30.10.2026

Der Wochenausblick auf KW 45 2026

Der Wochenausblick auf KW 45. Die Zwischenwahlen in den USA könnten Präsident Trump die Mehrheiten in beiden Kongresskammern kosten. Konjunkturell stehen die Einkaufsmanagerindizes in China und den USA sowie zum Wochenschluss der US-Arbeitsmarktbericht im Fokus. Geldpolitisch dürften die Bank of England und die Reserve Bank of Australia ihre Leitzinsen anheben, während die Norges Bank pausiert. Am Ölmarkt berät die OPEC+ über die Förderpolitik, und die Q3-Berichtssaison setzt sich mit Ergebnissen unter anderem von Apple, AMD, Qualcomm und BMW fort. Und vor 51 Jahren markierte die offizielle Inbetriebnahme des Forties-Pipelinesystems den Aufstieg der Nordsee zu einer der wichtigsten Energieregionen Europas.


Samstag/Sonntag

Konjunktur

In China wird die offizielle Einkaufsmanagerumfrage (PMI) für Oktober veröffentlicht. Sie wird zeigen, ob sich die jüngste Erholung der Konjunkturdaten fortsetzt. Der Index für die Industrie dürfte sich oberhalb der Expansionsschwelle von 50 Punkten gehalten haben (September: 50,1 Punkte). Der Index für die Dienstleister wird zeigen, ob sich die Dynamik der bislang schwachen Binnennachfrage tatsächlich etwas verstärkt hat (September: 50,2 Punkte).

Politik

In Bulgarien findet die Stichwahl um das Präsidentenamt statt. Das Ergebnis wird zeigen, ob der europafreundliche Kurs des Landes innenpolitisch weiter Rückhalt findet.

Finanzmarkt

Die OPEC+ überprüft bei ihrem Treffen zur Förderpolitik die Lage am Ölmarkt. Trotz der geopolitischen Risiken dürfte das Bündnis die Produktion kaum verändern.


Montag

Konjunktur

In den USA wird der ISM-Einkaufsmanagerindex für die Industrie für Oktober veröffentlicht. Erwartet wird ein leichter Rückgang von hohem Niveau (September: 55,6 Punkte). Damit bliebe die Industrie trotz höherer Zinsen und politischer Unsicherheit auf Expansionskurs.

Geldpolitik

Von der FED spricht Goolsbee. 

Von der EZB sprechen u.a. Vujcic und Makhlouf.

Unternehmen

In der Q3-Berichtssaison berichten u.a. Apple, Palantir Technologies und Ryanair.


Dienstag

Konjunktur

In den USA wird die JOLTS-Statistik zur Zahl der offenen Stellen für September veröffentlicht. Nach dem unerwartet schwachen Beschäftigungsaufbau dürfte auch die Zahl der unbesetzten Stellen leicht gesunken sein.

In den USA wird der Auftragseingang der Industrie für September veröffentlicht. Nach einem leichten Rückgang im Vormonat dürfte er wegen höherer Bestellungen langlebiger Güter wieder zugelegt haben.

Politik

In den USA finden die Zwischenwahlen zum Kongress statt. Die Demokraten dürften die Mehrheit im Repräsentantenhaus gewinnen; auch im Senat haben sie gute, wenn auch knappe Chancen. Bei einem Sieg in beiden Kammern wäre Präsident Trump innenpolitisch deutlich eingeschränkt, während sein Handlungsspielraum in der Außen- und Handelspolitik groß bliebe.

Geldpolitik

In Australien wird die Notenbank ihren Leitzins voraussichtlich um 25 Bp auf 4,85% anheben (aktuell: 4,60%). Die hohe Kerninflation spricht für den Schritt, die Entscheidung dürfte aber knapp ausfallen. 

Von der EZB sprechen u.a. Escriva, Kocher und Moulin.

Unternehmen

In der Q3-Berichtssaison berichten u.a. AMD, Pfizer, Uber Technologies, Ferrari und Arista Networks.


Mittwoch

Konjunktur

Im Euro-Raum wird die Inflationsrate für Oktober veröffentlicht. Die Jahresrate dürfte wegen geringerer Energiebeiträge auf etwa 3,0% gefallen sein (September: 3,2%). Der zugrunde liegende Preisdruck bei Dienstleistungen bleibt jedoch zu hoch. 

In den USA wird der ISM-Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor für Oktober veröffentlicht. Erwartet wird ein leichter Rückgang (September: 54,8 Punkte). Die zuletzt veröffentlichten BIP-Daten für das dritte Quartal haben allerdings eine überraschend starke Nachfrage nach Dienstleistungen gezeigt. 

In den USA wird der ADP-Beschäftigungsbericht für Oktober veröffentlicht. Er dürfte nur einen moderaten Beschäftigungszuwachs anzeigen.

Geldpolitik

In Brasilien wird die Notenbank ihren Leitzins voraussichtlich unverändert lassen (aktuell: 15,0%). Inflation und fiskalische Unsicherheit lassen vorerst keinen Spielraum für eine Senkung. Entscheidend für den zuletzt schwachen Real wird die Kommunikation der Notenbank sein.

Unternehmen

In der Q3-Berichtssaison berichten u.a. Qualcomm, BMW, Novo Nordisk, McDonald’s, Commerzbank, ARM Holdings und Siemens Healthineers.

Finanzmarkt

In den USA veröffentlicht das Finanzministerium seine vierteljährliche Refinanzierungsplanung. Angesichts der hohen Staatsverschuldung achten Investoren vor allem auf das Emissionsvolumen längerer Laufzeiten.


Donnerstag

Konjunktur

In Deutschland wird der Auftragseingang der Industrie für September veröffentlicht. Nach dem Rückgang im August dürfte er um etwa 0,5% zum Vormonat gestiegen sein (August: -0,8%). Eine nachhaltige Erholung der Industrie wäre damit aber noch nicht belegt.

Politik

In Kanada legt die Regierung den Bundeshaushalt 2026 vor. Im Mittelpunkt stehen zusätzliche Investitionen, die Finanzierung neuer Verteidigungsausgaben und die Frage, wie stark die Neuverschuldung steigt.

Geldpolitik

In Großbritannien wird die Bank of England ihren Leitzins voraussichtlich um 25 Bp auf 4,0% anheben (aktuell: 3,75%). Die erhöhte Inflation spricht für eine weitere Straffung, während die schwache Konjunktur zugleich vorsichtige Signale zum weiteren Kurs nahelegt. 

In Norwegen wird die Norges Bank ihren Leitzins unverändert lassen (aktuell: 4,5%). Der hohe Preisdruck verhindert eine Senkung. Nach den bisherigen Anhebungen dürfte sie aber zunächst die Wirkung der Straffung abwarten. 

In den USA findet eine Anhörung im Weißen Haus zu einem erneuten Versuch statt, FED-Mitglied Lisa Cook abzusetzen. 

Von der EZB sprechen u.a. Lagarde und Schnabel. 

Von der FED sprechen u.a. Logan und Barkin.

Unternehmen

In der Q3-Berichtssaison berichten u.a. Toyota, ConocoPhillips, Booking Holdings, Rheinmetall, Deutsche Telekom, Airbnb und MercadoLibre.


Freitag

Konjunktur

In den USA wird der offizielle Arbeitsmarktbericht für Oktober veröffentlicht. Nach einem Zuwachs von lediglich 29k Stellen im September dürfte die Beschäftigung um etwa 55k zugelegt haben. Die Arbeitslosenquote sollte bei 4,2% geblieben sein. Ein erneut schwacher Bericht würde die Erwartung einer weiteren Zinserhöhung im Dezember dämpfen. 

In Deutschland wird die Industrieproduktion für September veröffentlicht. Nach dem Rückgang im August dürfte sie um etwa 0,4% zum Vormonat gestiegen sein (August: -1,0%). Das Produktionsniveau bliebe dennoch niedrig.

Geldpolitik

Von der FED spricht Williams.

Unternehmen

In der Q3-Berichtssaison berichtet u.a. Moderna.


KW 45 aus historischer Perspektive

Am 3.November.1975 nahm Queen Elizabeth II das Forties-Pipelinesystem für die Förderung von Nordseeöl offiziell in Betrieb. Das von BP erschlossene Feld gehörte damals zu den größten Offshore-Projekten der Welt; über eine rund 170 Kilometer lange Pipeline wurde das Öl an die schottische Küste transportiert. Die Förderung verringerte Großbritanniens Abhängigkeit von Energieimporten und veränderte Handelsbilanz, Staatseinnahmen und Energiepolitik des Landes nachhaltig. Heute erinnert Forties daran, dass Energieversorgung nicht nur von Reserven, sondern auch von kapitalintensiver Infrastruktur und verlässlichen politischen Rahmenbedingungen abhängt. Als Anekdote blieb in Erinnerung, dass die Königin das System nicht auf einer Bohrinsel, sondern per Knopfdruck vom BP-Stützpunkt im schottischen Dyce aus eröffnete.


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