Als „Schwarzer Schwan“ gilt in der Investmentwelt ein Ereignis, dessen Eintreten als äußerst unwahrscheinlich eingeschätzt wird, aber für den Fall, dass es geschieht, deutlich negative Auswirkungen auf die Finanzmärkte hat. Charakteristisch ist auch, dass selbst bei ersten Anzeichen für jenes Ereignis die Auswirkungen kolossal unterschätzt werden. Zu Beginn 2022 kehrten wir dem schwarzen Schwan „Pandemie“ nach zwei Jahren den Rücken zu und rechneten mit einem Erholungsjahr. Unverhofft sah sich die Börse stattdessen mit zwei weiteren Ereignissen konfrontiert: Dem rasantesten Zinssteigerungszyklus der Geschichte in den USA und dem Energiepreisschock durch den russischen Angriffskrieg, der insbesondere die Inflation in Europa auf ein zweistelliges Niveau trieb. In dem folgenden Bärenmarkt kam es zu extremen Verwerfungen zwischen den einzelnen Sektoren. So legte der STOXX Europe 600 Energy bis zum Jahresende um +24% zu, während der STOXX Europe 600 Immobilien und Einzelhandel über -40% respektive -32% tiefer notierten. Der Phaidros Funds Schumpeter Aktien E verlor in diesem volatilen Umfeld auf Jahressicht -24,2% an Wert. Die 3-Jahres-Performance des Fonds liegt bei +2,2% pro Jahr und das Fondsvolumen betrug zum Jahresende 87 Millionen Euro.

 

Wertentwicklung des PHAIDROS FUNDS BALANCED F und der Vergleichsgruppe seit Auflage der Anteilsklasse in %

Phaidros Funds Schumpeter Aktien E

LU1877914561
  3J p.a. 2022
Performance (%) 2,2 -24,2
Volatilität (%) 16,7 19,5

Als sich Anfang des Jahres die ersten Zinserhöhungen in den USA für den März abzeichneten (noch wenige Monate zuvor erwartete der Konsens keine Zinserhöhungen vor 2023), beobachteten wir die neue Entwicklung sehr genau, waren aber noch nicht alarmiert. Zwar war dies der Startschuss für die lang erwartete Zinswende, aber diese würde nach einhelligen Annahmen wahrscheinlich graduell und langsam verlaufen, denn schließlich erholte sich die Weltwirtschaft gerade erst von zwei Jahren Pandemie. So verkauften wir erste Positionen zinssensitiver Aktien, sogenannte „long-duration assets“ wie Outset Medical und Zendesk.

Gleichzeitig kauften wir aber Schwergewichte wie PayPal oder MercadoLibre nach, die sich seit den Höchstständen im Sommer 2021 im Wert etwa halbiert hatten und parallel solide Quartalszahlen berichteten. Wie sich herausstellen sollte, tätigten wir diese Käufe zu früh. Anders als bei der Krim-Annexion im Jahr 2014 wurde dieses Mal schnell deutlich, dass es sich beim Angriffskrieg Russlands um intensive und langandauernde militärische Auseinandersetzungen mit all seinen tragischen Konsequenzen handeln würde. Der Konflikt vervielfachte den bereits bestehenden Inflationsdruck durch stark steigende Rohstoff- und Energiepreise. Die Börse kippte in einen ausgewachsenen Bärenmarkt um, was auch temporäre Rallies Ende März oder der Zeitraum Juni bis August nicht nachhaltig heilen konnten. Wir beschleunigten den Portfolioumbau und tauschten schwankungsintensive Aktien wie Trade Desk, Pinterest und Meta Platforms in konservative Werte wie Walmart und Linde.

„Und so blicken wir einmal mehr verhalten optimistisch in das kommende Jahr. Und sollte sich ein schwarzer Schwan zeigen, werden wir ihn höflich aber bestimmt darauf hinweisen, dass der Teich für dieses Jahrzehnt bereits voll ist.“

Dr. Georg von Wallwitz | Lead Portfoliomanager

Wir wurden im Laufe des Jahres immer wieder von unseren Investoren gefragt, ob dies nun ein grundsätzlicher Strategiewechsel des Phaidros Funds Schumpeter Aktien wäre. Dem ist nicht so. An den Kern-Wachstumswerten wie Apple, Microsoft, Amazon und MercadoLibre hielten wir fest und kauften gelegentlich nach. Auch Werte wie Shopify, PayPal und Teladoc werden in der Zeit nach dem Bärenmarkt – und bis jetzt hatte jeder Bärenmarkt auch ein Ende – wieder erfreuliche Renditen erzielen.

Über den Sommer hinweg blieben die Märkte zwischen Hoffen und Bangen auf den baldigen Zenit in der Inflationsentwicklung und der damit einhergehenden Zinsentwicklung gefangen. Die im November veröffentlichen Inflationszahlen zeichneten einen leichten Rückgang der Kerninflation in den USA ab. Auch in Europa sank der Wert erstmalig, was einer Verschnaufpause für die Börsen gleichkam. Wir nutzten die inzwischen teilweise günstigen Bewertungen und nahmen die Deutsche Post, Taiwan Semiconductor (TSMC) und Salesforce neu in den Fonds auf.

Zum Jahresende dominierten die Themen Rezession und mögliche Gewinnrückgänge im Jahr 2023. Wie stark wird die Realwirtschaft von den Zinsanstiegen in Mitleidenschaft gezogen werden? Bleibt es bei einer milden Rezession oder kommt ein „Hard Landing“? Gleichzeitig ist der Arbeitsmarkt stabil, Zinssteigerungen am Markt sind eingepreist und die Bewertungen nicht wirklich teuer.

Und so blicken wir einmal mehr verhalten optimistisch in das kommende Jahr. Und sollte sich ein schwarzer Schwan zeigen, werden wir ihn höflich aber bestimmt darauf hinweisen, dass der Teich für dieses Jahrzehnt bereits voll ist.

 

Live Daten anzeigen

LESEN SIE AUCH

UNSERE WEITEREN FONDSBERICHTE

DOWNLOAD

INVESTMENTBERICHT 2022 / 2023

JETZT HERUNTERLADEN

Wenn Sie den Investmentbericht als hochwertige Broschüre erhalten möchten, senden Sie uns bitte eine E-Mail mit vollständiger Anschrift an sales@eybwallwitz.de.