Politische Börsen mögen zwar kurze Beine haben, doch hinterließen sie 2025 einen bemerkenswert tiefen Fußabdruck an den Anleihemärkten. Von der Lockerung der Schuldenbremse im März über den „Liberation Day“ im April mit fiskalischer Großzügigkeit und Debatten um die Unabhängigkeit der Zentralbanken bis zu den politischen Unruhen in Frankreich und den geopolitischen Dauerbrandherden – verstärkt durch die Unwägbarkeiten einer Trump-Außenpolitik – erstreckte sich ein breites Spektrum politischer und wirtschaftlicher Belastungsfaktoren. Vor diesem Hintergrund betrachten viele Staaten einen ausgeglichenen Haushalt offenbar nur noch als nachrangiges Ziel.
All dies sorgte streckenweise für erhebliche Volatilität, insbesondere bei Staatsanleihen. Gleichwohl war das Jahr für Anleiheninvestoren in der Summe ein erfreuliches: Die Ausgangsrenditen lagen auf attraktiven Niveaus, die Risikoprämien von Investment Grade- wie auch High Yield-Unternehmen engten sich weiter ein und die Volatilität im Staatsanleihenbereich konzentrierte sich vornehmlich auf das lange Laufzeitenende, wo sich zunehmend substanzielle Laufzeitenprämien herausbildeten. So stieg die Rendite 30-jähriger Bundesanleihen im Jahresverlauf von 2,6% auf zwischenzeitlich 3,4%.

Während die Ungewissheit in vielen Bereichen der Wirtschaft aufgrund der zum Teil erratisch wirkenden Handelspolitik der USA enorm anstieg, kristallisierte sich zügig ein Mantra heraus, dass Trump im Zweifel nur „blufft“ und Zugeständnisse über öffentlichkeitswirksame Deals einfordert: der „TACO-Trade“. Dies legte die Grundlage für ein doch recht erfolgreiches Jahr bei Unternehmensanleihen, welche zugegebenermaßen aber auch vom weiterhin positiven Sentiment der KI-Euphorie aus den USA sowie von robuster Nachfrage von institutionellen Investoren profitierten.
Das Jahr 2025 lässt sich anschaulich in der Welt der griechischen Mythologie darstellen. In diesem Jahr traf der Namensgeber unserer Anleihenstrategie, Kairos - der Gott der besonderen Gelegenheit, auf Sisyphos, der bekanntlich auf alle Ewigkeit einen Stein den Berg hinaufrollen muss, nur um ihn kurz vor dem Gipfel wieder hinunterrollen zu sehen. Ähnlich verhielt es sich mit unseren Aktivitäten im Fonds: Unsere Carry-Trades sowie die Kreditselektion in Sondersituationen wie Elo und Intrum zahlten sich in diesem Jahr zunächst sehr gut aus. Paradigmenwechsel in der deutschen Fiskalpolitik sowie eine erhöhte Volatilität – insbesondere bei den Wechselkursen nach dem „Liberation Day“ – führten jedoch infolge der Durationspositionierung und des Währungs-Exposures zu Rücksetzern. So schlug sich der Phaidros Funds Kairos Anleihen mit einer Wertentwicklung zwischen 0,1% und 0,9% etwas schlechter als der neue Vergleichsindex Bloomberg Euro Aggregate Bond Index mit 1,3% und blieb zudem aufgrund der oben genannten Gründe stärker hinter dem alten Vergleichsindex iBoxx EUR Liquid High Yield (4,8%) zurück. Zum Jahresende 2025 lag die 3-Jahres-Performance bei 8,9% p.a., die 5-Jahres-Performance bei 2,0% p.a., und die 10-Jahres-Performance bei 3,2% p.a. Das Fondsvolumen lag zum Jahresende bei 48 Mio. Euro.
Für das Jahr 2026 sind die Aussichten insgesamt positiv. Die laufende Rendite im Portfolio liegt bei 5,6%, der durchschnittliche Kupon bei 4,1%. Dies sind weiterhin attraktive Verzinsungsniveaus. Der geringe Risikoprämienaufschlag bei High Yieldund Nachranganleihen veranlasste uns 2025 zu einer deutlich selektiveren Vorgehensweise. Daher liegt die Quote von Anleihen mit High Yield-Rating mit 37% zwar etwas über dem Vorjahr, befindet sich jedoch weiterhin eher am unteren Ende unserer Allokationsspanne.
Folglich liegt das Durchschnittsrating des Portfolios mit BBB+ weiterhin solide im Investment Grade-Bereich. Die Modified Duration liegt derzeit bei 6,4. Für das laufende Jahr planen wir eine leichte Reduzierung, indem wir ultra-lange Staatsanleihen gegen Euro-denominierte Investment Grade-Unternehmensanleihen tauschen, deren Carry und Rolldown-Profil besonders attraktiv sind. Zudem profitiert dieses Laufzeitenspektrum am ehesten von weiteren geldpolitischen Anpassungen der EZB, falls das Wachstum weiter enttäuschen sollte. Staatsanleihen am langen Ende hingegen dürften trotz interessanter Realrenditen aufgrund des hohen Nettoemissionsvolumens von Ländern wie Deutschland eher ein Eigenleben führen.

In der aktuellen multipolaren Weltordnung ist eine Diversifikation über verschiedene Wirtschaftsräume essenziell. Deshalb sind 19% des Portfolios in Regionen außerhalb Europas investiert, darunter Australien, Kanada, Japan, Indonesien, Singapur und Brasilien. Auch in diesem Jahr werden wir gezielt nach besonderen Gelegenheiten Ausschau halten, die sich voraussichtlich im Single-B-Bereich des Ratingspektrums bieten. So sollte dieses Jahr der Kairos dem Sisyphos wieder überlegen sein.
