
Der Wochenausblick auf KW 5. Am Kapitalmarkt richtet sich der Blick auf die Entscheidung der FED (und zahlreicher weiterer Notenbanken) und auf die Q4-Ergebnisse der Big Tech, welche die Bewertungen auf den Prüfstand stellen. Datenseitig steht der ifo Index und das Q4-BIP im Euro-Raum auf der Agenda. Politisch bleibt es erratisch und die USA treten offiziell aus dem Klimaschutzabkommen aus – wieder einmal. Und vor 76 Jahren trat in Indien die Verfassung in Kraft und ebnete den Weg in eine neue Zeit staatlicher und wirtschaftlicher Selbstbestimmung.
In Deutschland könnte der ifo Geschäftsklimaindex im Januar – nach zwei Rückgängen in Folge – wieder etwas zugelegt haben (Dezember: 87,6 Punkte). Darauf deutet der Anstieg der bereits veröffentlichten Einkaufsmanagerindizes (PMI) hin.
In den USA sollten die Auftragseingänge im November wieder etwas gestiegen sein (Oktober: -2,2%). Insgesamt bleibt die Entwicklung in der US-Industrie aber schleppend und wird auch durch die höheren Importkosten belastet.
Von der EZB spricht Kocher.
Die USA steigen offiziell erneut aus dem Pariser Klimaschutzabkommen aus.
In Neu-Delhi sprechen Vertreter der EU und Indiens über mögliche wirtschaftliche Kooperationen.
Die Notenbank in Chile wird auf ihrer Januarsitzung ihren Leitzins unverändert halten (aktuell: 4,5%). Auch die Notenbank in Ungarn wird keine Zinsänderung beschließen (aktuell: 6,5%).
In der Q4-Berichtssaison berichten u.a.: Boeing, GM, LVMH, United Health und UPS.
Die FED wird auf ihrer Januarsitzung ihren Leitzins unverändert halten (aktuell Obergrenze: 3,75%). Zwar hat sich der Preisauftrieb zuletzt etwas abgeschwächt. Die Datenlage zur Preisentwicklung ist nach dem Shutdown aber nach wie vor etwas dünn. Gleichzeitig hat sich die Konjunktur zuletzt überraschend dynamisch gezeigt. Und schließlich erschwert der Druck der US-Administration der Notenbank die Zinsen kurzfristig zu senken, ohne die Unabhängigkeit der Entscheidung in Frage zu stellen. Entscheidend für die Marktreaktion wird sein, ob und wie weit Chair-Powell die Tür für eine Senkung auf der kommenden Sitzung öffnet. Aktuell preist der Markt bis Jahresende zwei weitere Zinssenkungen sein.
Auch die Notenbanken in Kanada (aktuell: 2,25%) und Brasilien (aktuell: 15%) dürften im Januar eine Zinspause einlegen.
In Japan veröffentlicht die BoJ die Protokolle zur Zinsentscheidung im Januar.
In der Q4-Berichtssaison berichten u.a.: ADP, ASML, IBM, Meta, Microsoft, Otis, ServiceNow und Tesla.
Auch die Notenbank in Schweden (aktuell: 1,75%) wird ihren Leitzins im Januar unverändert halten. In Südafrika könnte die Notenbank dagegen eine Zinssenkung beschließen (aktuell: 6,75%).
Die EZB geht in ihre Schweigeperiode vor der nächsten Zinsentscheidung am 5. Februar.
In der Q4-Berichtssaison berichten u.a.: ABB, Apple, Caterpillar, Deutsche Bank, Mastercard, Roche, Sanofi, SAP und Visa.
In Japan ist die Kerninflationsrate im Raum Tokio im Januar wohl allenfalls leicht gesunken (Dezember: 2,6%). Der Rückgang der Gesamtinflationsrate dürfte lediglich durch einen Basiseffekt bei Energie getrieben sein. Die Daten dürften die Erwartungen auf weitere Zinsanhebungen durch die BoJ hochhalten.
Im Euro-Raum ist das reale BIP im vierten Quartal wohl erneut um 0,3% gestiegen (Q2: +0,3%). Für 2025 steht damit eine Wachstumsrate von etwa 1,4% unter dem Strich. In Deutschland und Frankreich hat das Plus bei etwa 0,3% gelegen. In Spanien fiel der Anstieg erneut deutlich höher aus. Kaum expandiert hat die Wirtschaftsleistung zum Jahresende dagegen in Italien.
In Deutschland sind die Verbraucherpreise im Januar wohl nur leicht gestiegen. Auf Grund eines Basiseffektes aus dem Vorjahr dürfte die Inflationsrate dennoch wieder über die 2%-Marke geklettert sein (Dezember: +1,8%). Insgesamt bleibt der Preisdruck aber gering und die Teuerung steht im Einklang mit dem Ziel der EZB.
Von der FED spricht Musalem.
In der Q4-Berichtssaison berichten u.a.: American Express und Chevron.
Am 26. Januar 1950 trat Indien mit Inkrafttreten seiner Verfassung als Republik in eine neue Phase staatlicher und wirtschaftlicher Selbstbestimmung ein. Gegründet wurde Indien bereits am 15. August 1947 als unabhängiger Staat, als es sich vom britischen Empire löste. Der Aufbau demokratischer Institutionen, eines föderalen Systems und eines unabhängigen Rechtsrahmens ab 1950 legte die Grundlage für langfristiges Wachstum – auch wenn das Land jahrzehntelang von staatlicher Planung geprägt war. Seit den Wirtschaftsreformen der 1990er-Jahre hat sich Indien zu einer dynamischen großen Volkswirtschaft entwickelt und spielt heute eine zentrale Rolle in Technologie, Dienstleistungen und globalen Lieferketten. Aktuell wird Indien oft als strategische Alternative oder zumindest Ergänzung zu China gesehen, sowohl geopolitisch als auch wirtschaftlich. Eine bekannte Anekdote: Bei der Ausarbeitung der Verfassung soll B. R. Ambedkar gescherzt haben, man schreibe das Dokument für ein Land, das „so unterschiedlich ist, dass es eigentlich mehrere Nationen sein müssten“ – ein Satz, der Indiens heutige Herausforderungen aber auch seine Stärke beschreibt.