
Im Oktober kam die Rechnung – nicht für alle, aber für jene, die zuletzt am meisten ausgegeben hatten. Die Berichtssaison der Technologiekonzerne zeigte, dass der Ausbau der KI-Infrastruktur inzwischen mehr Geld verschlingt, als operativ verdient wird. Bei Meta überstiegen die Investitionen den operativen Cashflow, der freie Cashflow wurde erstmals seit über zehn Jahren negativ, und der NASDAQ 100 verlor an diesem Tag 2,6%. Zum Monatsende enttäuschten Alphabet und Intel, insgesamt wurden die Zahlen der Branche kritisch aufgenommen. Anleger, die lange nur auf die Umsätze geschaut hatten, entdeckten plötzlich die Kassenlage – auch Rechenzentren müssen am Ende bezahlt werden. Der NASDAQ 100 schloss den Monat letztlich knapp 7% im Minus.
Bemerkenswert ist, wie wenig davon in den breiten Indizes ankam. Der MSCI World legte in Euro um knapp 1% zu, unterstützt von einem um rund 2% stärkeren US-Dollar, und der gleichgewichtete S&P 500 übertraf den kapitalgewichteten seit Ende September um fast sechs Prozentpunkte. Wenn die Großen stolpern, rückt das Mittelfeld nach. Die Korrektur gleicht damit weniger einem Crash als einem Kassensturz.
Bei den Anleihen drehte sich der Septembertrend. Die Rendite zehnjähriger US-Treasuries fiel von 5,29% auf 4,93%, die zehnjährige Bundesanleihe rentierte mit 3,32% nach 3,59%. Der Ausverkauf erschien zunehmend übertrieben, da die Anpassung der kurzen Zinsen weitgehend eingepreist war. Die Notenbanken lieferten keine Überraschungen, aber auch keine Entwarnung: Die Fed beließ den Leitzins bei 3,75–4,00% und für Dezember bleibt ein weiterer Schritt eingepreist. Fed-Chef Warsh blieb seiner Linie treu, nichts von Forward Guidance zu halten, und jonglierte stattdessen mit Sprache: Finanzierungsbedingungen seien „straffer“, aber nicht tatsächlich „straff“ – eine Nuance, die Sprachwissenschaftler erfreut und Anleger ratlos zurücklässt. Die EZB hielt den Einlagensatz bei 2,5%, Präsidentin Christine Lagarde kündigte parallel ihren vorzeitigen Abschied im Februar 2027 an.
Bei Unternehmensanleihen kam die Entspannung nur begrenzt an: Der europäische High-Yield-Index verlor gut 1%, während der EUR Aggregate knapp 1% gewann. Die Renditen fielen, die Risikoprämien stiegen, denn die Anleihen standen im Sog des negativen Sentiments am Aktienmarkt. In Europa blieb Frankreich der Patient mit der meisten Aufmerksamkeit: Der Renditeaufschlag zehnjähriger französischer Anleihen auf Bundesanleihen stieg auf rund 140 Basispunkte, den höchsten Stand seit 2012. Geopolitisch bleibt die Lage angespannt. Nachdem mehrere Tanker beschädigt worden waren, erklärten die iranischen Revolutionsgarden die Straße von Hormus am 26. Oktober erneut für geschlossen. Brent stieg zeitweise auf über 115 USD je Barrel, Energiewerte zählten zu den Gewinnern. Gold, sonst gern als Krisenwährung gefeiert, sah dem Treiben zu und gab in Euro rund 5% nach.
Am 3. November wählen die US-Bürger in den Zwischenwahlen die Abgeordneten des Repräsentantenhauses und Teile des Senats, am 9. Dezember tagt die Fed. Als Risiko gelten eine erneute Eskalation mit dem Iran oder neue Zölle nach der Wahl. Für Aktien bleibt der Investitionszyklus unterstützend, doch der Markt verlangt zunehmend Cashflow statt Versprechen. Bei langlaufenden Anleihen sorgen hohes Emissionsvolumen und Energiepreisrisiken trotz der Erholung weiter für Volatilität.
Der Phaidros Funds Balanced verzeichnete im Oktober je nach Anteilsklasse eine Wertentwicklung zwischen -0,07% und -0,17%. Der MSCI World Index in Euro legte um 0,97% zu, europäische Investment-Grade-Anleihen gemessen am Bloomberg EUR Aggregate Index gewannen 0,96%.
Auf der Aktienseite entwickelten sich vor allem Energie- und Gesundheitswerte positiv: Equinor und Shell profitierten vom Ölpreisanstieg nach der erneuten Schließung der Straße von Hormus. Auch Roche, Novartis und Grifols zählten zu den stärksten Positionen. Nemetschek und SAP setzten ihre Erholung fort. Schwächer entwickelten sich KI-nahe Werte, nachdem die Quartalszahlen der Hyperscaler kritisch aufgenommen wurden und Fragen zur Rentabilität der Rekordinvestitionen aufwarfen: Alphabet, ServiceNow, SK Hynix und Schneider Electric gaben deutlich nach, ebenso CATL und Sea. Bei den Anleihen belasteten Intrum-Papiere nach schwachen Quartalszahlen.
Im Monatsverlauf passten wir das Portfolio an: Im Bankensektor reduzierten wir UniCredit und ING und verkauften Barclays- und NatWest-Anleihen, da wir die Konjunkturaussichten für zyklische Finanzwerte skeptischer sehen. Zudem verkauften wir französische Staatsanleihen und stockten Bundesanleihen auf. Bei US-Technologiewerten reduzierten wir Amazon, ServiceNow und Arista, da der Markt Investitionen nur noch belohnt, wenn freier Cashflow folgt. Bei Equinor und Shell nahmen wir teilweise Gewinne mit. Neu ins Portfolio kamen die defensiven Qualitätstitel AstraZeneca, Danone und Nestlé. Verkauft wurden außerdem BMW, Linde, ICON und Shopify. Zum Monatsende lag die Aktienquote bei knapp 56%, die Anleihequote bei rund 33%, Liquidität und Gold machten rund 8% bzw. 3% aus.
Die Korrektur bei KI-Schwergewichten verbesserte die Marktbreite und kommt diversifizierten Portfolios entgegen. Mit den US-Zwischenwahlen, der Fed-Sitzung im Dezember und der Lage am Golf bleiben die Risiken hoch. Daher bleiben wir bei Aktien selektiv.
| Phaidros Funds Balanced F (LU0996527213) | ||
|---|---|---|
| Performance (%) | Volatilität (%) | |
| Lfd. Jahr | 3,2 | - |
| 1 Jahr | 1,4 | 10,3 |
| 3 Jahre p.a. | 8,0 | 8,6 |
| 5 Jahre p.a. | 3,0 | 9,5 |
| 10 Jahre p.a. | 6,3 | 9,3 |
Der Phaidros Funds Conservative verzeichnete im Oktober je nach Anteilsklasse eine Wertentwicklung von -0,01% bis -0,06%. Der MSCI World Index in Euro gewann 0,97%, während europäische Investment-Grade-Anleihen gemessen am Bloomberg EUR Aggregate Index um 0,96% stiegen.
Die Aktienseite war geprägt von der Berichtssaison des dritten Quartals. Erneut kamen Zweifel an der Monetarisierung der hohen Investitionen in KI-Rechenzentren auf. Obwohl Unternehmen wie Amazon oder Alphabet Rekordzahlen berichtet haben, sind die Aktienkurse dennoch gefallen. Auch wir sind skeptisch und haben die Aktienseite im Oktober defensiver aufgestellt. Neben Linde verkauften wir auch das SaaS-Unternehmen ServiceNow. Zudem lösten wir die Bankenpositionen aufgrund der sich eintrübenden Konjunkturaussichten auf. Nach zweijähriger Abwesenheit haben wir den defensiven Basiskonsumsektor mit Danone und Nestlé wieder ins Portfolio aufgenommen. Die Positionen haben sich beim Abverkauf in den Technologiewerten am Monatsende bereits bewährt.
Die steigenden Inflationserwartungen hielten die Renditen von Staatsanleihen weiter auf hohem Niveau und belasteten die Kurse über den Monat. Auch High-Yield-Anleihen handelten aufgrund des negativen Sentiments am Anleihenmarkt schwächer. In Fremdwährung denominierte Anleihen profitierten dagegen weiter vom schwächeren Euro. Nach der Stichwahl in Brasilien und dem dadurch geschwächten brasilianischen Real haben wir nach einer Teilveräußerung die Position in brasilianischen Anleihen erneut aufgestockt.
Die Aktienquote lag zum Monatsende bei knapp 26%, die Anleihenquote bei 62%, Liquidität und Gold machten rund 6% bzw. 6% des Portfolios aus.
| Phaidros Funds Conservative B (LU0504448647) | ||
|---|---|---|
| Performance (%) | Volatilität (%) | |
| Lfd. Jahr | 0,6 | - |
| 1 Jahr | 0,0 | 6,9 |
| 3 Jahre p.a. | 7,1 | 5,8 |
| 5 Jahre p.a. | 2,4 | 7,4 |
| 10 Jahre p.a. | 4,1 | 7,8 |
Die Gemengelage zwischen hohen Zinsen, Inflation, enormen KI-Ausgaben und ihnen gegenüberstehenden Einnahmen sorgte für einen sehr volatilen Berichtsmonat Oktober. Die Unsicherheit der Anleger führte zu einem Kurssturz im NASDAQ 100 von 7%. Der Phaidros Funds Schumpeter Aktien hat sich in diesem Umfeld robust gehalten und je nach Anteilsklasse zwischen -1,65% und -1,72% nachgegeben.
Die Fragezeichen bei der schwindelerregenden Höhe der Investitionen für Rechenzentren standen im Oktober im Vordergrund. Obwohl Unternehmen wie Amazon oder Meta Rekordzahlen berichtet haben, sind die Aktien dennoch gefallen. Auch wir sind skeptisch und haben den Fonds im Oktober defensiver aufgestellt. Wir haben Gewinne bei Softwarefirmen wie ServiceNow und Workday mitgenommen und nach zweijähriger Abwesenheit mit Danone, Reckitt Benckiser und Nestlé wieder in den Basiskonsumsektor investiert. Die Positionen haben sich beim Abverkauf der Technologiewerte am Monatsende bereits bewährt. Eine Sondersituation gab es durch die Präsidentschaftswahlen in Brasilien, wodurch unsere Positionen in MercadoLibre und Nu in Mitleidenschaft gezogen wurden. Politische Börsen haben kurze Beine; daher haben wir beide Werte nachgekauft.
Der Phaidros Funds Schumpeter Aktien ist mit einer Aktienquote von 97% vollständig investiert. Nach einer weiteren überzeugenden Berichtssaison sind die Unternehmenswerte durch überzeugende Gewinne gestützt. Dennoch sehen wir derzeit gestiegene Risiken durch hohe Zinsen und den wahrscheinlichen und unvermeidlichen Abbruch der Rekordinvestitionen in Rechenzentren. Mit unserer starken Positionierung in Konsum- und Pharmawerten fühlen wir uns für volatile Märkte gut aufgestellt.
| Phaidros Funds Schumpeter Aktien E (LU1877914561) | ||
|---|---|---|
| Performance (%) | Volatilität (%) | |
| Lfd. Jahr | 6,3 | - |
| 1 Jahr p.a. | 1,9 | 17,5 |
| 3 Jahre p.a. | 11,0 | 13,7 |
| 5 Jahre p.a. | 3,4 | 14,7 |
Der Phaidros Funds Kairos Anleihen verzeichnete im Oktober je nach Anteilsklasse einen Zuwachs zwischen 0,01% und -0,07%. Der europäische High-Yield-Index (Bloomberg European High Yield Index) schloss den Monat mit -1,1%, der Bloomberg EUR Aggregate Index mit +1,05%. Die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen sank auf 3,32%.
Nach dem Ausverkauf im September erholten sich Staatsanleihen. Die Rendite zehnjähriger US-Treasuries fiel auf 4,93% und die Fed und die EZB ließen die Leitzinsen unverändert. Für Unternehmensanleihen war das Umfeld weniger freundlich: Zweifel an der Finanzierung des KI-Booms, die Zuspitzung rund um die Straße von Hormus mit zeitweise über 115 USD-Ölpreis und Sorgen um Frankreich ließen die Risikoprämien steigen. Der Renditeaufschlag französischer Staatsanleihen gegenüber Bundesanleihen erreichte den höchsten Stand seit 2012.
Der Fonds profitierte vom Renditerückgang bei langlaufenden Staatsanleihen aus Australien, Norwegen und Japan sowie bei Unternehmensanleihen wie BP und Medtronic. Belastend wirkten Intrum-Anleihen, die nach Quartalszahlen mit rückläufigen Serviceerlösen und einer Goodwill-Abschreibung deutlich nachgaben. Auch die Immobilien-Hybridanleihen von Aroundtown und Citycon gaben nach.
Im Portfolio verkauften wir Anleihen von Atos, Citigroup, Traton und Veolia und reduzierten Barclays, Société Générale und Styrolution. Die Erlöse flossen überwiegend in zehnjährige Bundesanleihen. Neu aufgenommen wurden eine AT1-Anleihe der Deutschen Bank und eine Hybrid-Anleihe von Stellantis. Das Portfolio ist zu 79% in EUR investiert, die Kassequote liegt bei 7%. Die Modified Duration beträgt 5,3, die durchschnittliche Verzinsung 6,3%. Rund 29% sind in High-Yield-Anleihen inklusive nicht gerateter Titel investiert.
Die Marktdynamik dürfte volatil bleiben. Gestiegene Risikoprämien bei High-Yield- und Nachranganleihen können bei solidem Umfeld perspektivisch Einstiegsmöglichkeiten bieten.
| Phaidros Funds Kairos Anleihen D (LU0948477962) | ||
|---|---|---|
| Performance (%) | Volatilität (%) | |
| Lfd. Jahr | -1,3 | - |
| 1 Jahr p.a. | -2,8 | 5,6 |
| 3 Jahre p.a. | 6,5 | 5,7 |
| 5 Jahre p.a. | 1,3 | 8,3 |
| 10 Jahre p.a. | 2,2 | 8,1 |