Im vergangenen Jahr mussten wir Abschied nehmen von unserem Kollegen und geschäftsführenden Gesellschafter Dr. Ernst Konrad – einem außergewöhnlichen Menschen und Fondsmanager, der unser Unternehmen und viele von uns persönlich geprägt hat.
Ernst war ein Mann der Prinzipien. Pünktlichkeit und Präzision waren für ihn keine bloßen Tugenden, sondern Ausdruck seines Selbstverständnisses. Seine stets makellose Erscheinung – Anzug, Krawatte, Maßmantel – war nicht Eitelkeit, sondern ein Statement: gegen Beliebigkeit, für Ernsthaftigkeit. Sein Schreibtisch, übervoll mit Studien und Analysen auf Papier, war Ausdruck seines Denkens – analog, unabhängig, tiefgründig. Er sammelte nicht nur Informationen, sondern Perspektiven.
Als Fondsmanager zeichnete er sich durch strategisches Denken, analytische Tiefe und Unabhängigkeit aus. Und durch den feinen, unbestechlichen Blick, mit dem er vermeintlich sichere Zusammenhänge stets neu hinterfragte. Er betrachtete Märkte mit Weitblick, analysierte Trends und Risiken mit klarem Urteil und war bereit, Überzeugungen zu hinterfragen, wenn Fakten eine nüchterne Neubewertung verlangten. Diese Haltung machte ihn zu einem exzellenten Risikomanager.
Zugleich war Ernst ein Mensch mit klarer Haltung und Integrität. Geld war für ihn nie Selbstzweck, sondern Mittel zur intellektuellen Auseinandersetzung mit der Welt. Er liebte das Denken, das Argument, den Wettstreit um die bessere Einsicht. Sein Interesse an anderen war echt, sein Gedächtnis für ihre Geschichten beeindruckend. Er war zugewandt, taktvoll, hochintelligent – ein Mensch, der durch seine stille Präsenz wirkte.
Wir vermissen Ernst. Sein Verlust ist groß – für uns persönlich, für unsere Firma, für die Branche. Doch sein Wirken bleibt. In unseren Entscheidungen, in unserer Kultur, in unserer Erinnerung.
Die Geschäftsführung von Eyb & Wallwitz im Namen aller Mitarbeiter.