Der Jahresauftakt 2025 verlief an den Aktienmärkten erfreulich. Für Europa bestand die Hoffnung auf eine wirtschaftliche Erholung, die geopolitischen Brandherde schienen zur Normalität geworden, und der neue US-Präsident würde vermutlich marktfreundlich sein – schließlich hatte dies bereits während der letzten Legislaturperiode überwiegend gegolten. Und immer genau dann, wenn sich die Märkte in einer vermeintlichen Balance befanden, überraschte eben dieser Präsident durch absurdeste Handlungen jenseits der eigenen Vorstellungskraft. Im Vorfeld des für Anfang April angekündigten „Liberation Day“, an dem die neuen Handelszölle pro Land präsentiert wurden, verloren die amerikanischen Aktienmärkte von ihren Allzeithochs im Februar bereits mehr als 10%. Als dann am 2. April im Rosengarten des Weißen Hauses mit Papptafeln das Prinzip des freien Welthandels quasi über den Haufen geworfen wurde, verzeichnete der S&P 500 den größten Drei-Tages-Verlust seit 1987 – mit einem Rückgang von zeitweise knapp 15%.
Wir hatten im Phaidros Funds Schumpeter Aktien bereits vor der Präsidentschaftswahl im November 2024 damit begonnen, unsere US-Investitionen zu reduzieren und nach Europa und Asien zu diversifizieren. Diesen Weg setzten wir nach den Ereignissen im April des vergangenen Jahres weiter fort. In Asien investierten wir in Unternehmen wie Alibaba und Sea, in Europa nahmen wir Siemens, PORR und BioNTech in das Portfolio auf. Unser US-Dollar-Gewicht verringerte sich dabei nicht im selben Umfang, da Sea, BioNTech und die aufgestockte Linde ihre Heimatbörse in New York haben. Die Reduktion der US-Position im Portfolio erfolgte im Wesentlichen über Teilverkäufe. Da die weiteren technologischen Entwicklungen jedoch kaum vorhersehbar sind, halten wir es weiterhin für sinnvoll, die wesentlichen Technologieführer im Portfolio zu behalten.

Der Phaidros Funds Schumpeter Aktien war über das Jahr 2025 konstant zu 2/3 in Monopolisten und gut 1/3 in Herausforderer investiert. Massiven Gegenwind erfuhren wir im vergangenen Jahr über die Währungsseite und die Abwertung des US-Dollars, was dem Fonds etwa 7,4% Performance gekostet hat. Der Phaidros Funds Schumpeter Aktien schloss das Kalenderjahr 2025 daher mit einer Wertentwicklung, je nach Anteilsklasse, zwischen -0,4% und 0,7% ab. Zum Jahresende 2025 lag die 3-Jahres-Performance des Fonds* bei 13,7% p.a. und die 5-Jahres-Performance bei 4,6% p.a. Das Fondsvolumen betrug zum Jahresende 108 Mio. Euro.
Das gewichtete EPS-Wachstum (Gewinn pro Aktie) im Fonds beträgt 89,4% bei einem Median von 32,1%. Das erwartete KGV für 2026 beläuft sich auf 27,6 bei einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von 6,7. Die Dividendenrendite liegt bei 0,6%.
Das Kernthema im Jahr 2025 war die Entwicklung der Künstlichen Intelligenz und die damit verbundenen Investitionen in Forschung, Entwicklung und Ausrüstung. Allein die „Magnificent 7“ investierten im vergangenen Jahr über 340 Mrd. USDollar. Für 2026 ist die Botschaft klar: Es soll noch mehr werden – die Rede ist von über 400 Mrd. US-Dollar. Wir sehen diese Ausgaben nicht so skeptisch oder gar als mögliche Blase, wie es oft in der Presse dargestellt wird. Zwar ist heute kaum absehbar, welche KI-Modelle in Zukunft wieviel Gewinn erwirtschaften werden, aber die Infrastrukturinvestitionen in Rechenzentren sind real. So erwirtschaftet laut Microsoft beispielsweise jeder investierte Dollar in die Cloud sofort operativen Ertrag. Es bietet sich also viel eher die Analogie zum Eisenbahnboom an als zur Dotcom-Blase: Die Schienen für das Wachstum der kommenden Jahrzehnte werden gelegt und damit das Oligopol zementiert.
Auf der anderen Seite wurden Aktien, die als potenzielle Verlierer von KI-Anwendungen gelten, zum Teil deutlich abgestraft. Dies sind beispielsweise Unternehmen, die Steuer- und Bilanzierungssoftware vertreiben. In unserem Portfolio war es Salesforce, das das Jahr mit -19% beendete. Wir hatten den Wert daher im Sommer verkauft.
Cybersecurity behält seinen festen Platz im Portfolio. Während das weltweite Datenvolumen pro Jahr um etwa 20% steigt, erhöht sich die Zahl der Hackerangriffe überproportional um 50%. Die Sicherheitsfirmen sind für die Integrität heutiger wie zukünftiger Geschäftsmodelle unerlässlich. Mit Palo Alto Networks, CrowdStrike, Fortinet und ZScaler investieren wir gut 10% des Fonds in diesen zukunftsweisenden Sektor.
Ein weiteres Sonderthema war die Rallye von Rüstungsund Infrastrukturunternehmen. In reine Rüstungswerte investieren wir in unseren Artikel 8 Fonds gemäß der EU-Offenlegungsverordnung (SFDR) nicht. Auf der Infrastrukturseite hingegen haben wir PORR, CRH und Siemens aufgenommen. Der Kursanstieg im DAX-Index im vergangenen Jahr ist als Vergleich zum Großteil auf Rüstungs- und Bankaktien zurückzuführen. Diese Zugewinne werden sich wahrscheinlich nicht in gleicher Höhe wiederholen lassen, zumal die europäischen Banken ihre Geschäftsmodelle nicht nachhaltig weiterentwickelt haben. Und bei den Rüstungswerten darf man nicht vergessen, dass es sich um kapitalintensive Industrieunternehmen handelt, nicht um Software-Riesen. Entsprechend sind die operativen Margen langfristig begrenzt.
Die größte Enttäuschung im Jahr 2025 war die Aktie von Novo Nordisk, die das Jahr mit satten -39% abschloss. Im Laufe des Jahres türmten sich zahlreiche negative Meldungen auf – von Preisreduktionen in den USA über operative Schwächen bis hin zum Managementwechsel. Mit einem KGV von 13 ist der Wachstumswert inzwischen jedoch so günstig, und unserer Ansicht nach zu niedrig bewertet, dass wir ein erhebliches Erholungspotenzial sehen.

Auch für 2026 fühlen wir uns mit der Barbell-Strategie richtig aufgestellt. Die Aussichten für das Gewinnwachstum sind gut und liegen in den USA bei etwa 14%. Der Portfolio-Schwerpunkt bleibt auf den digitalen Wachstumsthemen Künstliche Intelligenz, Halbleiter, E-Commerce und Cybersecurity. Auf der anderen Seite können wir uns gut vorstellen, im Laufe des Jahres in bisher vernachlässigte Bereiche wie Gesundheit und Konsum umzuschichten – schließlich geht jede Party einmal zu Ende. Bis dahin gilt aber die Börsenweisheit: Läuft der Markt, läuft er oft länger, als man denkt.
