18.09.2026

Der Wochenausblick auf KW 39 2026

Der Wochenausblick auf KW 39. Politisch prägen die Landtagswahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern sowie das Treffen von US-Präsident Trump und Chinas Präsident Xi die Woche. Datenseitig stehen die Frühindikatoren für September aus Europa im Fokus. Die Notenbanken in Norwegen, Schweden und der Schweiz entscheiden über ihre Leitzinsen. An den Kapitalmärkten bleiben die Energiepreise und die Renditeentwicklung langlaufender Staatsanleihen die zentralen Risikofaktoren. Und vor 28 Jahren verhinderte ein privates Bankenkonsortium den ungeordneten Zusammenbruch des Hedgefonds LTCM.


Samstag/Sonntag

Politik

In Russland wird die von der Regierung streng orchestrierte Parlamentswahl abgeschlossen. Die Kremlpartei Einiges Russland wird erneut eine Zweidrittelmehrheit gewinnen. Putins Zustimmungswerte sind allerdings von 85 Prozent zu Jahresbeginn auf zuletzt 65 Prozent gefallen.

In Deutschland finden die Landtagswahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern statt. Die Ergebnisse könnten Bundeskanzler Merz zusätzlich unter Druck setzen. 

In den USA treffen sich Finanzminister Bessent und Chinas Vizepremier He Lifeng zu Gesprächen über Handel, Zölle und die Vorbereitung des Präsidententreffens.


Montag

Konjunktur

In China werden die Banken die Zinsenfür ein- und fünfjährige Kredite auch im September unverändert halten (1J: 3,0%, 5J: 3,5%). Die PBoC hat die Geldpolitik trotz der schwachen Binnennachfrage zuletzt nicht gelockert. 

Geldpolitik

Von der FED spricht Goolsbee.

Unternehmen

Novo Nordisk stellt auf seinem Kapitalmarkttag die mittelfristigen Wachstumsziele und die Produktpipeline vor.

 


Dienstag

Politik

In den USA beginnt die Generaldebatte der 81. UN-Generalversammlung in New York. Die Staats- und Regierungschefs beraten vor allem über die Konflikte im Nahen Osten und in der Ukraine, den Handel sowie die Klimapolitik.

Geldpolitik

Die Notenbank in Ungarn wird ihren Leitzins unverändert halten (aktuell: 6,50%). Der schwache Forint und der erhöhte importierte Preisdruck sprechen trotz der verhaltenen Konjunktur gegen eine Lockerung.

Von der FED sprechen Williams und Jefferson. 

 

Mittwoch

Konjunktur

Im Euro-Raum werden die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für September veröffentlicht. Der Index für die Gesamtwirtschaft dürfte wegen der erneuten Eskalation im Nahen Osten und höherer Energiepreise erstmals seit Mai wieder gesunken sein (August: 52,0 Punkte). Dabei dürfte der Rückgang bei den Dienstleistungen stärker ausgefallen sein als in der Industrie, wo die globale Nachfrage nach Halbleitern die Auftragsentwicklung in angrenzenden Branchen stützt.

Auch in den USA wird der Einkaufsmanagerindex (PMI) für September veröffentlicht. Entscheidend ist, ob die robuste Binnenkonjunktur den Belastungen durch höhere Finanzierungskosten und Energiepreise weiter standhält.

Die OECD veröffentlicht ihren Konjunkturausblick. Relevant sind mögliche Anpassungen der Wachstums- und Inflationsprognosen nach dem erneuten Energiepreisschub.

Politik

In Marokko finden Parlamentswahlen statt. 

Geldpolitik

Von der EZB sprechen Vizepräsident Vujčić und Chefvolkswirt Lane.

Unternehmen

In den USA eröffnet Meta die Entwicklerkonferenz Connect. Im Mittelpunkt stehen Anwendungen für künstliche Intelligenz, intelligente Brillen und virtuelle Realität.


Donnerstag

Konjunktur

In Deutschland wird das ifo-Geschäftsklima für September veröffentlicht. Auch der Ifo-Index dürfte Spuren der hohen Energiepreise zeigen (August: 88,8 Punkte). Die konjunkturelle Tendenz bleibt aber wohl aufwärtsgerichtet.  

Politik

In den USA treffen sich Präsident Trump und Chinas Präsident Xi. Im Mittelpunkt stehen die Handelsbeziehungen und insbesondere die gegenseitigen Zölle und Technologiebeschränkungen sowie der Umgang mit den Risiken der KI-Entwicklung und den wirtschaftlichen Folgen des Iran-Konflikts. Das Ergebnis hat erhebliches Impulspotenzial für Aktien, Anleihen und den US-Dollar.

Geldpolitik

In Norwegen wird die Notenbank ihren Leitzins um 25 Basispunkte auf 4,50% anheben (aktuell: 4,25%). Der hohe Inflationsdruck spricht für eine weitere Straffung, auch wenn die Konjunktur bereits an Dynamik verliert.

In der Schweiz wird die Notenbank ihren Leitzins dagegen unverändert lassen (aktuell: 0,00%). Der stärkere Franken und der nur moderate mittelfristige Preisdruck sprechen gegen eine Zinserhöhung.

Auch in Schweden wird die Notenbank ihren Leitzins unverändert lassen (aktuell: 1,75%). 

Von der FED sprechen Williams, Hammack, Paulson und Barkin.

Unternehmen

In den USA veröffentlicht Costco Quartalszahlen. Neben dem Umsatzwachstum stehen die Konsumneigung der US-Haushalte und die Entwicklung der Margen im Vordergrund.


Freitag

Konjunktur

In den USA wird der Auftragseingang langlebiger Güter für August veröffentlicht. Nach dem kräftigen Plus im Juli dürften die Bestellungen zum Vormonat leicht gesunken sein (Juli: +1,1%). Die Tendenz bleibt aber wohl positiv. 

Geldpolitik

Von der FED sprechen Williams und Hammack.

Von der EZB spricht erneut Vujčić. 


KW 39 aus historischer Perspektive

Am 23. September 1998 einigten sich 14 Banken und Wertpapierhäuser auf eine Rekapitalisierung des hoch verschuldeten Hedgefonds Long-Term Capital Management. Die New Yorker FED brachte die Beteiligten zusammen, setzte dabei aber keine öffentlichen Mittel ein. Der Schritt verhinderte einen Notverkauf großer Positionen, der die bereits angespannten globalen Finanzmärkte zusätzlich destabilisiert hätte. Bis heute gilt der Fall als Lehrstück dafür, wie hohe Hebelwirkung und eng verflochtene Gegenparteien aus einem einzelnen Fonds ein systemisches Risiko machen können. Eine konkurrierende Rettungsofferte um Warren Buffett lief an diesem Tag um 12:30 Uhr aus und scheiterte Berichten zufolge an rechtlichen Hürden.


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