06.03.2026

Marktkommentar | Kommentar zum US-Arbeitsmarkt: Warnschuss für die Trump-Politik

Der US-Arbeitsmarkt hat im Februar überraschend 92.000 Stellen verloren. Da gleichzeitig die Erwerbsquote stark zurückgegangen ist, hat sich die Arbeitslosenquote kaum verändert. Sonderfaktoren dürften das Ergebnis nach unten verzerren. Dennoch sind die Daten ein Rücksetzer für die Konjunkturerwartungen und stützen die These, dass der US-Konsum 2026 mit starkem Gegenwind konfrontiert ist. Für die FED verstärkt sich vor ihrer kommenden Sitzung der Zielkonflikt zwischen schwachen Arbeitsmarktdaten und gestiegenen Inflationsrisiken, meint Dr. Johannes Mayr, Chefvolkswirt bei Eyb & Wallwitz.

Laut offiziellem Arbeitsmarktbericht sank die Beschäftigung in den USA im Februar überraschend um 92.000 Stellen. Die Beschäftigungsentwicklung der Vormonate wurde zudem um 69.000 Stellen nach unten revidiert. Im Technologiebereich setzte sich der Abwärtstrend der Vormonate fort (-11.000). Auch im öffentlichen Sektor, in der Industrie und in der Bauwirtschaft wurden Stellen gestrichen. Hier dürfte die ungewöhnlich schwierige Witterung eine Rolle gespielt haben. Bedingt durch einen Streik bei Arztpraxen verlor auch der Gesundheitssektor, der in den vergangenen Monaten als verlässlicher Jobmotor fungierte, erstmals deutlich Stellen (-28.000). Da gleichzeitig die Erwerbsquote überraschend deutlich sank, veränderte sich die Arbeitslosenquote dennoch kaum und liegt weiterhin bei 4,4%. Auch die Lohndynamik blieb mit einem Plus von 0,4% nahezu konstant.

Aussichten für Anleger

Die Februardaten zum US-Arbeitsmarkt sind überraschend schwach ausgefallen. Es bleibt abzuwarten, wie stark Sonderfaktoren das Ergebnis nach unten verzerrt haben und ob sich daraus ein stärkerer Abwärtstrend entwickelt, der eine kommende Konsumschwäche ankündigt. Die ebenso heute veröffentlichten Januardaten zum Einzelhandel zeigen dies noch nicht. In jedem Fall sind die Daten eine deutliche Warnung an die aggressive Wirtschafts- und Geopolitik der Trump-Administration. Denn angesichts des nach wie vor erhöhten Preisdrucks durch die restriktive Handels- und Migrationspolitik und des zusätzlichen Energiepreisschubs durch den Angriff auf den Iran ist die Handlungsfähigkeit der Notenbank beschränkt, einer möglichen Konjunkturabschwächung kurzfristig mit starken Zinssenkungen entgegenzuwirken. Wahrscheinlich ist, dass die Notenbank trotz des Rücksetzers am Arbeitsmarkt auf ihrer kommenden Sitzung am 18. März den Leitzins unverändert halten wird.



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Unsere Autoren

Dr. Johannes Mayr
Dr. Johannes Mayr

Chefvolkswirt

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