29.05.2026

Der Wochenausblick auf KW 23 2026

Der Wochenausblick auf KW 23. Neue Daten zeigen eine robuste US-Konjunktur und einen stabilen US-Arbeitsmarkt, eine neutrale Unternehmensstimmung in China und einen hohen Energiepreisdruck in Europa. Auf Seite der Notenbanken stehen wichtige Personalwechsel bei der EZB und die letzte Rede von Lagarde vor der Zinsentscheidung am 11. Juni im Fokus. Auf Unternehmensseite berichten Broadcom und große Unternehmen aus dem Bereich Cybersecurity. Und vor 115 Jahren ordnete der U.S. Supreme Court die Zerschlagung von Standard Oil an – ein Meilenstein des Kartellrechts.


Samstag/Sonntag

Konjunktur

In China werden die Einkaufsmanagerindizes (PMI) zeigen, ob die konjunkturelle Dynamik im Mai wieder zugelegt hat. Im ersten Quartal hatten die Wirtschaftsdaten deutlich positiv überrascht, zuletzt aber schwächere Signale gezeigt. Der Index für die Industrie sollte sich – gestützt durch starke Exporte – knapp über der 50er-Expansionsschwelle gehalten haben (April: 50,3 Punkte). Der Index für die Dienstleister – der Hinweise auf die Kauflaune der Konsumenten gibt – sollte etwas zugelegt haben (April: 49,4 Punkte).  

Politik

In Malta finden Parlamentswahlen statt.

In Kolumbien findet die erste Runde der Präsidentschaftswahl statt.

Geldpolitik

Bei der EZB endet die Amtszeit von Vize-Präsident de Guindos. Nachfolger wird der Kroate Boris Vujcic.


Montag

Konjunktur

In den USA wird der ISM-Index für die Industrie für Mai veröffentlicht. Die Stimmung im Verarbeitenden Gewerbe hat sich zuletzt stabil im expansiven Bereich gehalten und wird u.a. von der starken Investitionstätigkeit der großen Tech-Unternehmen getragen (April: 52,7 Punkte). Daran dürfte sich im Mai wenig verändert haben. Die Daten würden damit die Einschätzung der FED stützen, wonach die US-Konjunktur trotz Zöllen und hohen Energiepreisen robust läuft.   

Geldpolitik

In Frankreich tritt Notenbank-Chef Villeroy de Galhau zurück. Nachfolger wird Emanuel Moulin.


Dienstag

Konjunktur

Im Euro-Raum dürfte die Inflationsrate im Mai weiter gestiegen sein (April: 3,0%). Hauptverantwortlich für den Anstieg im Mai sind erneut die Energiepreise. Aber auch die Kerninflationsrate hat wohl erneut etwas zugelegt (April: 2,2%). Klare Zeichen von Zweitrundeneffekten dürften die Zahlen zwar nicht liefern. Beide Inflationsmaße liegen aber deutlich über dem Ziel der EZB und liefern dem Rat damit Argumente für eine Zinsanhebung im Juni. 

Politik

In den USA finden Vorwahlen zu den Midterms statt, u.a. in Kalifornien, Iowa, New Jersey und South Dakota.

Israel und Libanon planen die Wiederaufnahme von Friedensverhandlungen in Washington. 

Geldpolitik

Die Notenbank in Polen wird auf ihrer Juni-Sitzung ihren Leitzins weiter unverändert halten (aktuell: 3,75%).

Von der FED sprechen Kashkari und Hammack.

Von der EZB sprechen Vujcic und Sleijpen. 

Unternehmen

In der Berichtssaison zum ersten Quartal berichtet u.a.: Palo Alto. 


Mittwoch

Konjunktur

In den USA dürfte auch der ISM-Index für die Dienstleister im Mai auf erhöhtem Niveau verharrt haben (April: 53,6 Punkte). Im Fokus steht dabei auch, ob sich die Preiserwartungen weiter nach oben bewegt haben. 

Geldpolitik

Die Notenbank in Polen wird auf ihrer Juni-Sitzung ihren Leitzins weiter unverändert halten (aktuell: 3,75%).

Von der FED sprechen Kashkari und Hammack.

Von der EZB sprechen Vujcic und Sleijpen. 

Politik

Die OECD veröffentlicht ihren Konjunkturausblick 2026. 

Unternehmen

In der Berichtssaison zum ersten Quartal berichten u.a.: Broadcom, Crowdstrike und Medtronic.


Donnerstag

Geldpolitik

Von der FED sprechen Daly und Barkin.

Von der EZB spricht Präsidentin Lagarde. Im Anschluss geht die EZB in die Schweigeperiode vor der Sitzung am 11. Juni. 


Freitag

Konjunktur

Der offizielle US-Arbeitsmarktbericht für Mai dürfte erneut ein robustes Stellenplus zeigen. Der Zuwachs dürfte zwar etwas weniger stark als im Vormonat ausgefallen sein (April: +115k). Die Lohndynamik (April: +0,2%) und die Arbeitslosenquote (April: 4,3%) haben sich aber wohl kaum verändert. Insgesamt bestätigen die Daten weiter das Bild eines durch die Trump-Politik auf niedrigerem Niveau stabil seitwärts laufenden Arbeitsmarktes in den USA. 

Geldpolitik

Auch die Notenbank in Indien wird auf ihrer Juni-Sitzung ihren Leitzins weiter unverändert halten (aktuell: 5,25%).

Von der FED sprechen Kashkari und Hammack.

Von der EZB sprechen Vujcic und Sleijpen. 


KW 23 in historischer Perspektive

Am 31. Mai 1911 ordnete der U.S. Supreme Court die Zerschlagung von Standard Oil an, weil der Konzern unter John D. Rockefeller als marktbeherrschendes Monopol gegen das Sherman Antitrust Act verstieß. Standard Oil kontrollierte zeitweise einen überwältigenden Teil der amerikanischen Ölraffination, Pipelines und Vertriebswege und wurde damit zum Symbol für die Macht der „Trusts“ im Industriezeitalter. Die Aufspaltung führte zur Entstehung mehrerer später bedeutender Ölgesellschaften, darunter Vorläufer von Exxon, Mobil, Chevron und Amoco. Wirtschaftlich zeigte der Fall, dass freie Märkte nicht nur Wettbewerb brauchen, sondern auch Regeln gegen zu große Marktmacht – eine Debatte, die heute bei Big Tech wieder sehr aktuell ist. Für Rockefeller persönlich war die Zerschlagung finanziell kein Desaster, sondern ein Glücksfall: Da er große Anteile an den Nachfolgegesellschaften hielt, stieg sein Vermögen nach der Aufspaltung sogar weiter.


THEMEN & MÄRKTE

Aktuelles von Eyb & Wallwitz.

Weitere News.