
Die globalen Aktienmärkte verteidigten im Juni ihr hohes Niveau, zeigten sich nach der jüngsten Rekordjagd jedoch wieder von der volatileren Seite. Während der MSCI World Index in Euro unter dem Strich moderat zulegen konnte, erlebten die europäischen Rentenmärkte erst nach der Fed-Sitzung zum Ende des Monats eine Stabilisierung. Geldpolitisch standen die Notenbanken im Juni im Fokus eines historischen Richtungsstreits: Auf seiner ersten mit Spannung erwarteten Zinssitzung signalisierte der neue US-Notenbankchef Kevin Warsh einen falkenhaften Kurs ohne jegliche „Forward Guidance“. Er stellte aber auch unmissverständlich klar, dass die Fed keine Inflationsraten über zwei Prozent dauerhaft akzeptieren wird, womit rasche US-Zinssenkungen vorerst vom Tisch sind.
Am Aktienmarkt wurde der Börsengang von SpaceX mit Spannung erwartet. Die Platzierung der Aktien lief auch durch eine breite institutionelle Unterstützung und dem geringen Unternehmensanteil, der zunächst angeboten wurde, trotz der ambitionierten Bewertung sehr gut an. Der Kursanstieg von über 50% in den ersten Tagen hielt jedoch nicht lange. Zuletzt handelte die Aktie wieder auf dem Level der Erstnotiz, rund 10% über dem Emissionspreis. Die Anpassung der Indexlogik durch den Nasdaq, welche eine Aufnahme der SpaceX-Aktien bereits 10 Tage nach der Erstnotiz in den Nasdaq 100 ermöglichte, mag sachliche Gründe haben, bietet jedoch Angriffsfläche. Rund ein Drittel der frei handelbaren Aktien landen bereits 10 Tage nach dem Börsengang in ETFs. Eine Zeichnung ist leichter, wenn man weiß, dass die Käufer bereits Schlange stehen. Man könnte nun auf die „Greater Fool Theorie“ verweisen, ist aber nicht opportun, solange die Kurse und damit auch die ETFs steigen.
Der Wohlstandseffekt durch die steigenden Aktienkurse ist, neben den immensen KI-Investitionen, ein Haupttreiber für die robuste US-Konjunktur. Die K-förmige Entwicklung der Wirtschaft setzt sich jedoch fort. Steigende Aktienkurse stützen aber nicht nur Investitionen und Konsum, auch das Volumen an Akquisitionen hat zugenommen. Die aktuellen Gewinner nutzen die hohen eigenen Bewertungen, um die Übernahme von KI-Startups mit eigenen Aktien zu bezahlen. SpaceX übernahm nach dem eigenen IPO mit Cursor ein führendes KI-Unternehmen im Bereich der Programmierung für 60 Mrd. USD. Aber auch die aktuell als Verlierer gehandelten SaaS-Anbieter nutzen den (noch?) sprießenden Cashflow, um „KI-native“ Start-ups zu übernehmen und zukünftige Konkurrenz frühzeitig zu integrieren. Steigende M&A-Aktivitäten sind ein sicherer Begleiter in einem fortgeschrittenen Aktienmarktzyklus.
Dass die Luft im Kernbereich des KI-Trades dünner wird, zeigte sich auch bei den Quartalsergebnissen von Micron Technology. Trotz hervorragender Quartalszahlen und einem deutlichen Umsatzsprung, der die Erwartungen der Analysten weit übertraf, löste dies keinen nachhaltigen Kursanstieg mehr aus.
Der Phaidros Funds Balanced verzeichnete im Juni je nach Anteilsklasse eine Wertentwicklung zwischen -0,18% und -0,29%. Der MSCI World Index in Euro legte um 1,34% zu, während europäische Investment Grade-Anleihen gemessen am Bloomberg EUR Aggregate Index um 0,42% stiegen.
Auf der Aktienseite zählte Icon Plc zu den stärksten Positionen. Gute Quartalsergebnisse sowie ein angehobener Ausblick sorgten für eine spürbare Verbesserung des Sentiments gegenüber Auftragsforschungsunternehmen (CROs). Ebenfalls positiv entwickelten sich ASML und TSMC, die weiterhin von den hohen Investitionen in KI-Infrastruktur profitieren. MTU gewann im Zuge der Entspannung im Nahen Osten und der damit verbundenen Erholung der Erwartungen für den internationalen Flugverkehr. Schwächer entwickelten sich hingegen Adobe, ServiceNow und Salesforce. Nach der starken Erholung im Vormonat gerieten Softwaretitel im Zuge der anhaltenden KI-Rally erneut unter Druck.
Im Monatsverlauf haben wir die Position in Workday veräußert und stattdessen Nemetschek neu in das Portfolio aufgenommen. Das Unternehmen verfügt über eine führende Marktstellung im Bereich Bausoftware und ergänzt unser Software-Exposure um ein stärker industriespezifisch ausgerichtetes Geschäftsmodell.
Die Aktienquote lag zum Monatsende bei knapp 60%, die Anleihequote bei gut 36%. Liquidität und Gold machten zusammen 5% des Portfolios aus.
Die Berichtssaison zeigt eine weiter steigende Investitionsbereitschaft im KI-Sektor. Gleichzeitig zeigen die Kursreaktionen erste Anzeichen einer zunehmenden Ermüdung: Selbst starke Quartalsergebnisse und ein erneut angehobener Ausblick von Micron Technology konnten die anfänglichen Kursgewinne nicht nachhaltig stützen. Nach der außergewöhnlich starken Entwicklung der vergangenen Monate wird die Luft im Halbleitersektor dünner.
| Phaidros Funds Balanced F (LU0996527213) | ||
|---|---|---|
| Performance (%) | Volatilität (%) | |
| Lfd. Jahr | 0,3 | - |
| 1 Jahr | 4,1 | 9,7 |
| 3 Jahre p.a. | 6,5 | 8,5 |
| 5 Jahre p.a. | 2,7 | 9,4 |
| 10 Jahre p.a. | 6,5 | 9,3 |
Der Phaidros Funds Conservative erzielte im Juni, je nach Anteilsklasse, eine Wertentwicklung von -0,29% bis -0,34%. Der MSCI World Index in Euro stieg um 0,95%. Der Index europäischer Investment-Grade Anleihen stieg um 0,93%.
Nach starken Vormonaten konsolidierten die Märkte im Juni. Die Sektoren Gesundheit, Finanzen und Industrie gehörten zu den Gewinnern, während Kommunikationsdienstleistungen, Energie und Grundstoffe Verluste aufwiesen. Die KI-Kursrallye im Halbleiterbereich war weiter das dominierende Indexthema. Der Philadelphia Semiconductor Index verzeichnete bis Ende Juni sein bestes Quartal aller Zeiten, trotz erheblicher Schwankungen im Laufe des Monats. Business-Software Aktien verzeichneten im Juni hingegen weitere Abverkäufe. Die starken Arbeitsmarktdaten für Mai ließen die Märkte ihre Erwartungen neu bewerten und eine Zinserhöhung der Fed bis zum Jahresende einpreisen. Zudem versprach der neue Fed-Vorsitzende Kevin Warsh die Preisstabilität wiederherzustellen, und signalisierte wachsende interne Unterstützung für Zinserhöhungen. Die Fortschritte im Irankrieg ließen die langfristigen Inflationserwartungen global sinken und zogen lange Renditen nach unten. Zusammen mit der Zinsanhebung der EZB über 25 Basispunkte blieben Staatsanleihen in diesem Umfeld weiter unterstützt.
Verstärkt wurde der SaaS-Anteil im Portfolio durch die Aufnahme des Bausoftware-Konzerns Nemetschek.
Die aktuelle Portfoliostruktur mit 68% Anleihen, 24% Aktien, 4% Gold und 4% Liquidität spiegelt die ausgewogene Ausrichtung des Fonds wider. Die Märkte bewegen sich weiterhin im Spannungsfeld zwischen resilienter Konjunktur, geldpolitischen Erwartungen und geopolitischen Unsicherheiten. Kurzfristige Schwankungen bleiben wahrscheinlich. Wir sehen darin jedoch eher Chancen für aktives Management als einen Grund für grundlegende Positionsveränderungen und setzen weiterhin auf eine disziplinierte Selektion über alle Anlageklassen hinweg.
| Phaidros Funds Conservative B (LU0504448647) | ||
|---|---|---|
| Performance (%) | Volatilität (%) | |
| Lfd. Jahr | 1,5 | - |
| 1 Jahr | 5,7 | 6,8 |
| 3 Jahre p.a. | 7,5 | 5,7 |
| 5 Jahre p.a. | 2,9 | 7,3 |
| 10 Jahre p.a. | 4,6 | 7,8 |
Der Juni war von einer volatilen Seitwärtsbewegung an den Märkten geprägt. Insbesondere gab es eine Sektorrotation aus dem Halbleitersegment heraus in Softwarefirmen hinein. Diese hatten sich in den letzten Monaten durch die befürchtete KI-Disruption äußerst schwach entwickelt. Wir hielten diese Entwicklung für stark übertrieben, weshalb wir im Laufe des Monats gezielt Positionen in Werten wie Salesforce, Workday, ServiceNow und Nemetschek aufgebaut hatten. Im Juni wurden unsere Anleger dafür mit einer deutlichen Outperformance des Phaidros Funds Schumpeter Aktien belohnt. Je nach Anteilsklasse legte dieser zwischen +1,51% und +1,61% zu.
Auf Monatssicht bleibt festzuhalten, dass die KI-Profiteure wie ASML oder Palo Alto Networks den größten absoluten Beitrag leisteten. Die Rotation setzte zur Monatsmitte ein, zu welchem Zeitpunkt wir die Softwarepositionen erhöht haben. Bei der täglichen Berichterstattung fallen andere positive Entwicklungen derzeit gänzlich unter den Tisch. Dabei konnten auch die europäischen Banken, bei uns im Portfolio BNP Paribas und Banco Santander, sowie der Schweizer Konsumwert Givaudan zweistellig zulegen. Im Portfolio ist Nemetschek neu hinzugekommen, einer der weltweit führenden Softwareanbieter für die Baubranche. Das vertikal integrierte Geschäftsmodell reicht von der Planungsphase, über die Umsetzung bis zur Wartung. Hohe Margen bei einem halbierten Aktienkurs auf Jahressicht.
Der Phaidros Funds Schumpeter Aktien ist mit einer Aktienquote von 95% vollständig investiert. Wir sind für eine weitere Normalisierung der zu heiß gelaufenen Trends sehr gut aufgestellt und blicken optimistisch auf den Juli. Die Berichtssaison zum 2. Quartal sollte unsere These bestätigen, dass die Geschäftsentwicklungen vieler Unternehmen zu früh vom Markt abgeschrieben wurden.
| Phaidros Funds Schumpeter Aktien E (LU1877914561) | ||
|---|---|---|
| Performance (%) | Volatilität (%) | |
| Lfd. Jahr | 4,4 | - |
| 1 Jahr p.a. | 8,9 | 16,8 |
| 3 Jahre p.a. | 9,2 | 13,5 |
| 5 Jahre p.a. | 3,2 | 14,6 |
Der Phaidros Funds Kairos Anleihen verzeichnete im Juni, je nach Anteilsklasse, einen Zuwachs zwischen +0,74% und +0,83%. Der europäische High Yield-Index (Bloomberg European High Yield Index) schloss den Monat mit +0,6%, während der Investment Grade-Index europäischer Anleihen (Bloomberg EUR Aggregate Index) um 0,4% zulegte. Die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen sank um 8 Basispunkte auf 2,86%.
Fortschritte im Konflikt zwischen den USA und dem Iran sowie eine Absichtserklärung für einen Waffenstillstand und die Öffnung der Straße von Hormus ließen den Ölpreis auf 72 USD je Barrel sinken. Unterstützt wurden Staatsanleihen zudem durch die Zinserhöhung der EZB auf 2,25 % und die falkenhafte Kommunikation des neuen Fed-Chairs Warsh, wodurch die langfristigen Inflationserwartungen und die Renditen langer Laufzeiten zurückgingen. Risikoanlagen entwickelten sich uneinheitlich, während sich die Risikoprämien im Higher-Beta-Segment leicht ausweiteten. Positiv auf die Performance des Fonds wirkte vor allem der Rückgang langfristiger Renditen.
Im Portfolio wurden Anleihen von Alstom, BMW, Boston Scientific sowie eine 10-jährige Bundesanleihe neu aufgenommen, um die Duration zu erhöhen und attraktive Risikoprämien zu nutzen. Im Gegenzug wurde ein Teil der UniCredit-CASHES-Position verkauft. Das Portfolio ist zu 79% in Euro investiert, die Kassequote beträgt 9%. Die Modified Duration liegt bei 6,0, die durchschnittliche Verzinsung bei 5,4%. Rund 31% des Portfolios entfallen auf High Yield- und nicht geratete Anleihen.
Trotz der Entspannungssignale rund um die Straße von Hormus dürfte die Lage angespannt bleiben, allerdings zunehmend an Bedeutung für die Märkte verlieren. Für den Sommer erwarten wir eine Rückkehr zu einem von Carry getragenen Marktumfeld. Bei weiterhin niedrigen Risikoprämien bleibt Selektivität entscheidend, während attraktive nominale Renditen in Europa auch künftig interessante Einstiegsmöglichkeiten bieten.
| Phaidros Funds Kairos Anleihen D (LU0948477962) | ||
|---|---|---|
| Performance (%) | Volatilität (%) | |
| Lfd. Jahr | 2,2 | - |
| 1 Jahr p.a. | 2,8 | 5,3 |
| 3 Jahre p.a. | 8,0 | 5,5 |
| 5 Jahre p.a. | 1,9 | 8,3 |
| 10 Jahre p.a. | 3,0 | 8,1 |