
Auf ihrer Märzsitzung hat die FED die Obergrenze für den Leitzins – wie erwartet – erneut unverändert bei 3,75% gehalten. Auch ihr Zinsausblick hat sich kaum verändert. Die Effekte des starken Energiepreisanstiegs durch den Iran-Krieg seien noch sehr unsicher. Mit Blick auf die kommenden Monate spricht damit wenig für starke Impulse durch die US-Geldpolitik, meint Dr. Johannes Mayr, Chefvolkswirt bei Eyb & Wallwitz.
Auf ihrer Märzsitzung hat die Fed ihre Leitzinsen zum zweiten Mal in Folge unverändert gehalten (Obergrenze für die Federal Funds: 3,75%). Von den 12 Stimmen votierten 11 für eine Pause. Lediglich der Trump-nahe Stepan Miran stimmte erneut für eine Zinssenkung. Auch ihre Zinserwartungen für 2026 und die Folgejahre (Dot Plot) haben die FOMC-Mitglieder nicht verändert. Bis Jahresende sehen die Projektionen weiterhin eine weitere Zinssenkung vor. Für 2027 nochmal einen Schritt. Das neutrale Niveau sieht das FOMC nun überraschend etwas höher bei 3,1%. Dies spricht für mittelfristig stärkere Produktivitätseffekte durch KI. Die Anhebung der Inflationsprognose für 2026 wurde vor allem mit den Zolleffekten begründet. Die Teuerung wird nun bei 2,7% gesehen (bisher: 2,4%). Etwas überraschend wurde auch die Wachstumsprognose um 0,1 Prozentpunkte auf 2,4% angehoben. Die Entwicklung am Arbeitsmarkt wird zwar etwas skeptischer beurteilt. Die daraus resultierenden Risiken für den Konsum werden aus Sicht der FED aber durch die positiven Wirkungen der KI-Investitionen ausgeglichen. Chair Powell unterstrich, dass die Folgen des Energiepreisanstiegs auf die Inflation und die Konjunktur noch sehr unsicher seien und dies gegen schnelle geldpolitische Reaktionen spräche. Bis auf Weiteres sollten die Leitzinsen deshalb weiter leicht über dem eigentlichen Zielkorridor gehalten werden. Etwas überraschend erklärte Powell zudem, bei fehlender Berufung eines Nachfolgers über das Ende seiner Amtszeit im Mai hinaus in Verantwortung zu bleiben.
Aussichten für Anleger
Die Fed hat ihren Leitzins auf ihrer Märzsitzung erneut unverändert gehalten. Das ist richtig. Die Schwäche am Arbeits- und Immobilienmarkt auf der einen Seite und die positive Produktivitätsentwicklung und der erhöhte Inflationsdruck durch Zölle und Ölpreise auf der anderen Seite verlangen eine wohlüberlegte Antwort. Hier ist Geduld gefragt. Für die Kapitalmärkte bedeutet dies, dass die FED bis auf Weiteres wohl keine neuen Impulse liefern wird. Für Anleger heißt das: Die alles überragende Dominanz der Geldpolitik für Anlageentscheidungen ist einer komplexeren Realität gewichen, in der technologische Disruptionen und (geo-)politische Realitäten eine noch größere Rolle spielen.