09.10.2026

Der Wochenausblick auf KW 42 2026

Der Wochenausblick auf KW 42. Die US-Inflationsdaten liefern den wichtigsten Makro-Impuls der Woche. Auch zum US-Konsum gibt es Neues. In China stehen Außenhandels- und Inflationsdaten auf der Agenda. Gleichzeitig beginnt die Q3-Berichtssaison mit den großen US-Banken, bevor ASML und TSMC einen Einblick in die KI-Nachfrage geben. Vor diesem Hintergrund könnten die Zinsdebatten temporär etwas in den Hintergrund treten. Und vor 36 Jahren erhielten Harry Markowitz, Merton Miller und William Sharpe den Wirtschaftsnobelpreis für Arbeiten, die das Verständnis von Risiko, Rendite und Unternehmensfinanzierung bis heute prägen.


Samstag/Sonntag

Politik

In Taiwan hält Präsident Lai Ching-te seine Rede zum Nationalfeiertag. Aussagen zum Verhältnis zu China dürften in Peking aufmerksam verfolgt werden.


Montag

Politik

In Thailand beginnt die Jahrestagung von IWF und Weltbank. Im Mittelpunkt stehen der globale Wachstums- und Inflationsausblick, die Folgen hoher Energiepreise sowie die Tragfähigkeit der Staatsschulden.

In der EU findet das Treffen der Außenminister zur Ukraine, zum Nahen Osten und zu den sicherheitspolitischen Folgen einer Erweiterung statt.

In Schweden wird der Wirtschaftsnobelpreis bekannt gegeben. 

Geldpolitik

Von der FED spricht Hammack.

Unternehmen

In Frankreich beginnt der Pariser Autosalon. Für die europäischen Hersteller geht es vor allem um den Margendruck durch die Elektromobilität und die wachsende Konkurrenz aus China.

Finanzmarkt

In den USA bleiben die Anleihemärkte wegen des Columbus Day feiertagsbedingt geschlossen. Auch in Japan ruht der Aktien- und Anleihehandel. 

 


Dienstag

Konjunktur

In den USA wird der NFIB-Mittelstandsindex für September veröffentlicht. Die Stimmung der kleinen und mittleren Unternehmen hatte sich zuletzt etwas eingetrübt. Entscheidend ist, ob höhere Finanzierungskosten und die Unsicherheit über Energiepreise die Investitions- und Einstellungspläne belasten.

Geldpolitik

Von der FED spricht Waller.

Unternehmen

Zum Start der Q3-Berichtssaison berichten u.a.: JPMorgan, Goldman Sachs, Citigroup und Wells Fargo sowie Johnson & Johnson und UnitedHealth. 

Apple stellt neue Smart-Home-Geräte vor. Entscheidend ist, ob der Konzern sein Ökosystem über Smartphone und Computer hinaus überzeugend verbreitern kann.


Mittwoch

Konjunktur

In China werden die Daten zum Außenhandel und der Inflation für September veröffentlicht. Die Exporte dürften dank der starken Nachfrage nach KI-Hardware um rund 30% gegenüber dem Vorjahr gestiegen sein (August: +25,0%); bei den Importen ist mit einem moderateren Anstieg zu rechnen (August: +28,2%).

Die Verbraucherpreisinflation dürfte moderat auf 1,1% gestiegen sein (August: 0,8%), die Erzeugerpreisinflation wegen Energiepreisen und KI-Investitionen auf 4,5% (August: 3,8%).

Auch in den USA wird die Inflationsrate (CPI) für September veröffentlicht. Der kräftige Anstieg der Benzinpreise dürfte die Monatsrate auf 0,6% getrieben haben (August: +0,4%). Zum Vorjahr dürfte die Inflation damit bei 3,6% gelegen haben (August: 3,4%). In der Kernrate ist dagegen ein monatliches Plus von 0,3% zu erwarten (August: +0,3%). Zum Vorjahr dürfte die Kerninflation auf 2,5% gestiegen sein. Eine weitere Zinsanhebung im Dezember dürfte damit noch etwas wahrscheinlicher werden.  

Geldpolitik

Die FED veröffentlicht das Beige Book zum Konjunkturausblick in den Regionen. 

Von der EZB sprechen Makhlouf, Escriva und Moulin. 

Unternehmen

In der Q3-Berichtssaison berichten u.a.: Bank of America, Morgan Stanley, BlackRock und ASML.


Donnerstag

Konjunktur

In den USA wird der Einzelhandelsumsatz für September veröffentlicht. Höhere Benzinpreise dürften den nominalen Umsatz erneut gestützt haben (August: +1,1%). Wichtiger ist, ob die Kontrollgruppe einen weiterhin soliden privaten Konsum signalisiert.

Der Erzeugerpreisindex für September dürfte durch die gestiegenen Energie- und Transportkosten zum Vormonat weiter spürbar gestiegen sein (August: +0,4%).

Politik

In Belgien beginnt der zweitägige EU-Gipfel. Die Staats- und Regierungschefs beraten über die Ukraine, den Nahen Osten, Verteidigungsausgaben und Migration.

Geldpolitik

Von der FED spricht Hammack.

Unternehmen

In der Q3-Berichtssaison berichtet u.a.: TSMC.

Tesla stellt den zweiten Generation Roadster vor. Neben Preis und Produktionsbeginn wird entscheidend sein, ob das Modell technologische Strahlkraft entfaltet.


Freitag

Geldpolitik

Von der FED spricht Kevin Warsh auf der IWF-Jahrestagung. 


KW 42 aus historischer Perspektive

Am 16. Oktober 1990 verlieh die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften den Wirtschaftsnobelpreis an Harry Markowitz, Merton Miller und William Sharpe. Markowitz hatte mit der Portfoliotheorie gezeigt, dass Anleger Rendite nicht losgelöst vom Zusammenspiel der Risiken einzelner Anlagen betrachten sollten. Sharpe entwickelte darauf aufbauend das Capital Asset Pricing Model, während Miller die moderne Theorie der Unternehmensfinanzierung prägte. Diversifikation, Kapitalkosten und die Bewertung von Risiken gehören deshalb bis heute zum Grundgerüst professioneller Kapitalanlage. Als Markowitz seine Dissertation verteidigte, soll Milton Friedman ihm zunächst beschieden haben, Portfoliotheorie sei keine Ökonomie – Jahrzehnte später nahm Markowitz genau dafür den Nobelpreis entgegen.


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