wohl offen und abhängig von den bis dahin noch veröffentlichten Daten zur Preisentwicklung und den Inflationsrisiken im August.

Unternehmen

In der Q2-Berichtssaison berichtet u.a.: Tencent.

In den USA präsentiert Alphabet beim Made-by-Google-Event neue Hardware. 


Donnerstag

Konjunktur

In Großbritannien wird die erste Schätzung des Bruttoinlandsprodukts für das zweite Quartal veröffentlicht. Das Wachstum dürfte von 0,6% auf 0,4% zum Vorquartal gesunken sein. Ein hoher statistischer Überhang überzeichnet dabei die Dynamik.

In den USA wird die Erzeugerpreisinflation (PPI) für Juli veröffentlicht. Nach -0,3% im Juni ist mit +0,2% zum Vormonat zu rechnen. Die für den PCE-Deflator relevanten Komponenten dürften den Preisdruck aber nur moderat erhöht haben.

Geldpolitik

Auch die Notenbank in Norwegen wird ihren Leitzins unverändert lassen (aktuell: 4,25%). Der Preisdruck spricht gegen eine Lockerung, die schwächere Konjunkturdynamik gegen eine weitere Zinsanhebung. 

Unternehmen

In der Q2-Berichtssaison berichtet u.a.: JD.


Freitag

Konjunktur

In den USA wird der Einzelhandelsumsatz für Juli veröffentlicht. Nach +0,2% im Juni dürfte die Nachfrage nur wenig zugelegt haben. Schwächere Autoverkäufe und das Auslaufen von Sonderaktionen sowie die träge Entwicklung der Lohneinkommen begrenzen das Aufwärtspotenzial. Insgesamt bleibt der Konsum stark von den Finanzvermögen abhängig. 

In den USA wird das Michigan-Verbrauchervertrauen für August veröffentlicht. Nach 55,2 Punkten im Juli ist ein Rückgang in Richtung 54 Punkte zu erwarten, da höhere Energiepreise und die Unsicherheit über den Arbeitsmarkt auf der Stimmung lasten.

Unternehmen

In der Q2-Berichtssaison berichten u.a.: BYD


KW 33 aus historischer Perspektive

Am 9. August 1974 trat Richard Nixon als erster und bislang einziger Präsident der Vereinigten Staaten zurück. Die Watergate-Affäre hatte sein politisches Mandat zerstört, nachdem der Oberste Gerichtshof die Herausgabe belastender Tonbandaufnahmen angeordnet hatte. Vizepräsident Gerald Ford übernahm das Amt und stand vor der Aufgabe, das Vertrauen in die politischen Institutionen und in eine von Inflation und Rezession geschwächte Wirtschaft wiederherzustellen. Der Machtwechsel zeigt bis heute, dass institutionelle Regeln selbst in einer schweren Verfassungskrise Stabilität schaffen können. Eine passende Anekdote zur historischen Dimension: Nixons förmliches Rücktrittsschreiben an Außenminister Henry Kissinger bestand aus nur einem Satz.


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