
Der Wochenausblick auf KW 8. In den USA berät der Supreme Court über Klagen gegen die Importzölle. Auf Datenseite wird das BIP-Ergebnis für Q4 zeigen, wie stark die Wirtschaft ins neue Jahr gegangen ist. Auch in Japan wird das Q4-BIP Ergebnis veröffentlicht. In Europa stehen die Frühindikatoren (PMI) für Februar auf der Agenda. In China beginnt das Neujahresfest. Geldpolitisch stehen die FED-Minutes sowie Zinsentscheidungen in Indonesien und den Philippinen an. In der Q4-Berichtssaison legen u.a. noch Walmart, Nestle und Booking die Ergebnisse vor. Und vor 30 Jahren besiegte IBMs Schachcomputer Deep Blue erstmals Weltmeister Garry Kasparow, ein Symbol für den Beginn der KI als ernstzunehmende technologische und ökonomische Kraft.
Auf der Münchner Sicherheitskonferenz sprechen zahlreiche Staats- und Regierungsvertreter sowie Notenbanker über die geopolitischen Strategien und Konflikte.
In Japan wird das Q4-BIP Ergebnis veröffentlicht. Die Wirtschaftsleistung dürfte zum Vorquartal um etwa 0,5% zugelegt haben (Q3: -0,6%). Der schwache Yen hat die Exporte vor allem von Dienstleistungen gestützt und auch die Investitionen haben wohl zugelegt. Der private Konsum dürfte dagegen schwach ausgefallen sein und könnte der neuen Regierung zusätzliche Argumente für expansive Maßnahmen liefern.
Von der FED spricht Bowman
Von der EZB spricht Nagel.
In den USA bleiben die Börsen feiertagsbedingt geschlossen (Presidents‘ Day). In Asien schließen die Märkte vorzeitig anlässlich des Beginns des chinesischen Neujahresfests.
In Deutschland dürfte der ZEW-Index zu den Konjunkturaussichten der Finanzanalysten im Februar deutlich gestiegen sein (Januar: 59,6 Punkte). Hintergrund ist die jüngste Aufwärtsdynamik der „harten“ Konjunkturdaten.
In den USA könnten die Daten zum Immobilienmarkt für Februar eine leichte Aufwärtstendenz zeigen. Überraschend haben die Bauunternehmen zuletzt die Beschäftigung gesteigert. Der NAHB-Index könnte deshalb wieder etwas zugelegt haben (Januar: 37 Punkte). Die „harten“ Daten zu den Baugenehmigungenund Baubeginnen für Januar könnten ebenso gestiegen sein (Veröffentlichung am Mittwoch).
In Brüssel sprechen die EU Finanzminister u.a. über die Haushaltspläne 2026.
Von der FED sprechen Barr und Daly.
In der Q4-Berichtssaison berichten u.a.: Medtronic und Palo Alto.
In den USA dürfte der Auftragseingang für langlebige Güter im Dezember – nach dem starken Anstieg im Vormonat – zwar wieder etwas gesunken sein (November: +5,3%). Der unterliegende Trend dürfte sich aber weiter verbessert haben. Darauf deutet der überraschende Anstieg des ISM-Index und der Beschäftigung im Januar hin. Vor diesem Hintergrund dürfte auch die Industrieproduktion im Januar weiter gestiegen sein (Dezember: +0,4%).
Die FED veröffentlicht die Minutes zur Zinsentscheidung im Januar.
Von der EZB spricht Schnabel.
Die Notenbank in Neuseeland wird auf ihrer Februarsitzung ihren Leitzins nach drei Senkungen infolge wohl unverändert halten (aktuell: 2,25%). Die Konjunkturdaten sind zuletzt besser ausgefallen und signalisieren, dass der nächste Schritt eine Zinsanhebung sein könnte.
In der Q4-Berichtssaison berichten u.a.: Booking, Ebay, Glencore, Moody’s und Occidental Petroleum.
Von der FED sprechen Goolsbee, Bostic und Kashkari.
Auch die Notenbank in Indonesien wird auf ihrer Februarsitzung ihren Leitzins wohl nicht ändern (aktuell: 4,75%). Die Notenbank auf den Philippinen könnte ihren Leitzins dagegen weiter senken (aktuell: 4,5%).
In der Q4-Berichtssaison berichten u.a.: Airbus, Nestle, Rio Tinto und Walmart.
In Japan ist die Inflationsrate im Januar wohl deutlich gesunken (Dezember: 2,1%). Hintergrund sind vor allem Basiseffekte bei den Energiepreisen. Die Kerninflationsrate dürfte sich dagegen nur wenig verändert haben (Dezember: 2,9%).
Im Euro-Raum werden mit den Einkaufsmanagerindizes (PMI) die ersten Frühindikatoren für Februar veröffentlicht. Der Index für die Gesamtwirtschaft sollte sich – nach zwei Rückgängen in Folge – im expansiven Bereich stabilisiert haben (Januar: 51,3 Punkte). Dabei könnte der Index für die Industrie wieder in Richtung der 50er-Expansionsmarke gestiegen sein (Januar: 49,5 Punkte). Der Index für die Dienstleister dürfte sich dagegen wenig verändert haben (Januar: 51,6 Punkte).
In den USA wird das Q4-BIP Ergebnis veröffentlicht. Die Wirtschaftsleistung dürfte zum Vorquartal um etwa 3% (annualisiert) zugelegt haben (Q3: +4,4%). Im Fokus steht, ob und wie stark der Konsum durch die Schwäche am Arbeitsmarkt gebremst wurde und wie stark die KI-Investitionen das Wachstum gestützt haben.
Die PCE-Kerninflationsrate dürfte im Dezember erneut bei 2,8% gelegen haben.
In den USA verhandelt der Supreme Court über Klagen gegen die Importzölle der Trump-Administration.
Von der FED spricht erneut Bostic.
Am 17. Februar 1996 gewann der Schachcomputer IBM Deep Blue erstmals eine Partie gegen den amtierenden Weltmeister Garry Kasparow – ein symbolischer Moment für den Beginn der KI-Ära. Zwar gewann Kasparow das anschließende Match noch insgesamt, doch der Sieg der Maschine zeigte, dass Rechenleistung und algorithmische Optimierung menschliche Intuition in klar definierten Systemen übertreffen können. Wirtschaftlich markierte das Ereignis einen Wendepunkt in der Wahrnehmung von Hochleistungsrechnern, Datenverarbeitung und später algorithmischem Trading. IBM nutzte den Erfolg strategisch als Demonstration technologischer Führungsfähigkeit in einer zunehmend digitalen Wirtschaft. Eine bekannte Anekdote: Nach einer besonders „menschlich“ wirkenden Computerentscheidung war Kasparow überzeugt, IBM habe während des Spiels eingegriffen – was IBM bestritt und was bis heute zeigt, wie schwer es selbst Experten fällt, maschinelle Logik von menschlicher Intuition zu unterscheiden.