30.01.2026

Der Wochenausblick auf KW 6 2026

Der Wochenausblick auf KW 6. Die Schwäche des US-Dollars sorgt für Diskussionen und könnte auch die Notenbankentscheidungen u.a. in Europa, UK und Australien beeinflussen. Gleichzeitig werden die Investoren den möglichen Kurs des neuen FED-Chair diskutieren. Auf Makro-Seite stehen die Inflationsrate im Euro-Raum und der US-Arbeitsmarktbericht im Fokus. Politisch richtet sich der Blick auf die Verhandlungen zum Ukraine-Krieg und den Funding-Plan des US-Finanzministeriums. In der Q4-Berichtssaison legen u.a. Amazon, Alphabet und Novo Nordisk die Ergebnisse vor. Und vor 80 Jahren markierte die Verstaatlichung der Bank of England den Übergang zu moderner, demokratisch legitimierter Geldpolitik.


Samstag/Sonntag

Konjunktur

In China werden die Frühindikatoren zur Konjunktur für Januar veröffentlicht. Die Einkaufsmanagerindizes (PMI) dürften für die Industrie (Dezember: 50,1 Punkte) wie auch die Dienstleister (Dezember: 50,3 Punkte) nahe der Vormonatswerte gelegen haben. Der Binnennachfrage fehlt nach wie vor Schwung. Die Produktion könnte aber etwas stärker zugelegt haben. 

Politik

Die OPEC+ diskutieren über weitere mögliche Produktionskürzungen. Der Ölpreis hat zuletzt seine Schwächephase überwunden und deutlich auf etwa 70 USD pro Fass (Brent) zugelegt. 

Vertreter der Ukraine, Russlands und der USA setzen in den Vereinigten Arabischen Emiraten ihre Verhandlungen über eine Beendigung des Krieges fort.

Geldpolitik

In den USA endet die Amtszeit von FED-Mitglied Stephen Miran

Unternehmen

Bei Walmart tritt John Furner die CEO-Nachfolge von Doug McMillon an


Montag

Konjunktur

In den USA dürfte der ISM-Index für die Industrie im Januar wieder etwas gestiegen sein (Dezember: 47,9 Punkte). Darauf deuten die regionalen Indizes hin. Die erneuten Zollandrohungen gegenüber Europa könnten die Importeure zwar zusätzlich verunsichert haben. Die Inlandsnachfrage hat sich in einigen Branchen zuletzt aber verbessert. 

Geldpolitik 

Von der FED spricht Bostic.  

Unternehmen

In der Q4-Berichtssaison berichten u.a.: Palantir und Walt Disney. 


Dienstag

Konjunktur

In den USA sollten die JOLTS-Daten zum Arbeitsmarkt im Dezember unterstreichen, dass das Risiko eines Einbruchs der Nachfrage der Unternehmen nach Arbeitskräften derzeit gering ist.

Geldpolitik 

Die EZB veröffentlicht die Ergebnisse des Bank Lending Survey zum ersten Quartal. 

Die Notenbank in Australien (RBA) könnte auf ihrer Januarsitzung ihre Leitzinsen erstmals wieder anheben (aktuell: 3,6%). Die Inflation hat zuletzt stärker als erwartet zugelegt und die Konjunktur zeigt sich robust. Eine Anhebung gegen den globalen Trend sinkender Zinsen könnte erheblichen Aufwärtsdruck auf die Währung bedeuten.

Von der FED spricht Bowman.  

Unternehmen

In der Q4-Berichtssaison berichten u.a.: AMD, Emerson, Merck, PayPal, Pepsi und Pfizer. 


Mittwoch

Konjunktur

Im Euro-Raum ist die Inflationsrate im Januar wohl wieder unter das EZB-Ziel gesunken (Dezember: 2,0%). Auch die Kerninflationsrate dürfte etwas tiefer gelegen haben (Dezember: 2,3%). Zwar haben die Energiepreise zuletzt deutlich zugelegt. Neben den Ölpreisen sind auch die Gaspreise vor dem Hintergrund der recht kalten Temperaturen und niedrigen Füllstände der Gaslager gestiegen. Im Vorjahr war der Preisanstieg aber noch deutlich stärker. Zudem hat die Kernteuerung wohl etwas nachgegeben. Darauf deutet unter anderem die geringere Dynamik der Lohnentwicklung hin. 

In den USA sollte sich der ISM-Index der Dienstleister im Januar auf hohem Niveau gehalten haben (Dezember: 54,4 Punkte). Im Vormonat hatte der Index überraschend deutlich zugelegt. 

Geldpolitik 

In den USA veröffentlicht das Finanzministerium den Finanzierungs- und Emissionsplan der Regierung für das kommende Quartal. 

Die Notenbank in Polen könnte auf ihrer Januarsitzung ihre Leitzinsen zum 7. Mal in Folge senken (aktuell: 4,0%). 

Unternehmen

In der Q4-Berichtssaison berichten u.a.: Alphabet, Eli Lilly, Novartis, Novo Nordisk und Uber. 


Donnerstag

Konjunktur

In Deutschland werden die „harten“ Dezemberdaten zur Industrie veröffentlicht und werden zeigen, ob die jüngste Verbesserung in eine Aufwärtstendenz mündet. Der Auftragseingang hatte im Vormonat vor allem durch Sondereffekte bei Großaufträgen überraschend stark zugelegt (November: +5,6%). Dahinter stehen auch deutlich erhöhte Bestellungen durch die Bundesregierung als Teil des Verteidigungspakets. Industrieproduktion (November: +0,8%) und Exporte (November: -2,5%) werden am Freitag veröffentlicht. 

Geldpolitik 

Die EZB wird auf ihrer Januarsitzung ihren Leitzins unverändert halten (aktuell: 2,0%). Auch für die kommenden Monate dürfte die EZB keine Zinsänderungen in Aussicht stellen. Im Fokus steht, wie sich Lagarde zur jüngsten Aufwärtsdynamik des Euro bzw. der Schwäche des US-Dollars positioniert. Ein weiteres Thema könnte der Anstieg der Energiepreise sein und die Frage, ob und wie sehr sich dadurch Aufwärtsrisiken für die Preisentwicklung ableiten lassen. 

Auch die Bank of England (aktuell: 3,75%) sowie die Notenbanken in Tschechien (aktuell: 3,5%) und Mexiko (aktuell: 7,0%) werden auf ihren Januarsitzungen wohl keine Zinsänderungen beschließen.

Unternehmen

In der Q4-Berichtssaison berichten u.a.: Amazon, Bristol-Myers, Fortinet, Linde, Roblox und Rockwell. 


Freitag

Konjunktur

In den USA wird der „offizielle“ Arbeitsmarktbericht für Januar veröffentlicht. Der monatliche Stellenaufbau dürfte erneut bei etwa 50k gelegen haben (Dezember: 50k). Das geringere Angebot an Arbeitskräften durch den Migrationsstopp begrenzt das Aufwärtspotenzial. Gleichzeitig ist weiterhin kein Einbruch der Nachfrage nach Arbeitskräften zu sehen. Die Unternehmen agieren auch zu Jahresbeginn vielmehr gemäß dem Motto „low hire, low fire“. Auch deshalb dürften sich die Arbeitslosenquote (Dezember: 4,4%) und die monatliche Lohndynamik (Dezember: +0,3%) kaum verändert haben. Spannend wird, wie sehr die Vormonatsdaten abwärtsrevidiert werden. Fed-Chef Powell hatte zuletzt unterstellt, dass der monatliche Beschäftigungsaufbau um etwa 60k Stellen zu hoch berichtet wurde. 

Das Michigan-Verbrauchervertrauen liegt wohl auch Anfang Februar auf sehr niedrigem Niveau (Januar: 56,4 Punkte). Die anhaltend hohen Verbraucher- und Immobilienpreise sowie die wirtschaftspolitische Unsicherheit und der konfrontative innenpolitische Kurs der Trump-Administration belasten die Stimmung. Bisher zeigen sich die Konsumausgaben davon aber recht unbeeindruckt. 

Geldpolitik 

Von der EZB ordnet Kocher die Zinsentscheidung des Vortags ein. 

Auch die Notenbank in Indien wird auf ihrer Januarsitzung eine Zinspause einlegen (aktuell: 5,25%).

Unternehmen

In der Q4-Berichtssaison berichten u.a.: AMD, Merck, Pepsi und Pfizer. 


KW 6 in historischer Perspektive

Am 1. Februar 1946 wurde die Bank of England von der britischen Labour-Regierung unter Clement Attlee verstaatlicht. Ziel war es, Geld- und Kreditpolitik gezielt für Wiederaufbau, Vollbeschäftigung und staatliche Industriepolitik nach dem Zweiten Weltkrieg einzusetzen. Vor der Verstaatlichung war die Bank of England formal eine private Aktiengesellschaft, deren Eigentümer überwiegend wohlhabende Privatpersonen, Kaufleute und Finanzhäuser waren. Diese Aktionäre hatten Anspruch auf Dividenden, übten aber kaum operativen Einfluss aus, da die Bank schon seit dem 18. Jahrhundert faktisch als verlängerter Arm des Staates agierte. Die Verstaatlichung markierte den Übergang zu moderner, demokratisch legitimierter Geldpolitik – bei gleichzeitiger fachlicher Unabhängigkeit im operativen Geschäft. Eine zeitgenössische Anekdote erzählt, dass einige Aktionäre die Entschädigung in Staatsanleihen als Ironie empfanden: Sie wurden aus der Zentralbank „hinausgekauft“ – mit Schuldtiteln genau jenes Staates, der nun die Bank kontrollierte.


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