
Der Wochenausblick auf KW 40. Datenseitig stehen die Inflationszahlen aus Deutschland und dem Euro-Raum sowie der US-Arbeitsmarktbericht im Fokus. In China geben die Einkaufsmanagerindizes Hinweise auf die Dynamik zum Ende des dritten Quartals. Zahlreiche Auftritte von Vertretern der EZB und der FED dürften die Debatte über weitere Zinserhöhungen prägen. Auf Unternehmensseite richten sich die Blicke auf Teslas neuen Roadster, den SpaceX-Start zur ISS und die Zahlen von Micron, Nike und Accenture. An den Finanzmärkten bleiben Anleiherenditen und Energiepreise die zentralen Risikofaktoren. Und vor 77 Jahren wurde die Volksrepublik China gegründet – der Beginn eines politischen und wirtschaftlichen Weges, der das Land von einer agrarisch geprägten Volkswirtschaft zu einer der größten Mächte der Welt führte.
In den USA wird die Generaldebatte der 81. UN-Generalversammlung fortgesetzt. Im Mittelpunkt stehen die Kriege im Nahen Osten und in der Ukraine, die Handelspolitik und die wachsenden Spannungen zwischen den großen Wirtschaftsräumen.
In Deutschland werden die Einzelhandelsumsätze für August veröffentlicht. Nach dem kräftigen Rückgang im Juli dürften die realen Umsätze um 2,0% zum Vormonat gestiegen sein (Juli: -3,4%). Die Erholung wäre ein positives Signal für den privaten Konsum, würde die schwache Grundtendenz der privaten Nachfrage aber noch nicht drehen.
Von der FED spricht Barkin.
In den USA wird das Verbrauchervertrauen des Conference Board für September veröffentlicht. Es wird ein Anstieg auf 91,0 Punkte erwartet (August: 89,4 Punkte). Zusätzlich gibt die JOLTS-Umfrage Hinweise darauf, ob die Nachfrage nach Arbeitskräften robust bleibt.
In Australien wird die Notenbank ihren Leitzins um 25 Basispunkte auf 4,60% anheben (aktuell: 4,35%). Der anhaltende Preisdruck spricht für eine weitere Straffung.
Von der FED sprechen Goolsbee und Williams.
In China werden die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für September veröffentlicht. Der Index für das verarbeitende Gewerbe dürfte erstmals seit März wieder leicht über der 50er-Expansionsschwelle liegen (August: 49,8 Punkte). Auch bei den Dienstleistungen wird ein leichter Anstieg erwartet (August: 49,0 Punkte). Die Schere zwischen starker Produktion und Export und schwacher Binnennachfrage bleibt aber wohl auch in Q4 bestehen.
In Deutschland werden die Verbraucherpreise für September veröffentlicht. Vor allem die höheren Energiepreise dürften die Inflationsrate auf 3,3% steigen lassen (August: 2,9%). Zum Vormonat wird ein Plus von 0,6% erwartet.
In den USA wird die PCE-Kerninflation für August veröffentlicht. Der von der FED besonders beachtete Indikator dürfte um 0,2% zum Vormonat gestiegen sein (Juli: +0,3%) und damit weiterhin erhöhten Preisdruck signalisieren. Die Jahresrate dürfte unverändert bei 3,3% gelegen haben.
Der ADP-Beschäftigungsbericht für September dürfte einen Stellenaufbau von etwa 60k zeigen (August: 38 k) und auf einen weiterhin stabilen privaten Arbeitsmarkt hindeuten.
Von der FED sprechen Barkin, Cook, Goolsbee und Kashkari.
Micron Technology veröffentlicht Quartalszahlen. Neben dem Ausblick auf das neue Geschäftsjahr stehen die Nachfrage nach HBM-Speichern für KI-Rechenzentren, die Preisentwicklung bei DRAM und die Investitionspläne im Mittelpunkt.
In den USA wird der ISM-Index für die Industrie für September veröffentlicht. Nach den jüngst sehr positiven Umfrageergebnissen wird ein weiterer deutlicher Anstieg auf 55,5 Punkte erwartet (August: 54,6 Punkte). Das würde die Widerstandsfähigkeit der US-Industrie gegenüber höheren Zinsen und Energiepreisen und die starke Dynamik im KI-Sektor unterstreichen.
Von der EZB spricht Lagarde.
Von der FED sprechen Barkin, Collins, Schmid und Logan.
Tesla präsentiert den neuen Roadster. Das seit Jahren verschobene Modell soll Teslas technologische Ambitionen im oberen Leistungssegment unterstreichen.
SpaceX plant mit der NASA den Start der Crew-13-Mission zur Internationalen Raumstation. Der Flug ist zugleich ein weiterer Test für die operative Zuverlässigkeit des kommerziellen Raumfahrtprogramms.
Accenture und Nike veröffentlichen Quartalszahlen. Bei Accenture stehen die KI-bezogenen Auftragseingänge und der Ausblick im Vordergrund. Bei Nike achten Investoren auf die Entwicklung in China, die Lagerbestände und die Margen.
In China beginnt die Feiertagswoche zum Nationalfeiertag. Die Börsen bleiben geschlossen, sodass Impulse aus den Einkaufsmanagerindizes an den chinesischen Märkten erst mit Verzögerung verarbeitet werden.
Im Euro-Raum wird die Inflationsrate für September veröffentlicht. Die Teuerung dürfte wegen der höheren Energiepreise von 3,2% auf 3,6% gestiegen sein. Auch die Kernrate dürfte leicht zugelegt haben (August: 2,4%).
In den USA wird der offizielle Arbeitsmarktbericht (NFP) für September veröffentlicht. Die Beschäftigung dürfte erneut zugelegt haben, wenn auch weniger stark als im Vormonat (August: +162k). Die Arbeitslosenquote dürfte erneut bei 4,1% gelegen haben und damit einen stabilen Arbeitsmarkt signalisieren. Mit Blick auf die kommenden Zinsentscheidungen steht deshalb im Fokus, ob sich der Lohndruck erhöht hat.
Von der EZB spricht Vujčić.
Am 1. Oktober 1949 proklamierte Mao Zedong auf dem Tian’anmen-Platz in Peking die Volksrepublik China, nachdem die Kommunistische Partei den Bürgerkrieg gegen die nationalistische Kuomintang weitgehend für sich entschieden hatte. Unter Mao entstand eine zentral gelenkte Planwirtschaft nach sowjetischem Vorbild, geprägt von Kollektivierung und staatlicher Kontrolle der Industrie – mit teilweise katastrophalen Folgen, insbesondere während des „Großen Sprungs nach vorn“. Der entscheidende wirtschaftliche Wendepunkt kam 1978 unter Deng Xiaoping: Landwirtschaft und Preise wurden schrittweise liberalisiert, Sonderwirtschaftszonen geschaffen und das Land für ausländisches Kapital und Handel geöffnet. Seit Beginn dieser Reform- und Öffnungspolitik wuchs Chinas Wirtschaft im Durchschnitt über Jahrzehnte mit rund 9 % jährlich, wodurch fast 800 Millionen Menschen extremer Armut entkamen und China zu einer der größten Wirtschaftsmächte aufstieg. Eine passende Anekdote liefert Dengs später berühmt gewordener Pragmatismus, der sinngemäß im Satz vom „schwarzen oder weißen Kater“ zum Ausdruck kam: Entscheidend sei nicht die Ideologie, sondern ob das wirtschaftliche Modell funktioniere – ein bemerkenswerter Kontrast zur Staatsgründung von 1949.