02.10.2026

Der Wochenausblick auf KW 41 2026

Der Wochenausblick auf KW 41. Die deutsche Industrie muss zeigen, ob die bessere Stimmung allmählich in den harten Daten ankommt. In den USA trifft eine weiterhin robuste Dienstleistungskonjunktur auf hartnäckigen Preisdruck. Das Protokoll der September-Sitzung der FED dürfte deshalb die Erwartung weiterer Zinsschritte stützen. Zinsentscheidungen stehen in Indien und Peru auf der Agenda. Politisch richtet sich der Blick auf die Präsidentschaftswahl in Brasilien und die neuen Handelsgespräche zwischen der EU und China. An den Finanzmärkten bleibt die Renditeentwicklung bei Staatsanleihen in den USA und Frankreich der zentrale Risikofaktor. Und vor 53 Jahren begann der Jom-Kippur-Krieg, dessen Folgen die Weltwirtschaft in die erste große Ölkrise stürzten.


Samstag/Sonntag

Politik

In Brasilien findet die erste Runde der Präsidentschaftswahl statt. Das Rennen zwischen Präsident Lula da Silva und seinem wichtigsten Herausforderer Flávio Bolsonaro dürfte knapp ausfallen. Für die Märkte steht die Frage im Vordergrund, ob die nächste Regierung einen glaubwürdigen Konsolidierungskurs einschlägt.

Die OPEC+ überprüft ihre Förderpolitik. Angesichts des anhaltenden Kriegs im Nahen Osten und bestehender Angebotsrisiken dürfte das Bündnis trotz eines Ölpreises von zuletzt mehr als 100 USD je Barrel vorerst von einer weiteren Ausweitung der Förderziele absehen.


Montag

Konjunktur

In den USA wird der ISM-Index für den Dienstleistungssektor für September veröffentlicht. Nach dem kräftigen Anstieg im August dürfte der Index leicht gesunken sein (August: 55,4 Punkte). Die Preiskomponente könnte dagegen weiter zugelegt haben.

Geldpolitik

Von der EZB spricht u.a. Lane. 
 


Dienstag

Konjunktur

In Deutschland wird der Auftragseingang der Industrie für August veröffentlicht. Nach dem von Großaufträgen geprägten Vormonat dürfte der Gesamtindex wieder spürbar gesunken sein (Juli: +2,5%). Die Kerngröße ohne Großaufträge könnte dagegen – gestützt durch die Nachfrage nach KI-Infrastruktur – weiter etwas zugelegt haben und damit die zuletzt besseren Stimmungsindikatoren bestätigen.

Geldpolitik

Von der FED sprechen Bowman, Williams und Logan. 

Von der EZB äußern sich Cipollone und Rehn. 

Unternehmen

Bei Amazon beginnen die Prime Big Deal Days. Die Aktionstage geben einen frühen Hinweis auf die US-Konsumneigung vor dem Weihnachtsgeschäft und auf den Wettbewerbsdruck im Onlinehandel.


Mittwoch

Konjunktur

In Deutschland wird die Industrieproduktion für August veröffentlicht. Nach der schwachen Entwicklung im Vormonat dürfte die Produktion moderat gestiegen sein (Juli: -1,1%). Der Wegfall von Belastungen in der Automobilproduktion sollte das Niedrigwasser und die hohen Energiekosten überkompensiert haben.

Geldpolitik

In Indien wird die Notenbank ihren Leitzins unverändert lassen (aktuell: 5,25%). Hohe Ölpreise und geringe Niederschläge erhöhen die Inflationsrisiken, während schwächere Fahrzeugverkäufe, Exporte und Finanzierungsbedingungen für eine abwartende Haltung sprechen.

In Peru wird die Notenbank ihren Leitzins um 25 Basispunkte auf 4,50% anheben (aktuell: 4,25%). 

In den USA wird das Protokoll der September-Sitzung der FED veröffentlicht. Entscheidend sind Hinweise auf den künftigen Zinspfad und die Diskussion über die Bilanz der Notenbank.


Donnerstag

Politik

Zwischen der EU und China beginnen neue Handelsgespräche. Im Mittelpunkt stehen die europäischen Schutzmaßnahmen, chinesische Überkapazitäten und der Zugang europäischer Unternehmen zum chinesischen Markt. 

Geldpolitik

Im Euro-Raum wird das Protokoll der September-Sitzung der EZB veröffentlicht. Es dürfte zeigen, wie der Rat die höhere Energieinflation und steigende langfristige Renditen gegen die weiterhin schwache Konjunktur abgewogen hat.

Unternehmen

In der Q3-Berichtssaison berichten u.a. Delta Air Lines, PepsiCo, Tata und Tesco an. 


Freitag

Konjunktur

In den USA wird das Michigan-Verbrauchervertrauen für Oktober veröffentlicht. Der Index dürfte wegen hoher Benzinpreise und steigender Finanzierungskosten auf niedrigem Niveau geblieben sein. Besonders relevant sind die Inflationserwartungen der Haushalte, die zuletzt empfindlich auf Energiepreisschocks reagiert haben.

Politik

In Luxemburg beraten die EU-Finanzminister über die gestiegenen Finanzierungskosten und Risikoprämien, die Umsetzung der Fiskalregeln und die Finanzierung höherer Verteidigungsausgaben. 


KW 41 aus historischer Perspektive

Am 6. Oktober 1973 begann mit dem Angriff Ägyptens und Syriens auf Israel der Jom-Kippur-Krieg. Wenige Tage später verhängten arabische Förderstaaten ein Ölembargo gegen Unterstützer Israels. Der Ölpreis vervielfachte sich. Der Schock trieb die Inflation, schwächte das Wachstum und zwang Notenbanken in einen schmerzhaften Zielkonflikt. Die Episode bleibt aktuell, weil geopolitische Angebotsschocks Energiepreise, Inflationserwartungen und Anleiherenditen rasch gemeinsam bewegen. Eine bis heute erinnerte Anekdote: In den USA durfte zeitweise nur tanken, wessen Nummernschild zur jeweiligen Tagesregel passte.


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