16.10.2026

Der Wochenausblick auf KW 43 2026

Der Wochenausblick auf KW 43. Chinas Wachstums- und Aktivitätsdaten zeigen, ob die zusätzlichen fiskalischen Impulse die Binnennachfrage zum Ende des dritten Quartals stabilisiert haben. In Europa stehen die Einkaufsmanagerindizes im Fokus. Mehrere asiatische Notenbanken entscheiden angesichts höherer Energiepreise und zunehmenden Inflationsdrucks über ihren Kurs. Auf Unternehmensseite stehen in der Q3-Berichtssaison große Technologie- und Industriekonzerne im Blickpunkt. An den Finanzmärkten bleiben die (geo-)politischen Risiken für die Energiepreise und die hohen Anleiherenditen die wichtigsten Belastungsfaktoren. Und vor 39 Jahren machte der Black Monday die globale Vernetzung der Finanzmärkte schlagartig sichtbar.


Samstag/Sonntag

Politik

In Thailand endet die Jahrestagung von IWF und Weltbank. Im Mittelpunkt stehen die Folgen hoher Energiepreise, die Risiken der geopolitischen Fragmentierung und der Umgang mit der zunehmenden Verschuldung vieler Schwellenländer.

Geldpolitik

Von der EZB sprechen Nagel und Rehn.

Von der FED sind aufgrund der Schweigeperiode keine Reden geplant.


Montag

Konjunktur

In China wird das Bruttoinlandsprodukt für das dritte Quartal veröffentlicht. Das Wachstum dürfte ähnlich moderat wie im Vorquartal ausgefallen sein (Q2: +4,3% zum Vorjahr). Die Septemberdaten zur Produktion und dem Konsum dürften ebenso fast unveränderte Dynamiken zeigen. Die Industrieproduktion sollte um gut 5% zugelegt haben (August: +5,2%), während die Einzelhandelsumsätze erneut kaum mehr als stagniert haben (August: +0,4%). Die fiskalischen Impulse kommen nach wie vor nur bei der Produktion und den öffentlichen Investitionen an, die private Binnennachfrage bleibt (zu) schwach.

Geldpolitik

Von der EZB sprechen Elderson und Panetta.

Unternehmen

In der Q3-Berichtssaison berichten u.a. BAWAG, HDFC Bank und ICICI Bank.


Dienstag

Konjunktur

In Deutschland wird der ZEW-Index für Oktober veröffentlicht. Es ist mit einem Rückgang zu rechnen (September: 34,7 Punkte). Hohe Energiepreise und steigende Finanzierungskosten belasten die Perspektiven.

In China werden die Banken die Kreditzinsen im Oktober erneut nicht ändern. Der einjährige Satz dürfte bei 3,00% und der fünfjährige Satz bei 3,50% bleiben. Ohne neue Impulse der PBoC besteht kaum Spielraum für eine Senkung.

Unternehmen

In der Q3-Berichtssaison berichten u.a. ABB, Deutsche Börse, General Electric, General Motors und Netflix.


Mittwoch

Politik

US-Finanzminister Bessent spricht auf einer Investorenkonferenz in New York.

Geldpolitik

In Indonesien dürfte die Notenbank ihren Leitzins um 25 Basispunkte auf 6,00% anheben (aktuell: 5,75%). Der Schritt wäre vor allem ein Signal gegen den Abwertungsdruck und die zunehmenden Inflationsrisiken.

Unternehmen

In der Q3-Berichtssaison berichten u.a. Meta, Moody’s, Phillip Morris, SAP und Tesla.


Donnerstag

Geldpolitik

In Südkorea wird die Notenbank ihren Leitzins unverändert lassen (aktuell: 3,00%). Nach zwei Anhebungen in Folge erlaubt der festere Won eine Pause. Der KI-getriebene Aufschwung spricht aber für weitere Schritte in den kommenden Monaten.

Auch in den Philippinen wird die Notenbank ihren Leitzins um 25 Basispunkte auf 5,25% anheben (aktuell: 5,00%).  Von der EZB spricht Panetta.

Unternehmen

In der Q3-Berichtssaison berichten u.a. Barclays,Intel, Nokia, Procter&Gamble und Spotify.


Freitag

Konjunktur

Im Euro-Raum wird der Einkaufsmanagerindex (PMI) für Oktober veröffentlicht. Der Index für die Gesamtwirtschaft dürfte nahe dem erhöhten Vormonatsniveau bleiben (September: 53,1 Punkte). Vor allem die Indizes für Frankreich stehen unter Beobachtung und werden zeigen, ob die fiskalische und politische Unsicherheit die Stimmung der Unternehmen belastet. 

In Japan wird die Inflation für September veröffentlicht. Die Kernrate ohne frische Lebensmittel dürfte auf 2,0% gestiegen sein (August: +1,7%). Damit würde sie wieder das Ziel der Bank of Japan erreichen und weitere Zinserhöhungen stützen.

Unternehmen

In der Q3-Berichtssaison berichtet u.a. American Express


KW 43 aus historischer Perspektive

Am 19. Oktober 1987 brach der Dow Jones Industrial Average um 22,6% ein und verzeichnete damit den bis heute größten Tagesverlust seiner Geschichte. Der als Black Monday bekannte Kurssturz erfasste innerhalb weniger Stunden die Börsen rund um den Globus und machte ihre zunehmende Vernetzung sichtbar. Automatisierte Verkaufsprogramme und die damals verbreitete Portfolioabsicherung verstärkten die Abwärtsspirale, als immer mehr Verkaufsaufträge auf kaum noch vorhandene Liquidität trafen. In der Folge führten die Börsen Handelsunterbrechungen ein, während die FED mit der Bereitstellung von Liquidität einen Präzedenzfall für spätere Krisen schuf. Intel-Chef Andrew Grove verglich die Dynamik damals mit einem Theater, in dem jemand „Feuer“ ruft und alle gleichzeitig zum Ausgang drängen.


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